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Das transparente „Überall“-Netzwerk Hybrid Networks: Die moderne Art der Netzwerke

Von Thomas Bär und Frank-Michael Schlede 5 min Lesedauer

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Hybride Netzwerk-Architekturen ermöglichen es Unternehmen, Infrastrukturen am eigenen Standort und in Private-, Public- sowie Hybrid-Cloud-Infrastrukturen einzusetzen. Für die Anwender ist es dabei in der Regel nicht spürbar, dass sie mit ihren Anwendungen und Systemen häufig „hybrid“ unterwegs sind. Hybrides Netzwerken hat sich dabei zu einer Arbeitsweise entwickelt, die viele Vorteile bietet, aber auch Schwierigkeiten mit sich bringt.

Hybriden Netzwerken – also der Kombination aus On-Premises-, Public-Cloud und Hybrid-Cloud-Infrastrukturen – gehört die Zukunft.(Bild:  Maksym - stock.adobe.com)
Hybriden Netzwerken – also der Kombination aus On-Premises-, Public-Cloud und Hybrid-Cloud-Infrastrukturen – gehört die Zukunft.
(Bild: Maksym - stock.adobe.com)

Sowohl Analysten als auch viele Anbieter von Netzwerklösungen setzen heute auf hybride Netzwerke. Versprechen ihnen diese doch eine gute Ausgewogenheit zwischen lokaler Kontrolle und der Flexibilität, die von der Cloud geboten wird. Durch die Verbindung verschiedener Netzwerktypen sollen hybride Netzwerke dabei helfen, Latenzzeiten zu minimieren, den Datenverkehr zu optimieren und eine möglichst nahtlose Integration von Anwendungen und Diensten zu ermöglichen.

Einige Analysten und Experten machen dabei einen Unterschied zwischen einem hybriden Netz und einer hybriden Netzwerk-Infrastruktur: Nach ihrer Überzeugung beinhaltet ein (hybrides) Netz die gesamte übergreifende Datenstruktur mitsamt Hard- und Software, Anwendung und der Übertragung. Die Netzwerk-Infrastruktur sehen sie dabei nur als eine Teilmenge des eigentlichen Netzes an, die sich hauptsächlich auf die rein physischen Elemente wie die Verkabelung bezieht. Eine einfache, aber sicher zutreffende Beschreibung fasst dies folgendermaßen zusammen: Ein hybrides Netz besteht aus zwei oder auch mehreren verschiedenen Netzwerken und ihren Verbindungen.

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(Hybride) Netzwerke sind komplex

Die Analysten des US-amerikanischen Unternehmens Futorium, das auf Cloud-Technologien spezialisiert ist, haben für ihren 2024-Report eine Reihe von IT-Spezialisten in den USA und Europa zu ihren größten Herausforderungen gefragt, wenn es um die Verwaltung der Verbindungen ihrer Unternehmensnetzwerke mit WAN-Lösungen geht. Noch vor dem immer hochproblematischen Thema Kosten nannten knapp 42 Prozent der Befragten die Komplexität bei der Verbindung verschiedener Netzwerk-Domänen als ein großes Problem. Auch die Stichworte „Cloud“, „Branch“ oder auch „Wireless“ wurden in diesem Zusammenhang immer wieder genannt.

Nun kann oder will nicht jedes Unternehmen eine Public Cloud in die eigene Netzwerk-Infrastruktur integrieren: In vielen Bereichen der öffentlichen Verwaltung, des Gesundheitswesens und bei Banken ist es zumeist aus Datenschutzgründen oder aufgrund von regulatorischen Bestimmungen nicht möglich, eine solche hybride Lösung einzusetzen. Die IT-Verantwortlichen aller anderen Unternehmen sollten auf jeden Fall den Einsatz einer hybriden Netzwerklösung in ihre Überlegungen einbeziehen. Gerade in Geschäftsumfeldern, in denen es die IT-Abteilung oft mit dynamischen und häufig wechselnden Workloads zu tun hat, kann die Kombination von Public Cloud, auf der die dynamischen Teile abgearbeitet werden, mit einem On-Premises-Rechenzentrum vorteilhaft sein.

Alles dreht sich um die Verbindungen

Beim Hybrid-Cloud-Computing geht es um den Austausch von Informationen zwischen Onsite- und Offsite-Plattformen. Dabei ist die Interkonnektivität zwischen den Plattformen ein essenzieller Faktor. Neben der Virtualisierung der Daten spielen dabei die verbindenden Tools und Protokolle eine entscheidende Rolle. Dazu zählen Application Programming Interfaces (API), virtuelle private Netzwerke (VPN) und auch Wide Area Networks (WAN).

