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So nutzen Sie das Windows Admin Center aus der Cloud Kostenloser Remotezugriff auf lokale Server über Azure

Von Thomas Joos 8 min Lesedauer

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Über Azure Arc ermöglicht es Microsoft, lokale Server an Microsoft Azure anzubinden. Das geht auch kostenlos. Ein Vorteil dabei ist die Möglichkeit, mit dem Windows Admin Center über die Cloud lokale Server zu verwalten, und zwar ohne VPN und Portfreigaben.

Mit dem Azure-Arc-Dienst in Microsoft Azure können lokale Server an die Cloud angebunden und dann über die Cloud gemanagt und überwacht werden – und das sogar komplett kostenfrei!(Bild:  © idambeer - stock.adobe.com)
Mit dem Azure-Arc-Dienst in Microsoft Azure können lokale Server an die Cloud angebunden und dann über die Cloud gemanagt und überwacht werden – und das sogar komplett kostenfrei!
(Bild: © idambeer - stock.adobe.com)

Azure Arc ist ein Dienst in Microsoft Azure, mit dem lokale Server an die Cloud angebunden werden können. Das hat zunächst den Vorteil, dass sich lokale Server als Ressourcen in Ressourcengruppen in Azure integrieren lassen. Dadurch werden die Server zu Ressourcen in der Cloud, die sich wiederum unproblematisch mit Clouddiensten aus Azure verbinden lassen.

Verwaltung und Überwachung lokaler Server aus der Cloud

Über Arc ist es somit auch möglich, ohne zusätzliche Hard- und Software, umfassende Überwachungs-, Sicherungs- und Verwaltungsmaßnahmen aus der Cloud heraus durchzuführen. Vorteile dabei sind zum Beispiel die umfassende Überwachung mit Azure Monitor oder das Installieren von Updates mit Azure Patch Management sowie das Erstellen von Backups über Azure Backup. Aber dies sind nur einige Beispiele, es gibt zahlreiche weitere.

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Für die Kommunikation sind dazu weder spezielle VPNs noch Portfreigaben notwendig. Die Verbindung läuft über einen Agenten, der im Rahmen der Software auf dem Windows- oder Linux-Server installiert wird. Der Zugriff lässt sich mit dem rollenbasierten Berechtigungsmodell in Azure absichern.

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, die sogar kostenlos genutzt werden können. Besonders interessant, auch für KMU oder für Server in Niederlassungen, ist die Möglichkeit, über diesen Weg lokale Server mit dem Windows Admin Center über die Cloud zu verwalten. Dazu stellt Microsoft das Admin Center als kostenlosen Clouddienst über Azure Arc bereit.

Kostenlos: Lokale Server über Azure Arc an Azure anbinden

Damit Verantwortliche im Unternehmen den Funktionsumfang von Azure Arc verstehen, ermöglicht Microsoft zunächst die kostenlose Anbindung lokaler Server an Azure. Das funktioniert wiederum auch mit einem kostenlosen Abonnement bei Microsoft Azure. Das Windows Admin Center steht innerhalb dieses Szenarios ebenfalls kostenlos zur Verfügung.

Um einen lokalen Server remote über das Internet mit dem Windows Admin Center zu verwalten, verbinden sich Admins daher zunächst mit dem Azure-Portal. Danach wird das Windows Admin Center geöffnet, das über den lokal installierten Agenten eine Verbindung zu den Servern aufbaut. Damit lassen sich alle Verwaltungsmaßnahmen durchführen, die mit dem Windows Admin Center möglich sind. Dazu gehören unter anderem auch RDP- und PowerShell-Sitzungen über den Webbrowser, aber auch alle anderen Funktionen, wie Neustarts, Patch-Installation, Datenübertragung, Rolleninstallation und vieles mehr. Die Einrichtung ist in wenigen Minuten abgeschlossen und kostet in diesem Szenario keinen Cent. Zusatztools von Dritten sind dabei ebenfalls nicht notwendig.

Server über das Internet remote verwalten: Azure Arc

Azure Arc hat die Aufgabe, eine Schnittstelle zwischen Servern und Azure aufzubauen. Dadurch können Unternehmen lokale physische oder virtuelle Server in Azure anbinden und mit Azure-Funktionen überwachen, verwalten und lokale Ressourcen auf lokalen Servern in Azure nutzen. Lokal betriebene Server mit Windows oder Linux können dadurch im Azure-Portal verwaltet werden. Das ist insbesondere für kleine Unternehmen sinnvoll, da sie dadurch ihre Server kostenlos über den bereits beschriebenen Azure-Agenten über das Internet überwachen und verwalten können.

