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Definition Was ist WireGuard?

Aktualisiert am 05.06.2025 Von Berk Kutsal und Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber 3 min Lesedauer

WireGuard gilt als schlankes, performantes VPN-Protokoll der neuen Generation. Mit moderner Kryptografie, breiter Plattformunterstützung und direkter Kernel-Integration setzt es neue Maßstäbe für sichere und schnelle VPN-Verbindungen.

WireGuard ist ein modernes VPN-Protokoll mit hoher Geschwindigkeit, einfacher Konfiguration und starker Sicherheit.(Bild:  KI-generiert)
WireGuard ist ein modernes VPN-Protokoll mit hoher Geschwindigkeit, einfacher Konfiguration und starker Sicherheit.
(Bild: KI-generiert)

WireGuard ist ein schlankes, quelloffenes VPN-Protokoll, das sich durch hohe Performance, moderne Kryptografie und einfache Handhabung auszeichnet. Seit der Integration in den Linux-Kernel ab Version 5.6 (März 2020) und der breiten Unterstützung auf Windows, macOS, Android und iOS gilt es als ernstzunehmende Alternative zu etablierten Protokollen wie OpenVPN und IPsec.

Ursprünglich für Linux entwickelt, ist WireGuard heute plattformübergreifend verfügbar – auch für Windows, macOS, diverse BSD-Derivate sowie mobile Betriebssysteme. Für Android stehen neben der offiziellen App auch Alternativen wie WG Tunnel zur Verfügung, die zusätzliche Funktionen bieten. Mittlerweile hat das Protokoll in zahlreichen Anwendungsszenarien Einzug gehalten – sowohl im privaten als auch im professionellen Umfeld.

WireGuard ist sowohl ein Protokoll als auch eine Softwarelösung. VPN-Verbindungen lassen sich damit im Vergleich zu klassischen Lösungen einfacher einrichten und laufen oft deutlich performanter. Das Protokoll arbeitet auf Schicht 3 des OSI-Modells und unterstützt sowohl IPv4 als auch IPv6. Für die Verschlüsselung kommt ein kompakter, zeitgemäßer Kryptosatz zum Einsatz. Software zur Nutzung von WireGuard steht für alle gängigen Betriebssysteme zur Verfügung.

Seit 2020 ist WireGuard direkt im Linux-Kernel integriert. Auch aktuelle Modelle der weit verbreiteten FritzBox-Router (ab FritzOS 7.39) unterstützen WireGuard-Verbindungen.

Funktionsweise von WireGuard

WireGuard arbeitet nach dem Peer-to-Peer-Prinzip: Jeder Teilnehmer – ob Client oder Server – wird als „Peer“ bezeichnet. Ein Peer, der Verbindungen mehrerer anderer verwaltet, übernimmt dabei praktisch die Rolle eines VPN-Servers.

Für die Datenübertragung nutzt WireGuard das verbindungslose UDP statt TCP. Dadurch entfällt der klassische Verbindungsaufbau per Handshake – Verbindungen werden schneller etabliert. Der verwendete UDP-Port ist frei konfigurierbar.

Jeder Peer erzeugt ein eigenes Schlüsselpaar (privat und öffentlich). Die öffentlichen Schlüssel werden ausgetauscht, die privaten verbleiben lokal. Eine Besonderheit stellt das sogenannte „Cryptokey Routing“ dar: IP-Adressen werden fest mit kryptografischen Schlüsseln verknüpft. Datenpakete werden nur zugestellt, wenn ihre Herkunft zur erwarteten IP-Adresse des Partners passt.

WireGuard kombiniert mehrere bewährte Kryptoverfahren:

  • Curve25519 (mit Elliptic Curve Diffie-Hellman - ECDHE) für den Schlüsselaustausch
  • BLAKE2s für Hashfunktionen
  • ChaCha20 und Poly1305 für die symmetrische Datenverschlüsselung
  • Ed25519 für Public-Key-Authentifizierungverfahren

Alle eingesetzten Verfahren gelten als sicher und wurden intensiv geprüft. Um Forward Secrecy zu gewährleisten, werden die Schlüssel regelmäßig erneuert.

Vorteile von WireGuard

Im Vergleich zu anderen VPN-Lösungen und -Protokollen wie IPsec, OpenVPN oder L2TP bietet WireGuard zahlreiche Vorteile.

Im Vergleich zu anderen VPN-Technologien bietet WireGuard zahlreiche Vorteile:

  • Einfache Konfiguration: Weniger Komplexität, überschaubare Codebasis und schnelle Einrichtung.
  • Hohe Geschwindigkeit: Dank Kernel-Integration (z. B. in Linux) und schlanker Architektur sind sehr hohe Datenraten (theoretisch >10 Gbit/s) möglich.
  • Moderne Kryptografie: Setzt auf aktuelle, effizient geprüfte Verfahren (z. B. Noise Protocol Framework).
  • Breite Plattformunterstützung: Verfügbar für Linux, Windows, macOS, Android, iOS, BSD.
  • Stabilität auch beim Roaming: VPN-Verbindungen bleiben bestehen, auch bei Wechsel zwischen WLAN und Mobilfunk.
  • Energieeffizienz: Verbindungen ruhen, wenn keine Daten übertragen werden.

WireGuard ist quelloffen und unter einer Open-Source-Lizenz frei verfügbar. Für FritzBox-Router ist das Protokoll ebenfalls einsetzbar – ein Vorteil für Privatanwender, die VPN-Funktionalität ohne zusätzliche Hardware benötigen.

Nachteile von WireGuard

Neben den Vorteilen hat WireGuard auch einige Nachteile aufzuweisen. Zu diesen zählen zum Beispiel:

  • fehlendes Adressmanagement für dynamische IP-Adressen
  • problematisch bei der Nutzung über einen Proxy
  • keine "Verschleierung" von VPN-Verbindungen oder Umgehung von Firewalls per TCP möglich
  • kommerzielle VPN-Dienste setzen häufig proprietäre Anpassungen des Protokolls ein
  • aufgrund des vergleichsweise geringen Alters von WireGuard besteht das Risiko eventuell noch nicht erkannter Sicherheitsschwachstellen

Obwohl WireGuard als sehr stabil gilt, gab es in der Vergangenheit Berichte über Inkompatibilitäten, insbesondere im Zusammenspiel mit Windows 11 nach Updates. Diese Probleme scheinen teilweise auf Netzwerkkonfigurationen wie MTU-Einstellungen oder Interaktionen mit der Virtual Machine Platform zurückzuführen zu sein und wurden teilweise durch Updates behoben.

Es ist zudem wichtig zu verstehen, dass WireGuard primär ein VPN-Protokoll ist und keine integrierten Funktionen zur Anonymisierung bietet. Nutzer, die Wert auf Anonymität legen, kombinieren WireGuard häufig mit einem VPN-Dienst.

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