Die Regionalregierung Andalusiens modernisiert eines der größten Verwaltungsnetze Europas mit SD-WAN und integrierter Cybersecurity. Über 10.000 Standorte wurden innerhalb weniger Monate bei laufendem Betrieb umgestellt. Das Projekt zeigt, wie sich komplexe Behördennetze konsolidieren, absichern und für digitale Bürgerdienste öffnen lassen.
Die SD-WAN-Architektur der Regionalregierung Andalusiens könnte als mögliche Blaupause für die Modernisierung großer Verwaltungsnetze in Deutschland dienen.
(Bild: Teldat)
Die Diskussion um die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung auf Bundes- und Landesebene hat in Deutschland in den vergangenen Jahren an Dynamik gewonnen. Spätestens mit der Einrichtung des ersten Digitalministeriums der Bundesrepublik und dem erklärten Ziel „Durchbruch für Deutschland“ im Frühjahr 2025 rückten Struktur, Tempo und Umsetzbarkeit digitaler Vorhaben stärker in den Fokus.
Doch wie steht es um die konkrete Umsetzung digitaler Projekte? In der Praxis zeigt sich, dass viele Digitalisierungsprojekte vor erheblichen Herausforderungen stehen. Darauf verweisen auch ein aktuelles EU-Digitalisierungsranking des Branchenverbandes Bitkom (Deutschland liegt hier im Mittelfeld, u.a. auch hinter Staaten wie z.B. Spanien und Portugal) sowie der Bericht zur Lage der IT-Sicherheit des BSI. Die dort aufgeführten Cybersecurity-Risiken machen den Ausbau sicherer digitaler Strukturen – nicht zuletzt mit Blick auf kritische Infrastruktur – noch dringlicher.
SD-WAN als technologische Antwort auf verteilte Verwaltungsstrukturen
In diesem Kontext gewinnt SD-WAN (Software-Defined Wide Area Network) immer mehr an Bedeutung. Dabei handelt sich um eine seit wenigen Jahren verfügbare Netzwerktechnologie, die auf Basis verschiedener Dienste wie u.a. MPLS, LTE/5G und Internet mit (oft KI-basierter) Software eine Vielzahl von Standorten einer Organisation intelligent miteinander verbindet und damit u.a. auch für Cloud-Anwendungen essentiell ist. SD-WAN wird über eine zentrale Steuerung und eine Oberfläche verwaltet und integriert seine Sicherheitsfunktionen direkt in die Architektur des Netzwerks.
Die Vorteile: schnellere Datenströme, mehr Effizienz, optimierter Austausch zwischen diversen Peripheriegeräten und zentrale, einheitliche Kontrolle auch komplexer Netzwerke. International ist SD-WAN vor allem bei Organisationen mit vielen Niederlassungen etabliert, in Deutschland erfolgt der Einsatz bislang zurückhaltender.
Das liegt auch an der hiesigen, für ausländische Beobachter sehr deutsch wirkenden Debatte über die Sicherheit von SD-WAN. Eine weitere Herausforderung – gerade für die öffentliche Verwaltung – ist die Transformation bestehender, meist veralteter Netzwerke in eine SD-WAN basierte Netzarchitektur. Hinzu kommt die mittlerweile unüberschaubare Vielzahl von Anbietern für SD-WAN Hard- wie auch Software.
Vor diesem Hintergrund stellt sich die Fragen: Wie kann SD-WAN dabei helfen, die Digitalisierung dezentraler, öffentlicher Verwaltungen in Deutschland spürbar zu beschleunigen und sicherer zu machen?
Ein Großprojekt als Referenzfall für den öffentlichen Sektor
Ein konkretes Beispiel liefert ein großangelegtes SD-WAN-Projekt in Spanien, das von Teldat für die Regionalregierung Andalusiens umgesetzt wurde. Die Implementierung zählt zu den umfangreichsten SD-WAN-Projekten im öffentlichen Sektor in Europa und zeigt, wie sich bestehende Verwaltungsnetze schrittweise modernisieren lassen. Damit kann das Projekt auch als Blaupause für deutsche Bundes- und Landesverwaltungen dienen.
