Der erweiterte Support von Exchange 2013 läuft im April aus und Exchange 2016 hat schon eine Weile den Mainstream-Support verlassen. Es ist daher sinnvoll, eine Migration zu Exchange 2019 oder gleich zu Microsoft 365 durchzuführen. Der Beitrag gibt einen Überblick.
Exchange 2013 und 2016 sind ausgelaufen bzw. laufen aus und der Nachfolger von Exchange 2019 lässt auf sich warten. Bleibt eine Migration zu Exchange 2019 oder Microsoft 365.
Am 11. April 2023 ist der erweiterte Support von Exchange 2013 ausgelaufen. Spätestens jetzt sollte eine Migration zu Exchange 2019 oder Microsoft 365 also bereits durchgeführt sein. Den ab sofort erhält Exchange 2013 weder Sicherheits- noch Stabilitätsupdates. Durch die enorme Vielzahl an Angriffen auf Exchange-Server, sollten E-Mail-Server keinesfalls ohne laufenden Support produktiv eingesetzt werden. Im Gegensatz zu älteren Windows-Versionen wird es bei Exchange kein Extended Support Updates-Programm geben.
Bei Exchange 2016 ist der Mainstream-Support bereits am 1. Oktober 2020 ausgelaufen, der erweiterte Support endet am 14. Oktober 2025. Generell empfiehlt Microsoft, Produkte nur innerhalb des Mainstream-Supports produktiv zu nutzen, da nur in diesem Fall sichergestellt ist, dass die Software auf aktuelle Prozessoren, VM-Generationsversionen, Treiber, Einstellungen, Tools und auf die Zusammenarbeit mit anderen Produkten hin gewartet und aktualisiert wird. Außerhalb des Mainstream-Supports erhält ein Produkt nur noch Sicherheits-Updates.
Die Hinweise und Tipps im folgenden Beitrag lassen sich mit Exchange 2013 und Exchange 2016 umsetzen.
Exchange 2019 ist lang aktuell
Microsoft hat angekündigt, im Lauf des Jahres 2025 den Nachfolger von Exchange 2019 vorzustellen. Aktuell endet der Mainstreamsupport von Exchange 2019 am 9. Januar 2024, der erweiterte Support endet ab 14. Oktober 2025. Ob sich diese Fristen durch die Verspätung des Nachfolgers verschieben, oder der Nachfolger eventuell doch vorher auf den Markt kommt, lässt sich aktuell noch nicht sagen.
Exchange 2019 mit Windows Server 2022 nutzen
Im Beitrag „Exchange mit verschiedenen Windows Server-Versionen betreiben“ gehen wir auf die verschiedenen Exchange- und Windows-Kombinationen ein, die aktuell zur Verfügung stehen und die eine unterstützte Installation ermöglichen. Bei Problemen und im Rahmen einer Migration sind darüber hinaus die Hinweise im Beitrag „10 Tipps zur Fehlerbehebung bei Exchange-Servern“ eine gute Basis. Im Rahmen der Migration zu Exchange 2019 kommt es unweigerlich zu einer Vermischung der Versionen. Aus diesem Grund sollte, neben des oben verlinkten Beitrags, auch noch die Seite „Exchange Server supportability matrix“ von Microsoft konsultiert werden.
Vorgehensweise bei der Migration: Testen ist wichtig
Vor der eigentlichen Migration sollten sich Admins die Zeit nehmen, und eine Testumgebung für die Vorgehensweisen aufbauen. Dazu kommt eine vollständige Sicherung der aktuellen Umgebung, um die Migration im Notfall schnell wieder rückgängig machen zu können. Das betrifft die Exchange-Server und die Domänencontroller der Umgebung.
Vor der Migration sollten zunächst alle beteiligten Server auf den neusten Stand gebracht werden. Das gilt zwar ohnehin auch für den laufenden Betrieb, aber spätestens zur Migration müssen die Quell-Server so aktuell wie nur möglich sein. Für Exchange 2013 sollte das Cumulative Update 23 (CU 23) installiert werden.
Für die Migration von Exchange 2013 zu Exchange 2019 sollte MAPIoverHTTP aktiviert werden. Das neue Protokoll steuert die Zusammenarbeit zwischen Outlook und den Exchange-Servern. Die Aktivierung wird im Beitrag „Konfigurieren von MAPI über HTTP in Exchange Server“ https://learn.microsoft.com/de-de/exchange/clients/mapi-over-http/configure-mapi-over-http?view=exchserver-2019 beschrieben.
Exchange 2019 in bestehende Organisation installieren
Bei der Migration von Exchange 2013/2016 zu Exchange 2019 wird zunächst ein neuer Server mit Exchange 2019 in die vorhandene Organisation installiert. Im oben verlinkten Beitrag zeigen wir die notwendigen Vorbereitungen dazu. Bei der Installation von Exchange 2019 in eine bestehende Umgebung wird das Schema erweitert. Es ist sinnvoll, diesen Schritt einige Tage vor der Installation des Servers durchzuführen und dann auch gleich die einzelnen Domänen vorzubereiten:
Generell ist es an dieser Stelle sinnvoll, die verwendeten Zertifikate von Exchange 2013 auch in Exchange 2019 zu importieren. Das Zertifikat wird anschließend für die einzelnen Systemdienste im Exchange Admin Center aktiviert. Grundsätzlich ist es sinnvoll, auf dem Exchange 2019-Server die gleichen URLs zu verwenden, die auch für Exchange 2013 zum Einsatz kommen. Das macht den Wechsel einfacher.
