Neun Anforderungen an Systeme zur IP-Adressverwaltung

Das muss modernes IP Address Management können

| Autor / Redakteur: Rainer Singer / Andreas Donner

Spätestens mit Virtualisierung und IPv6 sind die Zeiten Excel-geführter IP-Adresslisten vorbei und ein ordentliches IPAM-System muss her!
Spätestens mit Virtualisierung und IPv6 sind die Zeiten Excel-geführter IP-Adresslisten vorbei und ein ordentliches IPAM-System muss her! (Bild: Rainer Grothues - Fotolia.com)

Das Management von IP-Adressen (IPAM) kann und darf in Unternehmen heutzutage nicht mehr als Randthema behandelt werden. Unternehmensnetzwerke werden immer größer, komplexer und dynamischer. Umso wichtiger sind moderne IPAM-Lösungen, die Kosten reduzieren, Fehler beseitigen und Prozesse beschleunigen.

IP Address Management (kurz IPAM) kann in Unternehmen heutzutage nicht mehr nur durch das Führen eines schnöden Excels erledigt werden! Neue Geräte und wachsende Virtualisierung auf Unternehmensebene sowie die Umstellung auf IPv6 machen Unternehmensnetzwerke größer, komplexer und dynamischer. Nichtsdestotrotz besteht in vielen Firmen eine IPAM-Lösung immer noch aus manuell geführten Excel-Listen.

Eine solche Herangehensweise birgt jedoch große Risiken und immense Kosten. Wollen Unternehmen Ausfälle in ihren Netzwerken und hohe Kosten vermeiden, sind moderne IPAM-Lösungen gefragt. Idealerweise sollten diese die IP-Adressverwaltung automatisieren, Prozesse beschleunigen sowie Fehler beseitigen. Infoblox, Spezialist für Netzwerkkontrolle und -automatisierung, hat neun Punkte identifiziert, die eine moderne IP-Adressverwaltung heutzutage leisten muss.

1. Automatisierung

Der Weg zu einer erfolgreichen IP-Adressverwaltung führt in Zukunft weg von Tabellen. IP-Adressen über Excel zu verwalten erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass sich Fehler in das System einschleichen oder IP-Adresskonflikte entstehen. Zwar sind solche Probleme in einem Netzwerk nicht immer auf Anhieb zu erkennen, können auf Dauer jedoch einen erheblichen Schaden in der IT anrichten, Kosten steigern und die Produktivität verringern. Die Automatisierung des IP-Adressmanagements kann diesen Problemen entgegenwirken und Prozesse beschleunigen sowie Kosten reduzieren.

2. Alle Informationen im Auge behalten

Moderne IPAM-Technologien sollten IP-relevante Informationen für Netzwerkadministratoren auf einen Blick bereitstellen. Dies beinhaltet auch Informationen aus verschiedenen Quellen über mehrere Anwendungen und Umgebungen hinweg. Aus einer einzigen Informationsquelle sollte zudem ersichtlich sein, wer eine bestimmte Adresse nutzt, welches System an diese Adresse gekoppelt ist und wie lange die Adresse vergeben wird.

Sind Änderungen am Netzwerk vorzunehmen, ist es unerlässlich, alle dazu relevanten Informationen nicht aus den Augen zu verlieren. Genauso wichtig ist die Konsolidierung von IPAM-Daten. Größere Unternehmen können mehrere Netzwerkadministratoren auf einmal beschäftigen, die sich wiederum mit mehreren IP-Adressen auseinandersetzen. Dies kann zu Konflikten im Netzwerk führen.

3. Rollenbasierte Aufgabenverwaltung

Nicht jede Aufgabe in der IT sollte die Zeit der am besten qualifizierten Person in der Abteilung einnehmen. IT-Mitarbeiter in Senior-Positionen sollten in der Lage sein, ihre Effizienz zu steigern, indem sie Routineaufgaben an Junior-Mitarbeiter delegieren. Werden Zugänge zum Netzwerk nach Position, Abteilung oder Erfahrung aufgeteilt, lassen sich Aufgaben entsprechend verteilen und die Effizienz für ein Projekt kann so gesteigert werden. Eine IPAM-Lösung sollte eine funktionsbasierte Administration der IT-Mitarbeiter erlauben, um Kapazitäten so optimal auszunutzen.

4. Probleme bei der Entstehung erkennen

Real-Time-Tracking und der Einblick in die Historie von IPAM-Daten machen es Netzwerkadministratoren leichter, die Ursache für Probleme direkt aufzuspüren. Moderne IPAM-Lösungen sollten daher die Möglichkeit bieten, kritische Situationen von Anfang an zu erkennen und Probleme bei ihrer Entstehung zu identifizieren. Zudem sollten fortschrittliche Lösungen beispielsweise Client-basierte Probleme aufspüren – auch wenn diese bereits in andere Umgebungen verlegt worden sind.

5. Verstärkte Sicherheit

Insbesondere bei IPAM-Lösungen spielt die Sicherheit eine wichtige Rolle, wobei besondere Maßnahmen erforderlich sind. IPAM-Anwendungen sollten aus diesem Grund so konzipiert sein, dass sie selbst nicht angreifbar sind – Stichwort: gehärtete Appliance. Ein sicheres Betriebssystem ist daher essenziell, um Ausfälle im Netzwerk zu vermeiden.

6. Einfache Updates

Moderne IPAM-Lösungen sollten Netzwerkadministratoren die Möglichkeit geben, Upgrades des IP-Adressmanagements über eine einzige Anwendung durchzuführen. Außerdem sollten die Upgrades automatisch am gesamten Netzwerk vorgenommen werden können und im Betrieb ohne Service-Ausfall möglich sein.

7. Zuverlässigkeit und Ausfallsicherheit

Ein Unternehmen kann es sich nicht erlauben, dass sein Domain Name System (DNS) offline geht. IPAM-Lösungen stellen als Overlay für DNS/DHCP sicher, dass im Fehlerfall automatisch zwischen vorhandenen Systemen umgeschaltet wird, sodass ein einfacher und schneller Ersatz ohne Unterbrechung der DNS/DHCP-Dienste gewährleistet ist. Probleme mit dem IP-Adressmanagement dürfen unter keinen Umständen zu einem Ausfall des Netzwerks führen.

8. Trennung von DNS, DHCP und IP-Adressmanagement

General-Purpose-Server eignen sich gut, um alle vom Active Directory verwalteten Services auszuführen. Die Trennung von DNS, DHCP und IP-Adressmanagement von Windows Servern bietet jedoch eine bessere und robustere Herangehensweise. Netzwerkadministratoren sind so in der Lage, Kapazitäten optimal auszunutzen. Außerdem sollten sie IPAM-Tools mit anderen Servern und Virtualisierungsumgebungen nutzen können, die bereits vorhanden sind.

Rainer Singer
Rainer Singer (Bild: Infoblox)

9. Cloud-Netzwerk-Automation

Viele Netzwerk-Teams arbeiten immer noch mit manuellen Prozessen bei der IP- & DNS-Provisionierung von Virtuellen Maschinen – dies kann auf Dauer zu Engpässen im Netzwerk führen, da bei so einer Herangehensweise oft Fehler passieren. Volle Netzwerkautomatisierung ermöglicht es, dynamische Cloud-Umgebung problemlos zu verwalten. Eine automatische Konfiguration der IP-Adressen sowie DNS-Objekte sind wichtige Merkmale von modernen IPAM-Lösungen.

Über den Autor

Rainer Singer ist Systems Engineering Manager Central Europe bei Infoblox.

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