Teldat entwickelt seit den 1980er-Jahren Netzwerk- und Sicherheitslösungen und ist insbesondere im Umfeld öffentlicher Einrichtungen, kritischer Infrastrukturen sowie im Finanz- und Mobilitätssektor aktiv. Das Unternehmen wurde in verschiedenen Marktanalysen eingeordnet und trägt ein europäisches Herkunftslabel für Cybersecurity-Produkte.
Die autonome Region Andalusien (Hauptstadt: Sevilla) im Süden Spaniens ist mit knapp neun Millionen Einwohnern die bevölkerungsreichste Region des Landes und in der Fläche um ein Drittel größer als Bayern. Das breite Aufgabenspektrum der andalusischen Regionalregierung und ihrer Verwaltung ist vergleichbar mit denen einer deutschen Landesregierung. Und ähnlich wie etwa das bayerische Staatsministerium für Digitalisierung (übrigens das erste seiner Art in der Bundesrepublik) mit seinen nachgeordneten Behörden hat auch die Regionalregierung in Andalusien einen zentralen digitalen Akteur, die „Red Corporativa de Telecomunicaciones de la Administración de la Junta de Andalucía (RCJA)“. Dieser setzt die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung um und ist auch Betreiber ihrer Netzwerke.
Stand: 08.12.2025
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Ähnlich wie in deutschen Flächen-Bundesländern stellt die ländlich geprägte Region Andalusien besondere Herausforderungen an die öffentliche Verwaltung in puncto Funktionen, Service und Verfügbarkeit vor Ort. Und genau wie in Deutschland gelten für das Verwaltungsnetzwerk spezifische Anforderungen – erhöhte Sicherheit (da hier mit sensiblen Personendaten der Bürger/innen gearbeitet wird), strenge regulatorische und Datenschutzvorschriften, unterschiedlich gewichtete Netzwerk(sicherheits)zonen, die schrittweise Migration bestehender, älterer Netzwerke in SD-WAN und nicht zuletzt Skalierbarkeit, da sich Anforderungen und Größe von Verwaltungseinheiten z.B. dem demographischen Wandel anpassen lassen müssen.
Ein Netz dieser Größenordnung modernisieren
Die andalusische Regionalregierung betreibt seit 25 Jahren eines der größten öffentlichen Netzwerke Spaniens mit über 10.000 Standorten, rund 13.000 Routern und einer hochkomplexen Struktur, an die mehr als 95 öffentliche Einrichtungen wie etwa Gesundheits-, Bildungs- und Verwaltungsbehörden angeschlossen sind.
Für Teldat bestand die grundlegende Aufgabe darin, das Netzwerk nicht nur auf SD-WAN zu ertüchtigen, sondern dieses vor allem für internetbasierte Bürgerservices fit zu machen. Zusätzliche Anforderungen dürften auch deutschen Verwaltungsfachleuten bekannt vorkommen: Es galt, die bestehenden Router weiter zu nutzen und in ein neues zentrales Management zu integrieren. Zusätzlich musste die Umstellung innerhalb eines engen Zeitrahmens erfolgen, ohne den laufenden Verwaltungsbetrieb zu unterbrechen.
Um all diese Ziele zu erreichen, bedurfte es einer ganzheitlich angelegten Gesamtlösung, d.h., einerseits musste die bestehende Netzwerk-Technologie aufgerüstet werden, andererseits musste dieser Modernisierungsschritt um zusätzliche Komponenten und Software ergänzt werden, sodass am Ende eine vollständige Umstellung auf eine moderne SD-WAN-Architektur erfolgen konnte.
Zentral gesteuertes SD-WAN mit Hub-Cluster in den Rechenzentren, abstrahiertem Underlay (Internet/MPLS) und integrierter XDR-Ebene für Betrieb und Sicherheit.
(Bild: Teldat)
Die Umsetzung basierte auf einer umfassenden Modernisierung der bestehenden Infrastruktur – mit einem Hub-Cluster im Zentrum für höhere Datengeschwindigkeit und operative Effizienz, ferner zentral verwaltet und vollständig kontrolliert über eine einzige Schnittstelle. Kern der Architektur bildete ein Cluster aus Teldat SDE-28K-Hubs mit einer Übertragungskapazität von 100 Gbit/s, die redundant auf zwei Rechenzentren der Verwaltung verteilt sind.