Windows Admin Center kostenlos bei Azure registrieren

Um mit dem Windows Admin Center On-Premises Funktionen aus Azure kostenlos im lokalen Rechenzentrum zu nutzen, muss das Windows Admin-Center-Gateway beim jeweiligen Azure-Abonnement registriert werden. Das erfolgt nach der Installation im Windows Admin Center über den Bereich "Azure Hybrid Center" und dem Link "Registrieren Sie Ihr Windows Admin-Center-Gateway".

Danach blendet das Admin Center ein Fenster ein, in dem zunächst die Anmeldung an Microsoft Azure erfolgt und danach das Windows Admin Center an das jeweilige Abonnement angebunden wird. Der Vorgang dauert nur wenige Minuten. Nach der Registrierung des Windows Admin-Center-Gateways bei Microsoft Azure, muss in den Einstellungen des Windows Admin Centers, die über das Zahnrad oben rechts zur Verfügung stehen, bei "Konto" ein lokales Konto für den Server und parallel auch ein Konto bei Microsoft Azure hinterlegt werden.

Wenn Azure und das Windows Admin Center miteinander verknüpft sind, stehen bei der Verbindung mit einem Server im Windows Admin Center bei "Azure Hybrid Center" die verschiedenen Dienste zur Verfügung, mit denen sich Ressourcen aus Azure im lokalen Rechenzentrum nutzen lassen. Dienste, die bereits im Einsatz sind, lassen sich über den Menüpunkt "Installierte Dienste" anzeigen und verwalten. Hier sind auch Links verfügbar, mit denen der jeweilige Dienst und die entsprechenden Einstellungen im Azure-Portal aufgerufen werden können.

Azure Arc ermöglicht auch die kostenlose Anbindung lokaler Server

Die Anbindung lokaler Server an Azure Arc erfolgt am besten über das Windows Admin Center im lokalen Rechenzentrum. Dazu wird das Windows Admin Center zunächst bei einem Azure-Abonnement registriert. Danach können im Azure Hybrid Center über "Einrichten" bei "Azure Arc einrichten" lokale Server an Azure angebunden werden. Das geht mit einem kostenlosen Abonnement von Microsoft Azure. Parallel dazu kann hier auch eine Sicherung der Server über Azure Backup erfolgen.

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Im Anschluss wird im Windows Admin Center das verbundene Azure-Abonnement ausgewählt. Bei "Resourcengruppe" ist die Option "Neu erstellen" sinnvoll, damit der Server in einer eigenen Gruppe aufgenommen wird. Bei der Aufnahme weiterer Server kann die bereits existierende Gruppe genutzt werden. Als Name der Gruppe kann entweder der Servername oder bei der Verbindung mehrerer Server zum Beispiel die Bezeichnung "Lokale Server" verwendet werden.

Nach der erfolgreichen Verbindung ist der Server im Azure-Portal in Azure Arc bei "Server" zu sehen. Das Portal zeigt auch den Status des Servers an und ob dieser erfolgreich mit Azure Arc verbunden wurde. Über "Hinzufügen" können weitere Server hinzugefügt werden. Bei Azure-Region sollte "West Europe" genutzt werden. Über "Einrichten" wird der Vorgang abgeschlossen.

Bei dem Vorgang erstellt das Windows Admin Center die neue Ressourcengruppe und installiert auf dem Server den Agenten für die Verbindung mit Azure. Die aktuellen Vorgänge sind oben rechts über das Icon mit der Glocke zu sehen. Nach kurzer Zeit sollte der Server erfolgreich eingerichtet sein.

Nach der erfolgreichen Installation sollte auf dem Server durch Eingabe von "appwiz.cpl" der "Azure Connected Machine Agent" installiert sein. Danach kann im Azure-Portal der Server bereits verwaltet werden.

Lokal angebundene Server in Azure Arc verwalten

Nach der erfolgreichen Anbindung eines Servers an Azure Arc können dessen Einstellungen aufgerufen werden. Hier sind auch die Vorteile von Azure Arc zu sehen. Für Azure handelt es sich bei dem lokalen Server um eine Azure-Ressource und es lassen sich vielfältige Verwaltungsaufgaben durchführen. Dazu gehören die Anbindung an Azure-Policies, die Inventarisierung und die Überwachung des Servers auf Sicherheitsprobleme.

Automatische Verwaltungsvorgänge sind genauso möglich, wie das Verteilen von Updates über das Azure Update Management Center. In Azure lässt außerdem eine cloudbasierte Version des Windows Admin Centers nutzen, um alle lokal angebundenen Server über das Azure-Portal mit dem Windows Admin Center zu verwalten. Dazu ist kein VPN notwendig, denn alle Abläufe steuert der Azure Arc-Agent auf den lokalen Servern, gesichert wird die Verbindung über das Azure-Portal.

