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Kostenloses Monitoring-Tool für Windows-Infrastrukturen Mit WhatsUp Gold auch das Active Directory überwachen

Von Thomas Joos 4 min Lesedauer

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Domänen-Controller sind das Rückgrat jeder Windows-Umgebung. Schon kleine Störungen können Authentifizierung und Netzwerkperformance ausbremsen. Mit der Free Edition von WhatsUp Gold steht Administratoren ein kostenfreies, browserbasiertes Monitoring-Tool zur Verfügung, das bis zu zehn Geräte in Echtzeit überwacht – inklusive AD-spezifischer Dienste.

Kostenlos bis zu zehn Geräte in Microsoft-Netzwerken überwachen: So richten Admins die Free Edition von WhatsUp Gold ein und kontrollieren AD-Dienste zentral.(Bild:  Progress)
Kostenlos bis zu zehn Geräte in Microsoft-Netzwerken überwachen: So richten Admins die Free Edition von WhatsUp Gold ein und kontrollieren AD-Dienste zentral.
(Bild: Progress)

Domänen-Controller bilden die Basis von Microsoft-basierten Netzwerken. Sie stellen Authentifizierungsdienste bereit, halten Replikationsprozesse synchron, übernehmen Namensauflösungen und hosten FSMO-Rollen. Ausfälle einzelner Komponenten lassen sich durch die redundante Architektur des Active Directory zwar teilweise kompensieren, führen jedoch schnell zu Performanceeinbrüchen oder Authentifizierungsfehlern. Die kontinuierliche Überwachung dieser Systeme ist deshalb integraler Bestandteil jeder stabilen Windows-Infrastruktur.

WhatsUp Gold Free: Funktionsumfang für kleine und mittlere Netze

Mit der Free Edition von WhatsUp Gold bietet Progress Software ein kostenfreies Tool zur Echtzeitüberwachung von bis zu zehn Geräten an. Die Software erkennt automatisch physische und virtuelle Server, Netzwerkkomponenten und Cloud-Ressourcen, ordnet ihnen Abhängigkeiten zu und bildet die Infrastruktur grafisch ab.

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Für die Überwachung einzelner Domänen-Controller stellt die Lösung ausreichend Funktionen bereit, um Replikation, Verfügbarkeit, Ressourcenauslastung und Windows-Dienste zentral zu kontrollieren.

Installation: Setup und Weboberfläche

Die Installation beginnt mit dem Ausführen der heruntergeladenen Setup-Dateien. Die Software darf allerdings nicht direkt auf einem Domänencontroller installiert werden. WhatsUp Gold prüft automatisch alle Abhängigkeiten, installiert den benötigten „SQL Server Express“, die „Visual C++ Runtime“ sowie die „Internet Information Services (IIS)“ und fragt im Verlauf den Produktschlüssel ab. Diesen erhält man nach der einmaligen Registrierung per E-Mail.

Die Oberfläche wird über HTTPS bereitgestellt. Für erste Tests reicht das automatisch generierte selbstsignierte Zertifikat aus, produktive Umgebungen können vorab optional ein gültiges Zertifikat bereitstellen. Die Verwaltung erfolgt vollständig über die integrierte Web-Konsole. Die Installation kann auch direkt auf einer VM erfolgen.

Netzwerkscan: Geräte finden und zulassen

Nach dem ersten Start erfolgt ein Discovery-Prozess, der sämtliche Geräte im Netzwerk automatisch erkennt. Hierfür durchsucht die Software definierte IP-Bereiche oder Subnetze und unterstützt dabei auch hybride Szenarien mit Azure- oder AWS-Ressourcen. Die maximale Zahl der zu erfassenden Geräte lässt sich im Dialog „Limit“ festlegen. Unnötige Bereiche oder IP-Adressen können explizit ausgeschlossen werden.

Für die Kommunikation mit Windows-Hosts wird WMI verwendet. Die erforderlichen Anmeldedaten müssen über „Settings => Credentials Library“ (Einstellungen -> Bibliotheken -> Anmeldeinformationen) hinterlegt werden. Dabei sollte kein Domänen-Admin-Konto genutzt werden. Stattdessen empfiehlt sich ein dedizierter Account mit Mitgliedschaft in der lokalen Administratorgruppe der Zielsysteme. Diese Zugangsdaten speichert WhatsUp Gold verschlüsselt.

