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Core-Server-Features von Windows Server 2012 im Vergleich Core-Server, Minimal Server Interface und Feature on Demand

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Core-Server sind seit Windows Server 2008 R2 eine Möglichkeit, Windows ohne grafische Oberfläche zu installieren. Das vermeidet Sicherheitslücken und beschleunigt das System, da die ressourcenfressende grafische Oberfläche fehlt. Mit Windows Server 8 bzw. 2012 bietet Microsoft noch mehr Möglichkeiten.

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In Windows Server 2012 lassen sich verschiedene Core-Modi sehr komfortabel installieren, erweitern und reduzieren
In Windows Server 2012 lassen sich verschiedene Core-Modi sehr komfortabel installieren, erweitern und reduzieren

Installieren Administratoren in Windows Server 2008 R2 einen Core-Server, fehlen dem Betriebssystem die grafische Oberfläche und die dazugehörigen Verwaltungstools. Die Verwaltung erfolgt dann entweder über die Befehlszeile, der PowerShell oder über andere Rechner.

sconfig

Ein weiteres Tool um einen Core-Server einzurichten ist sconfig. Hierbei handelt es sich um einen textorientierten Assistenten zur Grundeinrichtung des Servers. Von den freien Ressourcen eines Core-Servers profitieren Serverdienste wie Hyper-V oder auch Domänencontroller. Aber auch Speicherplatz lässt sich dadurch sparen. Eine Core-Installation von Windows Server 2012 verbraucht über 4 GB weniger Speicherplatz als eine herkömmliche Installation mit grafischer Oberfläche. Betreiben Unternehmen zahlreiche virtuelle Server auf einem Host, lässt sich auf diese Weise insgesamt enorm viel Speicherplatz auf dem Host einsparen.

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Minimal Server Interface

Ein weiterer Vorteil ist der schnellere Neustart von Core-Servern, sowie weniger notwendige Neustarts nach der Installation von Patches. Kompromisse lassen sich eingehen, wenn Administratoren das Minimal Server Interface aktivieren. Dabei handelt es sich um eine dritte Möglichkeit der grafischen Oberfläche neben Core-Servern und vollständig installierten Servern in Windows Server 2012.

Core-Server mit SQL Server 2012

Mit Windows Server 2012 (Arbeitstitel Windows Server 8), dem Nachfolger von Windows Server 2008 R2 SP1, geht Microsoft in der Verwendung von Core-Servern noch ein paar Schritte weiter und integriert zusätzliche Möglichkeiten.

Zunächst unterstützen nun mehr Serverdienste den Core-Modus. Allen voran lässt sich jetzt auch der neue Microsoft-Datenbankserver SQL Server 2012 auf Core-Servern mit Windows Server 2008 R2 und Windows Server 2012 installieren. Der Vorteil dabei liegt auf der Hand: Vor allem Datenbankserver benötigen sehr viel Leistung und eine weitaus höhere Serversicherheit. Nicht alle Komponenten von SQL Server 2012 lassen sich allerdings auf Core-Servern installieren. So können die folgenden Programme und Tools nicht auf Core-Servern installiert werden:

  • Reporting Services
  • SQL Server-Datentools (SSDT)
  • Clienttools-Abwärtskompatibilität
  • Clienttools SDK
  • Verwaltungstools – Einfach
  • Verwaltungstools – Vollständig
  • Distributed Replay Controller
  • Distributed Replay Client
  • SQL Client Connectivity SDK
  • SQL Client Connectivity SDK
  • Master Data Services
  • Data Quality Services

Wurde der Server entsprechend vorbereitet, installieren Administratoren SQL Server 2012 über die Befehlszeile. Nach der Installation lässt sich mit sqlcmd die Eingabeaufforderung starten und die Remoteverwaltung mit folgenden Befehlen aktivieren:

EXEC sys.sp_configure N''''remote access'''', N''''1''''
GO
RECONFIGURE WITH OVERRIDE
GO

Um den SQL Server-Browser-Dienst zu starten, geben Administratoren in der Befehlszeile folgende Befehle ein:

sc config SQLBROWSER start= auto
net start SQLBROWSER

Um Anschließend die Ports für den Remotezugriff freizuschalten, sind in der Befehlszeile noch die beiden folgenden Befehle notwendig (siehe Abbildung 1). Auf diesem Weg lassen sich natürlich auch weitere Regeln in der Windows-Firewall erstellen:

netsh advfirewall firewall add rule name = SQLPorttcp dir = in protocol = tcp action = allow localport = 1433-1434 remoteip = localsubnet profile = DOMAIN
netsh advfirewall firewall add rule name = SQLPortudp dir = in protocol = udp action = allow localport = 1433-1434 remoteip = localsubnet profile = DOMAIN

Zusätzlich aktivieren Administratoren über sconfig noch die Remoteverwaltung. Hier sollten am besten alle 4 Punkte zugelassen werden, die der Assistent auflistet (siehe Abbildung 2).

weiter mit: Windows Server 2012 – Die Neuerungen

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