Mit On-Demand-Verbindungen erleichterte die Berlinale Filmschaffenden aus Asien die Anlieferung von Wettbewerbsbeiträgen. Colt Technology Services war an der Umsetzung maßgeblich beteiligt. Ruth Welter erläutert das Projekt und zieht Parallelen zu den Bedürfnissen multinationaler Unternehmen.
Ruth Welter von Colt Technology Services erläutert, wie On-Demand-Services auf der Berlinale für ausreichend Bandbreite sorgen – und wie das auch bei Unternehmen gelingen kann.
(Bild: Colt)
Wie kommen Filme ins Kino? Was früher der Postversand und Kuriere erledigten, funktioniert mittlerweile digital. Doch auch digitale Übertragungswege können Hürden bieten, was die Datensicherheit und den Zeitaufwand angeht. Eine zuverlässige Netzwerkinfrastruktur spielt daher auch für Filmproduzenten eine immer bedeutendere Rolle.
Dies zeigte sich gerade in extremer Ausprägung auf der jüngsten Berlinale, dem größten Publikumsfilmfestival der Welt. Denn bis zur letzten Sekunde laufen bei den Filmproduzenten letzte Arbeiten an ihren Werken und viele Beiträge erreichen die Berlinale buchstäblich auf den letzten Drücker.
Einreichungserfahrung optimieren
Die Zeit, die für die Einreichung bzw. elektronische Übermittlung der Beiträge eingeplant werden muss, geht aktuell meist noch auf Kosten der Arbeit am Film. Denn nicht selten ist die IT der Studios blockiert, während der Datentransfer auf die Zielserver läuft. Die Herausforderung potenziert sich, wenn die Übertragungen über das Internet laufen und sich der Server am anderen Ende der Welt befindet.
Das wollten die Internationalen Filmfestspiele Berlin (Berlinale) ändern und teilnehmenden Filmemachern die Beitragseinreichungen erleichtern – und so weltweit möglichst gleiche Einreichungsbedingungen schaffen. Insbesondere dort, wo stabile Bandbreitenkapazitäten nicht immer gegeben sind.
Dazu setzten die Veranstalter der Berlinale bei der 73. Auflage des Festivals erstmals dedizierte On-Demand-Verbindung ihres Netzwerkpartners Colt ein, um die Filmdaten insbesondere aus dem asiatischen Raum sicher und schnell nach Berlin zu transportieren. Der Service erweitert den bisherigen High Bandwidth Service von Colt, eine direkte 10-Gigabit-Leitung zwischen den Berlinale Servern und dem zentralen Internetknoten DE-CIX in Frankfurt, der von Studios aus aller Welt für den Upload verwendet wird.
„Uns ist es wichtig, den Filmproduzenten die Anlieferung möglichst einfach zu machen und gleiche Bedingungen zu schaffen. Die Produzenten haben dann mehr Zeit für den Film und wir mehr Flexibilität, um auf mögliche Probleme mit den Filmdaten zu reagieren. Colt ist als globaler Anbieter digitaler Infrastruktur der ideale Partner, da wir den Service weltweit einheitlich ermöglichen möchten“, erklärt Ove Sander, Technischer Leiter Digitales Kino bei der Berlinale.
On Demand – Flexible und skalierbare Bandbreiten
Netzwerke müssen immer flexibler werden. On Demand Services sind die Antwort moderner Netzwerkanbieter auf das Bedürfnis von Unternehmen, ihre Bandbreite bedarfsgerecht und situativ zu steuern. Die Berlinale ist in ihrem Use Case vergleichbar mit global aufgestellten Unternehmen, die über ihre Standorte hinweg einen zuverlässige Datenaustausch ermöglichen möchten, der im Tages- oder Jahresverlauf besondere Lastspitzen hat.
On Demand Services basieren auf Software-Defined Networking (SDN) und ermöglichen die volle Kontrolle über das Netzwerk. Die Bandbreite einzelner Verbindungen kann über ein Portal per einfachem Mausklick minutenschnell und nahezu in Echtzeit von Administratoren erhöht oder verringert werden. Auch über längere Zeiträume kann die Bandbreitenkapazität entsprechend der Phasen der Netzwerknutzung effizient reguliert werden.