Monitore: Automatische Erkennung und Anpassung

Nach Abschluss des Scans weist WhatsUp Gold den erkannten Geräten automatisch Rollen anhand ihres System Object Identifier (OID) zu. Diese Templates legen die zu überwachenden Metriken fest und unterscheiden sich nach Gerätetyp. Für Domänen-Controller existiert keine eigene Vorlage, jedoch erkennt die Software anhand der Systeminformationen den Typ korrekt.

Im Menü „Analyze => Device => Monitors applied“ (Analysieren -> Gerät -> Angewendete Monitore) lässt sich einsehen, welche Monitore einem System zugewiesen wurden. Für Windows-Hosts umfasst dies standardmäßig Ping, CPU-, RAM- und Disk-Monitoring. Um die Überwachung zu verfeinern, kann man gezielt Dienste wie DNS, DHCP, Netlogon oder KDC ergänzen.

AD-spezifische Dienste gezielt überwachen

Die Zuweisung zusätzlicher Monitore erfolgt über das Hauptdashboard. Ein Klick auf die drei Punkte links neben dem Gerätenamen und die Auswahl von „Device Properties“ öffnet die Detailansicht. Dort lässt sich über das „+“-Symbol ein neuer aktiver Monitor hinzufügen. Besonders relevant für Domänen-Controller sind die Optionen „DNS“ und „DHCP“, sofern die entsprechenden Rollen auf dem Host aktiv sind.

Für tiefergehende Kontrolle müssen Dienste wie „NTDS“, „KDC“ oder „Netlogon“ manuell überwacht werden. Hierfür öffnet man „Settings => Libraries => Monitors“ (Einstellungen -> Bibliotheken -> Monitore), wählt „Active Monitors“ und legt einen neuen „Service Monitor“ (Dienstmonitor) an. Im folgenden Dialog wird als Protokoll „WMI“ gewählt. Nach Klick auf „Browse“ (Durchsuchen) zeigt WhatsUp Gold die verfügbaren Dienste des jeweiligen Hosts an. Die gewünschten Windows-Services werden dort selektiert und anschließend gespeichert. Die fertigen Monitore lassen sich über die Geräteansicht dem jeweiligen Domänen-Controller zuordnen.

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Dashboards und Topologieansichten

Alle überwachten Geräte erscheinen in den zentralen Dashboards. Diese lassen sich flexibel anpassen und bieten über anpassbare Widgets einen vollständigen Überblick über Status, Leistung und Verfügbarkeit. Die interaktive Layer-2/3-Kartendarstellung stellt logische Verbindungen zwischen Netzwerkkomponenten her, inklusive Abhängigkeiten zwischen kabelgebundenen und drahtlosen Infrastrukturen. Zusätzlich ermöglicht ein NOC-Modus die zyklische Anzeige aller relevanten Monitoring-Daten in zentralen IT-Operations-Szenarien.

WhatsUp Gold unterstützt zudem Cloud-Integrationen, historische Trendanalysen, visuelle Serviceabhängigkeiten und bietet Funktionen für Asset-Management, Dateisystem-Überwachung, Zertifikatskontrolle sowie Wireless-Monitoring. Die Free Edition beinhaltet diese Basisfunktionen vollständig. Erweiterte Module wie Network Traffic Analysis oder Application Monitoring sind kostenpflichtig.

Alarmierung und Automatisierung

Neben der reinen Überwachung bietet WhatsUp Gold eine Alarmierungslogik. Wird ein definierter Schwellenwert über- oder unterschritten, löst das System eine Benachrichtigung aus. Diese kann per E-Mail, SMS, Slack, Microsoft Teams oder per akustischem Signal erfolgen.

Zudem unterstützt die Software automatisierte Aktionen. Über die Aktionsbibliothek lassen sich PowerShell-Skripte, Programme oder Batch-Dateien starten. Solche Automationen eignen sich etwa zur Logbereinigung bei knappen Speicherkapazitäten oder zur Wiederherstellung abgestürzter Dienste.

Lizenzmodell und Upgrade-Optionen

Die Free Edition von WhatsUp Gold ist auf zehn überwachte Geräte limitiert. Der Lizenzzeitraum beträgt zwölf Monate und lässt sich verlängern. Ein späteres Upgrade auf eine kostenpflichtige Edition mit 50, 100 oder mehr Geräten ist ohne Neuinstallation möglich.

Die kommerziellen Varianten unterscheiden sich primär durch die Zahl der überwachten Hosts, zusätzliche Analysefunktionen und erweiterten Support.

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