Werbefinanziertes System-Tool mit neuen konzeptionell Ansätzen Das Netzwerk-Verwaltungstool Spiceworks ist modern aber zu weborientiert
Spiceworks ist ein Werkzeug zur Inventarisierung und für den Benutzersupport. An Tools in diesem Bereich herrscht sicher kein Mangel. Spiceworks jedoch verfolgt ein sehr modernes Konzept und wird zudem ausschließlich über Werbebanner finanziert.
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Spiceworks ist ein Toolset zur Verwaltung von IT-Infrastrukturen. Dies umfasst Workstations, Server, Drucker, Netzwerkbaugruppen und weitere Geräte. Diesbezüglich ist es mit vielen der in diesem Segment angebotenen Produkte vergleichbar. Aber Spiceworks ist anders als man es heute gewohnt ist. Anders im graphischen Aufbau und anders im Ablauf, in der Hilfestellung und in der Lizenzierung, denn Spiceworks wird kostenlos abgegeben, ist aber keine Free- oder Shareware. Stattdessen werden zur Finanzierung Werbebanner in das Produkt-GUI eingeblendet.
Das GUI selbst ist neu und kann durchaus als innovativ bezeichnet werden. Es verwendet ausschließlich dynamische Web-Seiten, eine Windows-Verwaltungskonsole existiert nicht. Das Aussehen der Seiten entspricht mehr dem populärer Websites, wie etwa Yahoo, Amazon oder Ebay.
Somit wird Spiceworks ausschließlich über den Browser bedient. Die Zielgruppe von Spiceworks sind kleine Unternehmen bis wenige hundert Arbeitsplätze.
Die Architektur
In seiner Software-Architektur folgt Spiceworks den bei dieser Produktgattung anzutreffenden Konzepten. Ein zentraler Managementserver sammelt die Daten von den überwachten Geräten ein und hinterlegt sie in einer Datenbank. Bei der Abfrage der Geräte verwendet das Tool unter Windows WMI. Unterstützt werden aber auch Rechnersysteme unter Linux, Mac OS X und weitere Geräte, wie etwa Netzwerkbaugruppen, VoIP-Telefone oder IP-fähige Drucker. Die Bedingung hierfür ist nur, dass sie über das Netzwerk erreichbar sein müssen.
Setup und Inbetriebnahme
Das Setup ist schnell erledigt. Die notwendigen Spiceworks-Routinen von der knapp 8 MByte großen Datei sind bald eingerichtet. In unserem Test verwendeten wir dazu einen Rechner mit Windows XP, SP2. Zur Verwaltung wird lediglich ein Browser benötigt. Dies kann der Internet Explorer 6 oder 7 sowie Firefox 1.5 - 2.0 sein. Für den Test verwendeten wir den aktuellen Internet Explorer. Mit nur 8 MByte ist Spiceworks, für den gebotenen Funktionsumfang sehr klein. Allerdings bezieht Spiceworks während des Betriebs immer wieder Daten aus dem Web. Es gibt auch keine mit dem Produkt direkt gelieferte Dokumentation im herkömmlichen Sinne. Wird Hilfe benötigt, wird diese immer aus dem Web oder von der Spiceworks-Community geladen.
Beim Setup, muss man eine Mailadresse angeben. Diese wird zur Kommunikation mit Spiceworks verwendet, dient aber auch als Zugangsberechtigung. Anschließend öffnet sich eine sehr moderne Verwaltungskonsole. Sie ist unterteilt in die Bereiche MySpiceworks, Inventory, Helpdesk, Reports, Community, Store und Settings. Diese Unterteilung zeigt auch den Funktionsumgang des Tools auf. Es umfasst im Kern die Bereiche der Inventarisierung (Inventory), eines Benutzersupports (Helpdesk) und eine Reihe von Berichten (Reports) zu den Geräten. MySpiceworks und Settings dient der Einrichtung und Konfiguration des Tools, Store ist derzeit noch in der Betaphase und hinter dem Reiter der Community verbergen sich die Dokumentation bzw. die Hilfen dazu.
Zur Inventarisierung der Geräte scant Spiceworks das Netzwerk. Hierzu definierten wir einen IP-Bereich. Da uns dessen Notation nicht ganz klar erschien, betätigten wir den Hilfelink in der Erfassungsmaske. Die Hilfe dazu wurde von der Community aus dem Web geladen. Dies war korrekt und klärte auch unsere Frage. In der Website der Community sind vielerlei interessante Informationen zu Spiceworks enthalten. Hier wird auch die Weiterentwicklung des Produktes diskutiert. Dennoch scheint es uns nicht der optimale Weg zu sein, bei jeder, und sei es noch so unscheinbaren Frage zur Produktnutzung, Webanfragen stellen zu müssen, die von einem Server in den USA beantwortet werden. In Notsituationen oder wenn gar keine Internetanbindung zur Verfügung steht, ist das wenig hilfreich.
Die Inventarisierung der Geräte allerdings verlief korrekt und anstandslos. Die gefundenen Geräte gruppiert Spiceworks in die acht folgenden Gruppen: Workstations, Server, Printer, Networking-Geräte, Software, benutzerdefinierte Geräte, Andere und schließlich nicht erkannte Geräte. Übersichtsbildschirme liefern einen schnellen Überblick zum IT-Equipment. Durch Doppelklick werden weitere Details zu den Geräten einblenden, wie etwa zur Hard- und Softwarewareausstattung, den letzten Änderungen oder den Diensten. Die Compare-Funktion erlaubt den Vergleich zweier Rechner, dies mag bei der Fehlersuche helfen. Zum Umfang des Tools gehört auch ein Fernzugriff via RDP und die Terminal Server Dienste. Zur Unterstützung des Benutzersupports hat der Hersteller ferner Funktionen zur Erfassung von Trouble Tickets implementiert. Unter der Rubrik des Reports schließlich verbirgt sich das Berichtswesen. Hierbei liefert Spiceworks etwas 20 vordefinierte Berichte. Sie können bei Bedarf angepasst und erweitert werden.
Fazit
Spiceworks ist im Ansatz neu und innovativ. Es verzichte gänzlich auf Lizenzkosten. Außerdem fokussiert man sich auf die wichtigsten Belange in der Administration. Doch ohne Internetanbindung ist keine Hilfe zu erhalten und diese muss man sich von der Community beschaffen. Durch die starke Bindung an Internet und Community, sind zwar auch schnell Fehler auszumerzen, doch dafür muss sich der Administrator wohl häufig mit den Neuerungen des Tools auseinandersetzen.
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