Baden-Württemberg fördert FTTx-Netz – Alcatel-Lucent liefert

In Sasbachwalden entsteht eines der modernsten Glasfasernetze

07.07.2010 | Redakteur: Ulrike Ostler

Mitte Mai haben die Bauarbeiten für das Glasfasernetz in Sasbachwalden begonnen; das Foto zeigt die Grabungen am Felsenweg; Bild: Sasbachwalden.de
Mitte Mai haben die Bauarbeiten für das Glasfasernetz in Sasbachwalden begonnen; das Foto zeigt die Grabungen am Felsenweg; Bild: Sasbachwalden.de

Alcatel-Lucent liefert für das Glasfasernetz der Gemeinde Sasbachwalden die Technik, um Triple-Play-Dienste (Fernsehen, Telefonie und schnelles Internet) mit Bandbreiten bis zu 100 Megabit pro Sekunde zu realisieren. In der Schwarzwald-Gemeinde kommt die kürzlich durch das FTTH-Council ausgezeichnete GPON-Technik von Alcatel-Lucent zum Einsatz.

Die Ende-zu-Ende-Produktauswahl umfasst die IP-Service-Aggregation-Plattform „Omni Switch 6850“ von Alcatel-Lucent und das GPON-System „7342“ (GPON = Gigabit Passive Optical Network) mit dem Access-Management-System „AMS“. Insgesamt versorgt das Netz 1.555 Haushalte in 648 Gebäuden verteilt auf 44 Straßen. Das rund 25 Kilometer lange Netz führt Glasfaserleitungen über konventionelle Gräben, Abwasserkanäle und Freiluftleitungen.

Die Gemeinde hat das Projekt selbst initiiert und zusammen mit einem Planungsbüro und in enger Abstimmung mit der Clearing-Stelle „Neue Medien im Ländlichen Raum“, die die Gemeinden in Baden-Württemberg bei der Breitbandversorgung berät, durchgeführt – von der ersten Idee bis zur Auswahl des Technologiepartners Alcatel-Lucent.

Roboter für die Verlegung der Glasfaser im Kanal; Bild: Sasbachwalden.de
Roboter für die Verlegung der Glasfaser im Kanal; Bild: Sasbachwalden.de

Das Vorhaben hat als Breitbandprojekt im ländlichen Raum Modellcharakter und wird mit Förderung des Landes Baden-Württemberg im Rahmen des Zukunftsinvestitionsprogramms des Bundes umgesetzt. Ziel des Modellprojekts ist es auch, neue Erkenntnisse für den Ausbau der Breitbandinfrastruktur im ländlichen Raum zu gewinnen.

Die Projektbewertung

Matthias Langendörfer, Key Account Manager Alcatel-Lucent Deutschland AG dazu: „Dieses Projekt hat in doppelter Hinsicht Pilotcharakter. Es zeigt zum einen, dass Kommunen beim Thema schnelles Internet selbst alle Karten in der Hand haben. Zum anderen beweist Sasbachwalden, dass FTTx-Projekte auch in ländlichen Gebieten wirtschaftlich tragbar sind.“

Valentin Doll, Bürgermeister von Sasbachwalden, stellt den Nutzen für die Gemeinde heraus: „Ein langersehnter Wunsch geht in Erfüllung. Wir mussten wegen der mangelhaften Internet-Anbindung in letzter Zeit einige Gewerbebetriebe ziehen lassen. Die Betriebe wechseln nicht selten in das benachbarte Elsaß auf die andere Rhein-Seite, wo schnelles Internet schon lange verfügbar ist. Auch für den Tourismus ist Breitband inzwischen ein wichtiger Standortfaktor: Sich als Seminar- oder Kongressanbieter zu vermarkten, ist heute ohne eine gute Internet-Anbindung nicht mehr möglich.“

Über FTTx-Lösungen

Um einen Glasfaseranschluss möglichst nahe zum Teilnehmer zu bringen, gibt es mehrere Lösungen. Mit FTTH (Fibre-to-the-Home) gelangt die Glasfaser direkt von einer Vermittlungsstelle bis zum Teilnehmeranschluss.

Und so sieht es im Kanal aus – vorne der vom Roboter verlegte Spannring, in den das Edelstahlrohr für das Glasfaserkabel (oben) eingebracht wird; Bild: Sasbachwalden.de
Und so sieht es im Kanal aus – vorne der vom Roboter verlegte Spannring, in den das Edelstahlrohr für das Glasfaserkabel (oben) eingebracht wird; Bild: Sasbachwalden.de

Mit FTTB (Fibre-to-the-Building) endet die Glasfaser im Keller eines Gebäudes. Von dort wird das Signal über die vorhandene Gebäudeverkabelung bis zur Anschlussdose geführt.

Bei FTTN (Fibre-to-the-Node) endet die Glasfaser in einem Schaltverteiler am Bordstein. Von dort werden die Signale über das Kupferkabel zum Teilnehmer geführt.

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