Lokale Server, die an Azure über Azure Arc angebunden sind, unterstützen auch Änderungsverfolgung (Change Tracking). Dadurch lassen sich auch Konfigurationsänderungen nachverfolgen sowie Hard- und Software inventarisieren. Über Erweiterungen kann die Zusammenarbeit mit Azure noch intensiviert werden. So lassen sich zum Beispiel lokal betriebene SQL-Server eng mit Azure verknüpfen oder umfassende Überwachungsszenarien umsetzen.

Darüber hinaus ist es über das Azure-Portal möglich, lokal betriebene Server fernzuwarten. Der Zugriff ist zum Beispiel über SSH durchführbar. Öffnen Sie dazu über die Adresse portal.azure.com das Azure-Portal und klicken Sie auf "Alle Ressourcen". Sie sehen im Fenster Ihre einzelnen Ressourcen in Azure. Dazu gehört auch die neue Gruppe für den Server.

Durch das Anklicken des Servers, öffnet sich die Übersicht. Im unteren Bereich sind verschiedene Kacheln zu finden, mit denen Verwaltungsaufgaben über das Internet direkt auf dem Server vorgenommen werden können. Das Windows Admin Center bietet zum Beispiel den Zugriff auf den Server über die Cloud, genau so, wie im lokalen Rechenzentrum.

Windows Admin Center im Azure-Portal mit lokalen Servern verbinden

Durch einen Klick auf das Windows Admin Center startet ein Assistent, der dabei unterstützt den Server an das Windows Admin Center in Azure anzubinden. Danach können über Azure Arc angebundene Server genauso von unterwegs oder zu Hause verwaltet werden, wie im lokalen Rechenzentrum. Alles läuft verschlüsselt über den Azure Connected Machine Agent. Wählen Sie noch den gewünschten Port aus und schließen Sie die Einrichtung ab.

Sobald die Erweiterung erfolgreich installiert ist, zeigt das Azure-Portal dies an. Danach ist bei "appwiz.cpl" auf dem Server, neben dem "Azure Connected Machine Agent" noch "Windows Admin Center" zu finden. Außerdem ist die Erweiterung dazu über den Menüpunkt Erweiterungen im Azure-Portal bei dem jeweiligen Server zu sehen. Hier können mit Hinzufügen noch mehr Erweiterungen angebunden werden, die dann zum Teil aber kostenpflichtig sind. Beispiele dafür sind die Überwachung des Servers mit Azure Monitor oder Azure Extensions for SQL-Server. Damit können lokal betriebene SQL-Installationen in Azure genutzt werden, zum Beispiel für die Analyse von Daten in der Cloud.

Damit sich Admins anmelden dürfen, müssen zuerst noch Benutzerkonten in der Cloud ausgewählt werden. Das erfolgt über "Zugriffssteuerung (IAM)" auf der linken Seite. Hier werden Rechte festgelegt, die Konten für den Server erhalten sollen, zum Beispiel zur Anmeldung am Windows Admin Center.

Durch einen Klick auf "Rollenzuweisung hinzufügen" bei "Zugriff auf diese Gruppe gewähren", kann "Windows Admin Center Administrator Login" ausgewählt werden. Bei "Mitglieder auswählen" über "Mitglieder" werden die gewünschten Benutzerkonten ausgewählt. Mit der Schaltfläche Überprüfen und zuweisen wird der Vorgang abgeschlossen. Durch einen Klick auf "Zugriff anzeigen" bei "Mein Zugriff" im Menü "Zugriffssteuerung (IAM)" sind die Rollenzuweisungen zu sehen.

Windows Admin Center verwenden

Durch einen Klick auf die Ressourcengruppe des Servers und dann auf den Menüpunkt "Windows Admin Center" auf der linken Seite, öffnet sich mit der Schaltfläche "Verbinden" eine lokale Verbindung. Die Verbindung läuft über den "Azure Connected Machine Agent" und das installierte "Windows Admin Center". Nach kurzer Zeit erscheint ein Anmeldefenster des Windows Admin Centers. Hier ist die Anmeldung mit dem lokalen Administrator-Konto des Servers notwendig. An dieser Stelle können auch Active-Directory-Anmeldungen genutzt werden. Die Anmeldung erfolgt nach der Syntax "<Server oder Domäne>\Benutzername". Nach kurzer Zeit öffnet sich das Windows Admin Center wie im lokalen Rechenzentrum. Über den Menüpunkt Remotedesktop im Windows Admin Center lassen sich zum Beispiel Server über das Internet im Webbrowser per RDP verwalten. Das gleiche gilt für die PowerShell.

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