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Kürzere Bauzeiten und niedrigere Baukosten Glasfaserausbau: Bis 2030 flächendeckend Anschlüsse

Von Hendrik Härter 2 min Lesedauer

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Mit der DIN-Norm 18220 will die DKE für kürzere Bauzeiten und niedrigere Baukosten beim Legen von Glasfaserkabeln sorgen. Denn bis 2030 soll in Deutschland jeder Haushalt flächendeckend einen Glasfaseranschluss erhalten.

Glasfaseranschluss: Bis 2030 soll jeder Haushalt in Deutschland über einen Glasfaseranschluss verfügen. Auf dem Weg dahin sind kürzere Bauzeiten und niedrigere Baukosten nötig.(Bild:  Rosy /  Pixabay)
Glasfaseranschluss: Bis 2030 soll jeder Haushalt in Deutschland über einen Glasfaseranschluss verfügen. Auf dem Weg dahin sind kürzere Bauzeiten und niedrigere Baukosten nötig.
(Bild: Rosy / Pixabay)

Die Gigabitstrategie der Bundesregierung besagt, dass es bis zum Jahr 2030 flächendeckend Glasfaseranschlüsse bis ins Haus überall dort geben soll, wo Menschen leben und arbeiten. Bis 2025 soll die Zahl der Anschlüsse demnach bereits drei Mal so hoch sein. Dem entgegen stehen aufwändige Legeverfahren, Unklarheiten bei der Auswahl und Montage von Netzelementen sowie der allgegenwärtige Fachkräftemangel.

Die DKE (Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik in DIN und VDE) schafft mit aktuellen Normen und Leitlinien auf drei Ebenen die technische und fachliche Grundlage. „Ob es um die Nutzung von Home Office in Stadt und Land geht oder um Streaming medialer Inhalte: Deutschland braucht den Glasfaserausbau, um international mitzuhalten. Darauf zielt unsere Arbeit ab,“ erklärt Normungsmanager Thomas Sentko von der DKE.

Alternative Möglichkeiten, Glasfaser zu verlegen

Derzeit wird häufig klassischer Tiefbau eingesetzt, um Leerrohre und Glasfaserkabel in einer Tiefe von etwa 60 cm zu legen. Der Haken: hoher zeitlicher Aufwand, eine Störung des Straßenverkehrs und hohe Kosten. Alternative Legeverfahren wie Trenching-, Fräs- und Pflugverfahren hingegen arbeiten mit mindertiefen Schlitzen und Leitungsgräben, die in den Asphalt gesägt oder gefräst werden. Der Arbeitszeit reduziert sich von Tagen auf Stunden, die Belastung für Anwohner und Straßenverkehr ist minimal, und die Kosten sinken.

Bereits 2019 hatte die DKE angeregt, dass eine Norm für diese Legeverfahren die behördlichen Genehmigungsverfahren positiv beeinflussen und den Glasfaserausbau beschleunigen würde. Basierend auf einer Vorlage, die DKE mit verschiedenen Experten erarbeitet hat, wird nun Ende Juli die DIN 18220 veröffentlicht. Sie beschreibt die Verfahren für Schlitze und Leitungsgräben in unterschiedlicher Tiefe, für das Legen der Glasfasermedien und die Wiederherstellung der Straße und schafft Klarheit für alle Beteiligten.

Mehr Sicherheit beim Glasfaserausbau

Einheitliche Vorgaben für die zu verwendenden Materialien sind ein weiterer Schritt, um beim Glasfaserausbau für Schnelligkeit, Transparenz und somit auch für technische Sicherheit zu sorgen. Die im April 2023 veröffentlichte VDE Leitlinie 0800-720 befasst sich mit den Materialanforderungen an die Elemente, die für den standardisierten Ausbau von Glasfasernetzen Einsatz finden. Im Fokus steht der Bereich zwischen Rechenzentrum und Hausübergabepunkt, im Markt als Netzebene 3 bezeichnet.

Für Anwender ist somit ein klarer Rahmen gesetzt, wie beispielsweise Verteilergehäuse, Mikrorohre oder Muffen beschaffen sein müssen, damit die Ausbaumaßnahmen alle technischen Anforderungen erfüllen. Konkrete Hilfestellungen bei der Auslegung von Breitbandnetzen für Stadtwerke, Netzbetreiber, Projektträger und Installationsunternehmen sind ebenfalls in der Leitlinie enthalten.

Vereinfachte Genehmigungen gefordert

Die Telekommunikationsbrache sieht den Ausbau des Breitbandnetzes als eine Marathonaufgabe. Srini Gopalan, Chef von Telekom Deutschland, sagte, beim Breitbandausbau handele es sich um ein Marathonlauf, für den man einen langen Atem benötige. Auf der Marathonstrecke stünden aber Hürden, die aus dem Weg geräumt werden müssten.

Für den Ausbau des Breitbandnetzes müssten nach Ansicht von Telefonica Deutschland und Vodafone Deutschland auch die großen Internetkonzerne wie Google, Netflix und Amazon mit ins Boot geholt werden und sich an den Ausbaukosten beteiligen.

Dieser Beitrag stammt von unserem Schwesterportal Elektronikpraxis.

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