Grundsätzlich sollte im Exchange Admin Center von Exchange 2019 bei „Server“ darauf geachtet werden, dass die Berechtigungseinstellungen von Exchange 2013 möglichst identisch zu Exchange 2019 übernommen werden. Vor allem bei „Outlook Anywhere“ ist das wichtig. Außerdem sollte im Bereich Server/Virtuelle Verzeichnisse überprüft werden, ob die Art der Anmeldung für OWA und die Exchange-Systemsteuerung ebenfalls korrekt konfiguriert sind. Dazu rufen Sie die Eigenschaften der entsprechenden virtuellen Verzeichnisse auf und klicken auf den Menüpunkt Authentifizierung. Für alle eingesetzten Protokolle kann das im Exchange Admin Center bei „Server“ vorgenommen werden.
Stand: 08.12.2025
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Sind die Vorbereitungen abgeschlossen, besteht der nächste Schritt darin, den Sende-Connector der Umgebung auf den neuen Exchange-Server zu verschieben. Die Einstellungen dazu sind bei „Nachrichtenfluss“ und anschließend bei „Sendeconnectors“ zu finden. Bei „Bereichsdefinition“ kann hier der neue Server für den jeweiligen Connector hinzugefügt werden.
Postfächer zu Exchange 2019 migrieren
Bei der Migration der Postfächer sollten im nächsten Schritt zuerst die Systempostfächer umgezogen werden, um zu überprüfen, ob die Verbindung zwischen den beiden Exchange-Servern funktioniert. Dazu kann zunächst die Postfachdatenbank in Erfahrung gebracht werden, in welcher Exchange 2013 die Postfächer gespeichert hat. Am besten kommt dazu die Exchange Management Shell zum Einsatz:
Das erfolgreiche Verschieben kann anschließend in der Exchange Management Shell noch überprüft werden:
Get-MoveRequest
Wenn der Vorgang erfolgreich abgeschlossen ist, besteht der nächste Schritt darin, die restlichen Postfächer auf den neuen Server umzuziehen. Das lässt sich im Exchange Admin Center im Bereich „Empfänger“ durchführen. Über „Empfänger -> Migration“ können neue Migrationsaufträge erstellt werden, um einzelne Postfächer nach und nach auf den neuen Server zu verschieben. Das Verschieben von Postfächern kann auch in der Exchange Management Shell durchgeführt werden, zum Beispiel mit:
Alte Exchange-Server aus der Organisation entfernen
Wenn die Installation abgeschlossen ist, sollten die alten Exchange-Server noch nicht gleich aus der Organisation entfernt werden. Zunächst sollten die Server noch ein paar Tage mitlaufen und danach heruntergefahren werden. Wenn dann immer noch alles funktioniert, können die alten Exchange-Server aus der Umgebung entfernt werden, zum Beispiel durch eine Deinstallation von Exchange 2013/2016.
Migration zu Microsoft 365 unter Umständen besser geeignet?
In vielen Fällen ist die Migration lokaler Exchange-Server zu Microsoft 365 die bessere Wahl. Zunächst entfällt in diesem Fall die komplexe und langwierige Verwaltung von lokalen Exchange-Servern. Hinzu kommen Sicherheitsaspekte, weil die lokalen Exchange-Server im Internet veröffentlicht werden müssen, um E-Mails zu empfangen und zu senden. Für Exchange-Profis ist das kein Problem, allerdings gibt es hier dennoch verschiedene Risiken, wie die zahlreichen Sicherheitslücken und damit verbundenen Hacks in den letzten Monaten und Jahren gezeigt haben.
Wer mit dem Umstieg in die Cloud keine Probleme hat, kann durch den Einsatz von Microsoft 365 viele Vorteile erschließen. Neben der wesentlich einfacheren Verwaltung von Exchange kommen mit SharePoint Online, Teams und Co noch zahlreiche weitere Dienste zum Einsatz, die parallel genutzt werden können und mit Exchange Online optimal zusammenarbeiten. Hybrid-Bereitstellungen sind natürlich ebenfalls möglich, sollten aber nur übergangsweise zum Einsatz kommen, da dadurch Risiko und Aufwand steigen. Für die Migration zu Exchange Online sind diese Szenarien aber ideal, weil Unternehmen nach und nach Postfächer zu Exchange Online migrieren können und alle Benutzer nahtlos optimal zusammenarbeiten können.
Microsoft bietet mit dem Hybrid Agent für Exchange Server ein Tool an, mit dem sich lokale Exchange-Installationen an Microsoft 365 anbinden lassen. Unternehmen, die den Hybrid Configuration Wizard nutzen, erhalten Einstellungsmöglichkeiten, die Microsoft als »Modern Hybrid« bezeichnet. Mit dem Agenten lassen sich Exchange-Organisationen veröffentlichen und mit Exchange Online verbinden. Im Fokus steht hier vor allem die Einrichtung der notwendigen DNS-Einstellungen. Die Einrichtung nehmen Sie am besten im Exchange Admin Center über den Bereich „Hybrid“ vor.