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Grundlagen moderner Netzwerktechnologien im Überblick – Teil 4

Die klassische Arteneinteilung der Rechnernetze

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Die klassische Einteilung – Wide Area Network, WAN

Das Wide Area Network (WAN) ist die klassische Form eines Verbindungsnetzwerkes für getrennte Rechenanlagen. Die Grundstruktur ist ein paketvermittelndes Teilstreckennetz, was bedeutet, dass die vermittelnden Knoten des Netzwerkes untereinander mit Leitungen verbunden sind und die Daten in Form von Paketen über eine Kette von nacheinander agierenden Knoten durch das Netzwerk von der Quelle zum Ziel weitergereicht werden.

Ein Datenpaket besteht aus einem Anfang mit Steuerfeldern, genau festgelegten Feldern für Ziel- und manchmal Quell-Adressen, den eigentlichen Nutzdaten sowie einer Prüfsumme, die der Übertragungssicherheit dient. Dadurch wird das Netz beliebig langsam, denn in jedem Knoten werden die von den Eingangs-Teilstrecken kommenden Pakete zunächst in Warteschlangen für die Ausgangs-Teilstrecken gelegt, wobei evtl. eine erneute Teilwegbestimmung erforderlich ist. Erst dann werden die Pakete über die relativ langsamen Ausgangs-Teilstrecken weitergeleitet. Die räumliche Beschränkung für diese Netze liegt bei etwa 1.000 km, typische WAN-Brutto-Übertragungsgeschwindigkeiten liegen heute zwischen 565 Mbps (Megabit/s) und 10 Tbps (Terabit/s).

Probleme beim Übergang zwischen zwei unterschiedlichen Netzwerken innerhalb Europas wurden im Rahmen internationaler CCITT/ETSI-Empfehlungen wie X.25 überwunden. Dem Teilnehmer gegenüber tritt das WAN zunächst in Form eines Teilnehmeranschlusses mit einer strengen Spezifikation in Erscheinung. Ein Beispiel sind die Internet-Dienste auf Basis der Internet-Protokolle. Jeder Rechner, der diese Protokolle beherrscht und einen Anschluss an das Netz besitzt, kann dann mit jedem in dieser Hinsicht gleichartig ausgestatteten anderen Rechner Daten austauschen.

Ein WAN hat heute prinzipiell folgenden Aufbau: Es besteht aus dem Kommunikations-Subsystem und dem Umfeld. Das Kommunikations-Subsystem wird aus der Menge der Knotenrechner und aus der Menge der Datenkommunikationsverbindungen gebildet. Die Knotenrechner werden auch als IMP bezeichnet (Interface Message Processor), die Verbindungen sind verschiedener Art, wie Telefonleitungen, metallischen Leitungen höherer Kapazität, Lichtwellenleiterstrecken, Satellitenverbindungen usw.

Das Umfeld besteht aus den Teilnehmermaschinen, die aus der Vergangenheit heraus auch als Hosts bezeichnet werden, heute aber keine Großrechner mehr sein müssen, sondern durchaus auch PCs oder etwas anderes sein können. Die Teilnehmermaschinen werden an das Netzwerk über Teilnehmer-Anschlussleitungen angeschlossen, welche ein Interface, eine Schnittstelle, zwischen Host und IMP definieren. Eine bekannte Schnittstelle ist heute DSL.

Es gibt zwei Arten von IMPs: Solche, die ein oder mehrere Interfaces zu einem Host anbieten, und solche, die im „Inneren“ des Kommunikations-Subsystem liegen und deshalb ein solches Interface nach außen nicht bereitstellen müssen und können. Diese inneren IMPs, auch DSE oder IDSE (Daten-Schalt Einrichtung, Internetwork Data Switching Equipment) genannt, dienen nur der Store- und Forward-Weiterleitung innerhalb des an sich abgeschlossenen Kommunikations-Subsystems.

Die „äußeren“ IMPs stellen die Schnittstelle zum Umfeld bereit und werden als DCE Data Circuit Equipment) bezeichnet. DTE oder DÜE (Data Termination Equipment, Daten-Übertragungs-Einrichtung) ist hingegen eine übliche Bezeichnung für das Interface eines Umfeldgerätes zum Kommunikations-Subsystem, z.B. ein Host, Terminal oder Arbeitsplatzrechner; kurz: als DTEs/DÜEs werden alle Geräte bezeichnet, die unmittelbar an das Kommunikations-Subsystem angeschlossen werden können.

weiter mit: Die klassische Einteilung – Local Area Network, LAN

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