IT-Mannschaften stehen jedoch bei den Verbindungen zu und in einer Hybrid-Cloud vor einem grundsätzlichen Problem: Sie besitzen bei deren Einsatz keine direkte Kontrolle über die Architektur der eingesetzten Public Cloud. Deshalb gilt es, die entsprechend geeignete Hardware im eigenen Rechenzentrum einzusetzen: Dazu gehören unter anderem entsprechende Server- und Speicher-Systeme sowie ein passendes LAN und Geräte wie Loadbalancer für die Zugriffe. Ebenso ist eine sichere, stabile und zuverlässige Verbindung zwischen den lokalen Ressourcen im eigenen Rechenzentrum und/oder der Private Cloud und den verwendeten Public Clouds einer der entscheidenden Faktoren. So kann dann ein hybrides Netzwerk, besonders wenn es sich um eine hybride Cloud handelt, auch ernsthafte Probleme beim Betriebs- und Netzwerkmanagement auslösen. Die Konfiguration der möglichst effizienten Verbindungen erfordert umfangreiches Fachwissen und kann rasch sehr komplex werden. Das gesamte Betriebsmanagement einer solchen Architektur kann von der IT-Mannschaft sehr viel mehr Kenntnisse und Fähigkeiten fordern.

Sicherheit und Verwaltung hybrider Netzwerke

Eine Herausforderung besteht darin, dass alle Teile des hybriden Netzwerks sicher sein sollen. Für IT-Verantwortliche und die Administratoren ergibt sich aus der doppelten Ausgestaltung eine Herausforderung: Statt nur die internen und eher wohlbekannten On-Premises-Strukturen ganz traditionell abzusichern, auf dem Stand zu halten und zu betreuen, erweitert sich diese Aufgabe auf die Systeme der hybriden Struktur. Zu den Problemen, die sich daraus ergeben, gehören unter anderem die Integration und das Management verschiedener Plattformen, die Sicherstellung der Sicherheit über verschiedene Umgebungen hinweg, die Einhaltung von Compliance-Vorschriften, die Optimierung der Kosten und die Verwaltung der Leistung.

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Dabei sollten Netzwerkmanagement-Tools auch in Hybrid-Networking-Umgebungen die kritischen Aspekte abdecken. Das betrifft die Bereiche Administration, Network Provisioning, Wartung/Maintenance, Betrieb/Operations, Sicherheit und Automatisierung. Wie so oft verschwimmen die Aspekte der Netzwerkbetreuung mit den Überwachungs- und Verwaltungsaufgaben von Serversystemen im Allgemeinen.

Unerlässlich in der aktuellen Bedrohungslandschaft ist dabei die so genannte Cyber-Resilienz. Laut einer Definition von IBM ist das die Fähigkeit einer Organisation, Cybersicherheitsvorfälle zu verhindern, ihnen standzuhalten und sich davon zu erholen. Dabei sind fortschrittliche Technologien zur Erkennung von Cyberbedrohungen und die Integration von Cybersicherheitssystemen in die Speicherinfrastruktur entscheidend, um die Resilienz gegen Cyberangriffe zu erhöhen und die Sicherheitslage eines Unternehmens zu verbessern. Das bedeutet auch, dass hybride Multi-Cloud-Umgebungen robuste Sicherheitsmaßnahmen enthalten müssen, um Daten zu schützen, ganz gleich, wo sie sich befinden.

Ein weiterer wichtiger Begriff in diesem Zusammenhang ist die Observability. Das ist die Fähigkeit, den internen Zustand eines Systems durch das Erfassen und Analysieren seiner externen Outputs zu verstehen. Observability bezieht sich insbesondere auf die Überwachung und das Verständnis von komplexen IT-Systemen, wozu auch hybride Netzwerk-Infrastrukturen zählen.

Dazu zählt auch die typische Auswertung von Telemetriedaten, um die Performance verteilter Systeme zu verbessern. Das amerikanische Unternehmen Splunk fasst in einem Beitrag zusammen, dass zum Erreichen von Observability drei Arten von Telemetriedaten genutzt werden: Metriken, Logs und Traces. Sie helfen dabei, detaillierte Einblicke in verteilte Systeme zu erhalten und ermöglichen es den IT-Teams, die Kernursache eines breiten Spektrums von Problemen zu ermitteln und auf diese Weise die Performance der Systeme zu verbessern.

Die Integration externer Ressourcen und die Gewährleistung von Cyber-Resilienz sind weitere Schlüsselelemente für den Erfolg in der komplexen Welt des Hybrid-Networking und der Verwaltung hybrider Umgebungen. Für die IT-Mannschaften gilt es dabei, klassisches Monitoring weiter gefasst zu denken und mit der Observability auf einen ganzheitlichen Ansatz bei der Beobachtung von IT-Lösungen und -Anwendungen zu setzen.

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