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Hochverfügbarkeit und die Fähigkeit, zu skalieren
Um in verteilten Unternehmen die gesamte Palette der Vorteile von WAN-Acceleration-Technologien hinsichtlich Produktivitätsgewinn infolge Applikationsbeschleunigung, Kosteneinsparungen infolge Bandbreitenoptimierung und IT-Konsolidierung und Datenschutz infolge erheblich verkürzter Backup/Recovery-Fenster in vollem Umfang nutzen zu können, müssen diese Systeme sowohl in voll vermaschten als auch in großen Hub-and-Spoke-WAN-Umgebungen einfach integrierbar und entsprechend skalierbar sein.
Die Systeme sollten – so es die Transitnetze erlauben – in der Lage sein, ihre jeweiligen Peers automatisch zu erkennen und somit zulässigen Datenverkehr automatisch optimieren. Bei einem voll vermaschten Netz mit n Knoten sind ansonsten n*(n-1)/2 Peer-Beziehungen händisch einzurichten. Für die diskbasierten Wörterbuch-Speicher für das Data-Streamlining/Data Deduplication besteht damit auch die Anforderung, nicht für jeden Peer einen eigenen Speicherbereich anzulegen, so dass die gleichen Informationen, die im Rahmen optimierter Verbindungen an unterschiedliche Peers übertragen werden, auch jeweils nur einmal angelegt werden müssen, und zwar für eingehenden und ausgehenden Datenverkehr. Nur so ist sichergestellt, dass eine WOC-Lösung auch für sehr große Implementierungen skaliert.
Sind die durch den Einsatz von WOCs erreichten Optimierungen als feste Größe in der IT-Architektur gesetzt, beispielsweise dann, wenn eine Data-Center-Konsolidierung erst durch den Einsatz derartiger Systeme ermöglicht wurde, so hat ein Systemausfall erheblichen Einfluss auf die Verfügbarkeit und die SLAs der über das WAN angebotenen Dienste. Für die WAN-Acceleration-Systeme ist es mithin in diesem Zusammenhang unabdingbar, dass diese neben den Funktionalitäten für Skalierbarkeit auch solche für Clustering und Hochverfügbarkeit mitbringen.
Neben den Maßnahmen innerhalb einzelner Appliances wie redundante Stromversorgung, Bypass-Interfaces, RAID-Disks, gehärtetes Betriebssystem mit Watchdog-Timern und Fallback-Mechanismen muss auch die Möglichkeit existieren, mehrere Systeme miteinander zu gruppieren, um im Fehlerfall einen nahtlosen weiteren Betrieb mit derselben Systemperformance sicherzustellen. Spezielle Redirection-Devices ermöglichen dabei den Aufbau ausfallsicherer und skalierbarer Cluster in Umgebungen, in denen eine sehr hohe Anzahl gleichzeitiger TCP-Sessions bei einer Gesamtbandbreite von bis zu mehreren Gigabits pro Sekunde optimiert werden müssen.
Zu den Maßnahmen für Ausfall- und Betriebssicherheit gehören auch Funktionen, die Probleme vermeiden, die im Zusammenhang mit asymmetrischem Routing entstehen können, beispielsweise wenn es mehrere Pfade in das WAN gibt, wie es bei vielen Unternehmen heutzutage üblich ist. Wie bereits im Abschnitt über die möglichen Deployment-Szenarien beschreiben, sollte ein WOC ab einer gewissen Größenordnung hierfür die Möglichkeit bieten, mehrere Bypass-Interfaces aufzunehmen, um in mehrere WAN-Pfade aufgeschaltet werden zu können und so die Sicht auf alle Pakete vom und zum WAN zu ermöglichen. Ist dies, z.B. bei geographisch getrennten Zugängen nicht möglich und sind daher mehrere getrennte WOCs im Einsatz, sollten sich diese über WAN-Pfade und die aktuell optimierten Verbindungen austauschen können, um so immer die korrekte Optimierungsbeziehung herstellen zu können.
Über den Autor
Thomas Boele ist Manager Systems Engineering CEE bei Riverbed und damit verantwortlich für die technische Beratung von Kunden und Channel-Partnern sowie die Technische PR. Bevor Thomas Boele zu Riverbed Technology wechselte, war er für Cisco Deutschland, NetApp Deutschland und 3Com Central Europe tätig.
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