Mehr Störquellen bei Bluetooth

DECT ist die bessere Lösung

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

Modelle wie das DECT-Headset Snom A170 sind eine Alternative zu Bluetooth-Geräten.
Modelle wie das DECT-Headset Snom A170 sind eine Alternative zu Bluetooth-Geräten. (Bild: Snom)

„Wenn schon der Mensch die größte Bluetooth-Störquelle ist, warum sollte ich ein solches Headset dann für geschäftliche Telefonate nutzen?“ Hannes Krüger, Produktmanager beim IP-Telefonie-Anbieter Snom, erklärt, warum DECT-basierte Telefoniegeräte die bessere Lösung für Unternehmen sind.

„Heute sind Mitarbeiter auch innerhalb eines Bürogebäudes viel mobiler geworden“, erklärt Hannes Krüger, Produktmanager bei Snom. „Vom Lagerarbeiter, der schnell noch etwas auf einem Regal prüfen muss, bis hin zur Assistentin, die etwas aus dem Schrank hinter sich holen möchte, ohne dafür ein Telefonat zu unterbrechen – Gründe für die Nutzung von Headsets oder kabellosen Lautsprechern gibt es im Geschäftsalltag genug“. Das wüssten auch die vielen Hersteller, die in den letzten Jahren verstärkt auf drahtlose Kopfhörer bzw. Freisprechgeräte für Unternehmen gesetzt haben. So auch Snom, wobei man sich hier auf den Standard DECT als Alternative zu Bluetooth konzentriert habe.

Snom-Produktmanager Hannes Krüger: „DECT hat als Funkstandard im Bereich der schnurlosen Telefonie WLAN oder Bluetooth bereits übertroffen.“
Snom-Produktmanager Hannes Krüger: „DECT hat als Funkstandard im Bereich der schnurlosen Telefonie WLAN oder Bluetooth bereits übertroffen.“ (Bild: Snom)

Bei drahtlosen Geräten auf DECT-Basis seien Kompatibilitätsfragen von vornherein vermeidbar. Zudem seien sie eine qualitativ hochwertige, abhörsichere, weniger störanfällige und reichweitenstärkere Alternative zu Bluetooth-Geräten. „Im Vergleich zu DECT hat Bluetooth einen einzigen Vorteil: Man kann seine drahtlosen Headsets oder Lautsprecher sowohl mit einem Tischtelefon, bzw. einem Softphone, als auch mit einem Smartphone koppeln. Das ist zwar bequem, aber wie viele Mitarbeiter haben beides, Tischtelefon und Diensthandy?“ fragt Krüger. Der Marktanteil sei gering, die Nachteile der Bluetooth-Technologie bei der drahtlosen Sprachübertragung hingegen massiv.

Angefangen bei der Qualität und Stabilität der Verbindung, die zu wünschen übrig lassen oder gar abreißen könne, wenn man das Handy in der Tasche hat und während des Gesprächs den Kopf leicht dreht. „Der Frequenzbereich von Bluetooth liegt leider sehr nah an der Resonanzfrequenz von Wasser. Das hat zur Folge hat, dass bereits derjenige, der das Headset trägt, unweigerlich eine Barriere darstellt. Auch die Bürobegrünung kann eine Barriere darstellen. Dazu kommen noch die baulichen Gegebenheiten, das lokale WLAN und so weiter. Die Belastung dieser Störquellen auf die Bluetooth-Übertragung kann zwar durch eine Erhöhung der Sendeleistung reduziert werden, oft kommt man aber dann vom Regen in die Traufe, da sich die Akkulaufzeit dann weiter verringert,“ erklärt Krüger.

Das Alleinstellungsmerkmal von DECT sei, dass sich dessen Übertragungsprotokoll rein auf Audiogeräte beschränkt. Sensortechnologie auf Basis von DECT (ULE) sei im Unternehmensumfeld weit weniger verbreitet als in Privathaushalten. Da DECT über eine eigene Funkfrequenz verfüge, seien Störquellen außer durch andere DECT-Telefone nicht vorhanden. Allerdings könnten auch beim DECT-Standard Beton- bzw. Stahlwände die Reichweite einschränken. „Wir sprechen hier aber von einer Reichweite, die in modernen Bürogebäuden mit 20 bis 30 Metern (Nominalwert 50 bis 100 Meter innen und bis 300 Meter draußen) etwa dreimal so groß ist, wie die von Bluetooth,“ fügt Krüger hinzu.

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