Ferner wurden alle vorhandenen Endgeräte aufgerüstet – das ermöglicht die Verwaltung von über 200 VRFs – eine besondere Anforderung der andalusischen Regierung angesichts der großen Zahl an Standorten und unterschiedlichen Benutzerprofilen. Darüber hinaus bietet das SD-WAN erweiterte Verwaltungsfunktionen, wie z.B. die Möglichkeit, Sprach- oder sensible Datenübertragungen zu priorisieren.
Eine zentrale Bedeutung bei SD-WAN Projekten kommt der Sicherheit des Netzwerks zu – denn je höher die Zahl der Schnittstellen, angeschlossenen Peripheriegeräte, User sowie die Integration internetbasierter Dienste, desto größer die Zahl potenzieller Angriffspunkte.
Teldat implementierte daher über die integrierten Cybersecurity-Funktionen des SD-WAN-Overlays hinaus eine dedizierte XDR-Lösung – Teldat be.Safe XDR. XDR (Extended Detection and Response) ist eine Cybersecurity-Lösung, die diverse Datenquellen (u.a. Netzwerk selbst, Endpunkte, Cloud-Dienste, E-Mails) KI-basiert oder automatisiert analysiert und Bedrohungen unmittelbar bekämpfen kann: Damit bietet diese Lösung nicht nur wichtige Diagnose- und Analysefunktionen, um Leistung, Datenfluss und kontinuierliche SD-WAN-Optimierung sicherzustellen, sondern liefert die Basis für die komplette Netzwerksteuerung. So können die Administratoren mit wenigen Clicks über eine einzige Schnittstelle alle eingesetzten Geräte verwalten – in diesem Fall Teldat-Router mit bis zu 8 Switch-Ports, die Kupfer-, Glasfaser- und 4G/5G-Mobilfunkverbindungen unterstützen.
Konsolidierte Netze für einen stabileren Verwaltungsbetrieb
Bessere Konnektivität, optimierter Datenverkehr, ein agiles und sicheres Netzwerk für eine moderne, effiziente Verwaltung: Die Lösung beschleunigt und vereinfacht Verwaltungsvorgänge und verbessert die Kommunikationsleistung intern wie exten gegenüber den Bürger/innen durch sicheren Zugriff auf Ressourcen in jeder Umgebung. Dabei erfüllt das SD-WAN Netzwerk Andalusiens nicht nur die derzeitigen, unmittelbaren Anforderungen der Regionalregierung, sondern schafft auch die Grundlagen für die Zukunftsfähigkeit des Netzwerks.
Darüber hinaus schützt die Integration von Be.Safe XDR vor Cyber-Bedrohungen, gibt dem Benutzer die Kontrolle zurück und unterstützt strategische Entscheidungen: Für die IT der Verwaltung bedeutet das mehr Transparenz und Kontrolle in der gesamten technologischen Umgebung.
Antonio Garcia Romero.
(Bild: Teldat)
Über den Autor
Antonio Garcia Romero ist CEO vom spanischen Netzwerktechnologieanbieter Teldat. Er verfügt über mehr als 15 Jahre Erfahrung im Technologiesektor, unter anderem bei Philips und IBM, mit Schwerpunkt auf Netzwerkinfrastrukturen, Cloud-Anbindung und Cybersecurity.
Warum das Projekt auch für Unternehmen relevant ist
Die in Andalusien umgesetzte SD-WAN-Architektur adressiert typische Enterprise-Anforderungen: zentrale Policy-Steuerung bei dezentralen Standorten, Betrieb heterogener Underlays (MPLS, Internet, Mobilfunk) sowie Migration bestehender Router-Infrastrukturen ohne Netzunterbrechung.
Der Einsatz eines zentralen Hub-Clusters, die Segmentierung über VRFs und die Integration von Security-Funktionen bis hin zu XDR entsprechen gängigen Designmustern moderner Unternehmensnetze. Damit ist das Projekt auch für Konzerne mit filialisierten Strukturen, hybriden Cloud-Umgebungen und hohen Verfügbarkeitsanforderungen übertragbar.