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Flexible Upgrades bestehender HFC-Netze DOCSIS 4.0 und D3.1 Enhanced treiben Netzaufrüstung voran

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

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Die Evolution der DOCSIS-Technologie schreitet voran: Netzbetreiber profitieren 2025 von einer flexiblen Migrationsstrategie, die sowohl DOCSIS 4.0 als auch D3.1 Enhanced umfasst. Während ESD und FDx neue Performance-Maßstäbe setzen, bietet D3.1E eine wirtschaftliche Zwischenlösung.

Netzbetreiber stehen 2025 vor einem technologischen Wandel: DOCSIS 4.0, D3.1 Enhanced und neue Hochfrequenzlösungen ermöglichen flexible und wirtschaftliche Upgrades bestehender HFC-Netze. (Bild:  KI-generiert)
Netzbetreiber stehen 2025 vor einem technologischen Wandel: DOCSIS 4.0, D3.1 Enhanced und neue Hochfrequenzlösungen ermöglichen flexible und wirtschaftliche Upgrades bestehender HFC-Netze.
(Bild: KI-generiert)

Mit der Weiterentwicklung hybrider Glasfaser- und Koaxialnetze (HFC) stehen Netzbetreiber 2025 vor einem technologischem Wendepunkt. DOCSIS 4.0 stellt eine bedeutende Weiterentwicklung dar, die erstmals zwei parallel existierende Ansätze vereint: Extended Spectrum DOCSIS (ESD) und Full Duplex DOCSIS (FDx). Während ESD auf erweiterte Frequenzbereiche setzt und mit OFDM-Subträgern hohe Bandbreiten bei niedriger Latenz realisiert, ermöglicht FDx symmetrische Geschwindigkeiten für Up- und Downstream – eine essenzielle Eigenschaft für interaktive Anwendungen wie Videokonferenzen oder Cloud-Services.

Die Herausforderung für Provider liegt in der Wahl des passenden Ansatzes. Beide Varianten sind Teil von DOCSIS 4.0, aber aufgrund technischer Spezifikationen nicht interoperabel. Dennoch profitieren Betreiber von einer einheitlichen Technologieplattform, die sowohl ESD als auch FDx integriert. Kein Unternehmen würde damit in einer infrastrukturellen Sackgasse landen, betont CommScope. Dadurch sollen Netzbetreiber strategisch entscheiden können, welche Implementierung besser zu ihren Anforderungen passt.

D3.1 Enhanced als Übergangslösung

Nicht alle Netzbetreiber seien bereit oder in der Lage, sofort auf DOCSIS 4.0 umzustellen, betont CommScope. Hier setze D3.1 Enhanced (D3.1E) an, das mittels CMTS-Software-Upgrades und modernisierten CPEs die Downstream-Leistung deutlich steigert. Zusätzliche OFDM-Kanäle erweitern die bestehende DOCSIS-3.1-Infrastruktur und ermöglichen eine Bandbreite von bis zu acht Gbit/s im Downstream.

Diese kosteneffiziente Option erweise sich insbesondere für Tier-2- und Tier-3-Provider als attraktiv, die hohe Vorabinvestitionen vermeiden wollen. Betreiber, die noch nicht auf DOCSIS 4.0 umsteigen können oder wollen, erhielten damit eine Möglichkeit, leistungsstarke Netze bereitzustellen, ohne in vollständig neue Infrastrukturen investieren zu müssen.

HFC-Netze vs. FWA: Wettbewerb um Bandbreite

Netzbetreiber stehen nicht nur vor internen Technologieentscheidungen, sondern auch in direkter Konkurrenz zu alternativen Zugangsnetzen. Besonders Fixed Wireless Access (FWA) hat sich in den letzten Jahren als ernstzunehmender Mitbewerber im Breitbandmarkt etabliert. Die Kombination aus 5G und FWA erlaubt es Mobilfunknetzbetreibern, Hochgeschwindigkeitsverbindungen mit niedriger Latenz bereitzustellen.

Dennoch bleibt HFC durch DOCSIS 4.0 im Vorteil. Die symmetrischen Up- und Downstream-Raten erreichen weitaus höhere Werte als FWA, dessen Bandbreite durch die begrenzte Verfügbarkeit von Frequenzspektren eingeschränkt ist. Zudem ist die Skalierbarkeit von HFC-Netzen durch Upgrades an Verstärkern und Frequenzsplits gegeben, ohne dass tiefgreifende infrastrukturelle Eingriffe erforderlich sind. Die symmetrischen Upstream- und Downstream-Geschwindigkeiten von DOCSIS 4.0 bewegen sich auf einem wesentlich höheren Level als die, die derzeit mit FWA möglich sind, stellt CommScope fest.

2025 wird ein entscheidendes Jahr für Netzbetreiber. Die Weichen für ein einheitliches DOCSIS 4.0 sind gestellt, doch die Migrationswege unterscheiden sich. Während einige Betreiber auf den direkten Sprung zu DOCSIS 4.0 setzen, nutzen andere D3.1E als Übergangstechnologie. Gleichzeitig sorgt die wachsende Zahl an Lösungsanbietern für eine verstärkte Marktdynamik.

Unabhängig von der gewählten Strategie bleibt das Ziel klar: HFC-Netze weiterzuentwickeln, um auch langfristig gegen konkurrierende Technologien wie FWA bestehen zu können. Mit DOCSIS 4.0 und seinen unterschiedlichen Implementierungsoptionen erhalten Netzbetreiber eine technologische Grundlage, um ihre Infrastruktur effizient und zukunftssicher zu gestalten.

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