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Merkmale moderner Switches
Es gibt eine Reihe von Merkmalen moderner Switches, die sich teilweise erst im Laufe des flächigen Einsatzes dieser Systeme ergeben haben. Eine Schwachstelle, die wir bereits im letzten Unterkapitel besprochen haben, ist die Singularität – wird ein Switch als alleinige Schaltzentrale eines kleinen oder mittleren Netzes eingesetzt, bildet er einen unverantwortbaren Single Point of Failure. Aber es sind auch noch andere Dinge wesentlich:
- Vollduplex-Übertragungsmodus
- Store & Forward vs. Cut Through Switching
- flexible Bauformen
- unterschiedliche Datenraten auf den Ports
- Uplinks
- Vermeidung von Oversubscribing
- Unterstützung von Management-Funktionen
- Unterstützung von Priorisierungsmethoden
- Unterstützung von Trunking-Funktionen
- Unterstützung von Funktionen zur Redundanz
Die letzten drei Gruppen werden aufgrund ihrer Komplexität in eigenen Folgen behandelt, das Netzwerk-Management ist ein eigener Themenblock.
Full-Duplex-Ethernet
Viele Switches bieten heute den so genannten Full-Duplex-Übertragungsmodus an. Was hat es damit auf sich? Full-Duplex-Ethernet, früher auch als 20-Mbit/s-Ethernet bezeichnet, ist eigentlich ein alter Hut. Aufgrund seiner mittlerweile völlig veralteten Technologie arbeitet das konventionelle und standardisierte Ethernet in Erinnerung der Verhältnisse auf dem gelben Koaxialkabel und dem Cheapernet-Kabel auch in Umgebungen mit Twisted Pair-Verkabelung unnötigerweise im Halbduplex.
Die Natur der Glasfaser verlangt in herkömmlichen Übertragungssystemen eine unidirektionale Übertragung, so dass man zwei Glasfasern mit je einem Sender-/Empfängerpärchen benötigt. Genau das kann man natürlich auch auf Twisted-Pair-Basis machen: Bei zwei vorhandenen Kabelpaaren zwischen Endgerät und Hub ist es völlig unsinnig, dass jeweils nur eines dieser Paare benutzt wird.
Allerdings benötigt man dann überall Adapterkarten, Hubeinschübe und Brücken-Ports, die diese Technik unterstützen können Zwischenzeitlich hat sich der Vollduplex-Übertragungsmodus auch für alle Ethernet-Varianten ab 100 BASE-T durchgesetzt – und es ist schon schwierig geworden, einen Switch zu finden, der keinen Vollduplexmodus unterstützt, da die Normierung in Sachen Autonegotiation hier ja auch entsprechende Felder vorsieht.
Allen diesen Lösungen ist gemein, dass es gegenüber den Halbduplex-Varianten keine zusätzliche Störstrahlproblematik gibt, da die vorhandenen Kabelwege lediglich besser ausgenutzt werden, aber keinerlei Erhöhung der Übertragungsbandbreite auf den einzelnen Kabelpaaren stattfindet (Ausnahme Gigabit Ethernet 1000 BASE-T).
Über den Autor
Dr. Franz-Joachim Kauffels ist seit über 25 Jahren als unabhängiger Unternehmensberater, Autor und Referent im Bereich Netzwerke selbständig tätig. Mit über 15 Fachbüchern in ca. 60 Auflagen und Ausgaben, über 1.200 Fachartikeln sowie unzähligen Vorträgen ist er ein fester und oftmals unbequemer Bestandteil der deutschsprachigen Netzwerkszene, immer auf der Suche nach dem größten Nutzen neuer Technologien für die Anwender. Sein besonderes Augenmerk galt immer der soliden Grundlagenausbildung.
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