Alcatel-Lucent und T-Systems vernetzen Unis mit kommerzieller 100GbE-Technik

Der Migrationspfad von 10- und 40GbE zu 100 Gigabit Ethernet steht

15.06.2010 | Redakteur: Andreas Donner

100GbE ist die Basistechnologie für Alcatel-Lucents High Leverage Network Architecture (HLN)
100GbE ist die Basistechnologie für Alcatel-Lucents High Leverage Network Architecture (HLN)

Mit kommerziellen IP-Routern und optischen Transportsystemen in 100-Gigabit-Technik haben Alcatel Lucent und T-Systems die Universitätsrechenzentren der Technischen Universitäten Dresden und der TU Bergakademie Freiberg miteinander vernetzt. Die Verarbeitung der Daten erfolgt dabei vollständig in Echtzeit, die Übermittlung auf einer einzigen Wellenlänge.

Weltpremiere für kommerzielle 100-Gigabit-Technik: Alcatel-Lucent und T-Systems haben die Hochleistungsrechenzentren der TU Dresden und der TU Bergakademie Freiberg über eine 60 Kilometer lange Strecke miteinander vernetzt, auf der erstmals in der Branche kommerzielle 100-Gbit/s-Technik in aufeinander abgestimmten IP-Routern und optischen Übertragungssystemen zum Einsatz kommt. Diese Kombination ermöglicht eine besonders hohe Skalierbarkeit, Kapazität und Kompatibilität in Core-, Edge- und Metro-Netzen. Die Daten auf der 100-Gigabit-Strecke zwischen den beiden Technischen Universitäten werden in Echtzeit verarbeitet und über eine einzige Wellenlänge transportiert. Dies ist bislang einmalig in der Branche.

Die 100-Gigabit-Technik ermöglicht Forschungsinstituten dank ihrer hohen Bandbreite eine neue Qualität der Zusammenarbeit. Sie eignet sich für Cloud-basierende Dienste und für Multimedia-Anwendungen, die das gemeinsame Arbeiten von Anwendern unterstützen (Collaboration). Die neue Breitbandverbindung bietet den beiden Hochleistungsrechenzentren eine Umgebung für die Evaluierung der Eigenschaften von bandbreitenhungrigen Anwendungen und Diensten unter realen Bedingungen. Wissenschaftler der beiden Universitäten untersuchen dabei den Ressourcenbedarf von geclusterten virtuellen Servern, Wide-Area-Dateisystemen, Network-Attached Storage-Systemen und Echtzeit-Videokonferenzen unter Hochlast.

Wissenschaft und Forschung als Trendsetter

Die Geschäfts- und Privatkunden der Deutschen Telekom nutzen immer vielfältigere und komplexere Anwendungen. Wissenschaft und Forschung gehören dabei zu den Vorreitern. „Was die Netzleistungen angeht, so befinden wir uns ohne Zweifel auf dem Weg in die Gigabit-Gesellschaft, und dafür brauchen wir Gigabit-Netze“, sagt Hagen Rickmann, bei der Telekom-Tochter T-Systems verantwortlich für Innovationen und Portfoliomanagement. „Wir müssen sicherstellen, dass wir unsere Netze jederzeit auf wirtschaftliche Weise an den steigenden Bandbreitenbedarf anpassen können. Die Erprobung der neuen 100 Gigabit-Technologie unter realen Bedingungen zwischen Dresden und Freiberg ist hierfür ein wichtiger Meilenstein.“

Das Zentrum für Informationsdienste und Hochleistungsrechnen (ZIH) an der TU Dresden und die TU Bergakademie Freiberg nutzen diese nächste Generation von Netzwerktechnologie, um ihre Anwendungsszenarien in einem bisher nicht verfügbaren Leistungsbereich zu testen. Beim Datenversand mithilfe des Lustre Wide-Area Dateisystems wird das ZIH im Rahmen einer bestehenden Kooperation eng mit der Indiana University zusammenarbeiten. Weiterhin sollen Anwendungen für Clustered Virtual Server und Network-Attached Storage sowie Videokonferenzen in Echtzeit getestet werden. Von besonderem Interesse ist dabei, wie sich die Dienstqualität (QoS) unter Hochlast entwickelt. Die Speicherinfrastruktur für die geplanten Tests wird als Bestandteil des Gesamtprojektes von DataDirect Networks (DDN) bereitgestellt.

Branchenweit erste Netzwerkinstallation

„Mit dem steigenden Forschungsfokus auf Engineering in Freiberg wird High Performance Computing zu einer Kerntechnologie für uns. Zudem verstärken wir dadurch unsere Zusammenarbeit mit dem ZIH in Dresden. Das Testbett von Alcatel-Lucent und T-Systems erlaubt uns, zukunftsweisende Konzepte für Hochgeschwindigkeitsrechnen in Sachsen zu erproben und mitzuentwickeln“, sagt Dr. Andreas Kluge, Direktor des Universitätsrechenzentrums der TU Bergakademie Freiberg.

Das Projekt, das auf Alcatel-Lucents High-Leverage-Network-Architektur (HLN) basiert, ist die branchenweit erste Netzwerkinstallation mit aufeinander abgestimmten optischen Transportsystemen und IP-Service-Routern, die jeweils mit 100 Gigabit-Schnittstellen ausgestattet sind. Diese besondere Kombination verbessert die Skalierbarkeit eines Netzes von bisher 10 Gigabit und 40 Gigabit auf 100 Gigabit pro Wellenlänge, senkt die Gesamtkosten und den Energieverbrauch und vereinfacht den Netzbetrieb. Diese Vorteile sind auch wesentliche Treiber für die „Converged Backbone Transformation“-Lösung (CBT) von Alcatel-Lucent. Kernelemente der Strecke zwischen der TU Dresden und der TU Bergakademie Freiberg sind Alcatel-Lucents optischer Transportknoten 1830 Photonic Service Switch mit 100 G „Next Generation Coherent“-Technologie und der 7750 Service Router mit 100 Gigabit EthernetSchnittstelle.

weiter mit: Geprüfte Qualität

Inhalt des Artikels:

  • Seite 1: Der Migrationspfad von 10- und 40GbE zu 100 Gigabit Ethernet steht
  • Seite 2: Geprüfte Qualität

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 2045559 / Gigabit-Ethernet)