Die meiste Zeit des Jahres ist der Bedarf auch bei der Berlinale niedrig. Zur Vorauswahl, ein paar Monate vor dem Festival, erhöht die Berlinale dann die Kapazitäten etwas. Zur Einreichung steigert sich der Bedarf dann noch einmal bis zur vollen Kapazität während der Festivaltage. In dieser Zeit werden bei rund 2.200 Vorführungen rund ein Petabyte Filmdaten über das Netzwerk übertragen. Danach wird die Bandbreite wieder herunterreguliert bis zur nächsten Vorauswahlphase.
Doch das Technikteam der Berlinale hat die flexible Steuerung weitergedacht: Bereits seit 2018 wird sie über eine Schnittstelle (API) zu ihren eigenen Systemen automatisiert. Während des Festivals können so die benötigten Bandbreiten zu den unterschiedlichen Kinos dem jeweiligen Bedarf angepasst werden.
On-Demand-Verbindungen auf dedizierten Leitungen haben neben der Flexibilität den Vorteil, dass die Übertragungsqualität und der Datendurchsatz im Gegensatz zum öffentlichen Internet vorhersagbar sind. Hinzu kommt die hohe Datensicherheit. Für Filmproduzenten macht das die Filmanlieferung planbar und effizient, sodass mehr Zeit für den Feinschliff bleibt.
Stand: 08.12.2025
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Schematische Darstellung der Filmanlieferung aus Asien für die Berlinale 2023.
(Bild: Colt)
On Demand der nächsten Generation: Zusätzliche „Boost-Funktion“
Filmschaffende aus der APAC-Region laden ihre Werke über das Internet auf einen Berlinale Server in einem Rechenzentrum in Singapur hoch. Von dort stellt Colt über das eigene Ethernet eine Ende-zu-Ende-On-Demand-Verbindung zwischen dem Rechenzentrum und dem Colt Knoten in Berlin her, wo sich die Filmserver der Berlinale befinden. Das Berlinale Technikteam beauftragt dazu einen so genannten DC Cross Connect im Rechenzentrum in Singapur über das On-Demand-Portal von Colt, der den Server mit dem Endgerät verbindet.
Zur Übertragung der Daten nutzt die Berlinale die Funktion „Bandwidth Boost“. Darüber kann die Bandbreitenkapazität zwischen 10 Mbit/s und bis zu 1 Gbit/s flexibel dem Bedarf nach skaliert werden. Grundsätzlich sind mit der „Boost“-Option Datenraten von bis zu 10 Gbit/s möglich. Unternehmen, die wie die Berlinale den Booster nutzen, können damit noch flexibler auf Bandbreitenanforderungen reagieren, die über ihrer vertraglich vereinbarten Kapazität liegen – und das, ohne den Tarif dauerhaft zu erhöhen. Der Boost kann ebenfalls in Echtzeit über das On-Demand-Portal realisiert werden. Sogar nur für eine Stunde, wenn nötig.
Flexible Netzwerkservices nicht nur als Schlüssel für das digitale Kino
Damit Kultur sichtbar und erlebbar wird, braucht es zunehmend auch die richtige digitale Infrastruktur. Darin liegt der Schlüssel für die Filmbranche, in der sich die filmischen Möglichkeiten mit 3D und Special Effects immer weiterentwickeln. Doch auch das digitale Handling wird damit immer anspruchsvoller.
Als Early Adopter in der Festivallandschaft hat die Berlinale dank ihrer Partner mittlerweile alle zentralen Prozesse rund um die Filmvorführungen digitalisiert. Mit der Nutzung der On Demand Services in Kombination mit der neuen Boost-Funktion kann sie nicht nur der Filmindustrie als Vorbild dienen, wie flexible und sichere Netzwerkservices die Kundenerfahrung verbessern. Denn auch Unternehmen, die ihre digitale Infrastruktur optimieren, leisten einen großen Mehrwert für ihre Kunden.
Die Steuerung flexibler Verbindungen auf Basis von On Demand entwickelt sich stetig weiter. Die Anbindung über eine API verbunden mit den eigenen Businesssystemen, wie die Berlinale sie nutzt, legt die Kontrolle über das Netzwerk immer mehr in die Hände von Unternehmen. Künftig ist auch die Steuerung über Algorithmen denkbar, bei der die Anwendungen die Kapazitäten selbst intelligent anpassen.
Ruth Welter.
(Bild: Colt)
Was nach Zukunftsmusik klingt, ist schon auf der Roadmap der Entwicklungen im Netzwerkbereich. So schnell wie die Digitalisierung in der Filmbranche vorangeschritten ist, wäre es auch keine Überraschung, sie im Kino zu erleben. Und auch Unternehmen können sich hiervon einiges abschauen.