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Grundlagen moderner Netzwerktechnologien im Überblick – Teil 50

Carrier Ethernet – die Revolution im Wide Area Networking (WAN)

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Packet Optical – der Übergang zu einer Ethernet-zentrischen Zukunft

Die Telekommunikationsindustrie ist in einem Umbruch. Der Wettbewerb zwischen den Service-Providern eskaliert, weil alteingesessene und neue Anbieter, die mit einer Kombination aus DSL und Wireless für den Teilnehmerzugang arbeiten, heftig mit Anbietern, die TV-Breitbandkabel benutzen, konkurrieren. Das sehen Sie ja jeden Tag selbst. Die Preise sind jetzt schon so weit gefallen, dass eine Kombination aus Internet-Zugang, Telefonie und Digitalem Video unter 20,- Euro pro Monat angeboten wird. Dazu bekommt man dann sogar noch einen Home-Server mit 200 GB Speicher und integrierter Telefonanlage sowie Wireless Unterverteilung geschenkt.

Trotzdem könnte man auch versucht sein, das Angebot eines Breitbandkabelbetreibers anzunehmen, der einen Anschluss mit 20 Mbit/s bietet und damit natürlich die DSL-Lösung über die Grenzen ihrer Leistungsmöglichkeiten verbläst. Bei diesem Preis-Leistungs-Verhältnis bringt ein Würstchenstand auf dem Hauptbahnhof mehr Umsatz als 1.000 private Endkunden bei wesentlich weniger Aufwand und Ärger.

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Gleichzeitig sehen sich die Service-Provider dem Problem gegenüber, dass die Kapazitätsanforderungen enorm steigen, im Grunde getrieben durch die wachsende weltweite Abhängigkeit von Breitband und mobilen Daten für Voice und Video Anwendungen.

Die Natur des zu bewältigenden Verkehrs hat sich von TDM zu Paket-orientiertem Verkehr verschoben, manche sprechen von 98,5 Prozent Ethernet-Verkehr. Dennoch gibt es nach wie vor Hochgeschwindigkeits-TDM-Anwendungen wie OC/STM-n, Fiber Channel, SD/HD-SDL usw. die ebenfalls beeindruckende Wachstumsraten aufweisen.

Daher werden wir in den nächsten Jahren die Entstehung einer neuen optischen Transportschicht sehen: einen abgesicherten Ethernet-WDM-Pakettransport mit den Eigenschaften eines virtuellen festgeschalteten Data Circuits!

Das hat schwerwiegende Implikationen auf die heute installierten TDM-Netze, da diese nicht besonders effizient arbeiten, wenn sie Pakete übertragen müssen. Der Alptraum der Operator ist, dass sie den Preis pro übertragenem Bit deutlich senken müssen, während die Anzahl der zu übertragenen Pakete stark wächst. Das können sie mit SONET/SDH nicht.

Es ist schon über 5 Jahre her seit die damalige Telekommunikations-Blase geplatzt ist. Die Service-Provider haben aber ihre Finanzen in Ordnung gebracht und halten ihre Investitionen bei ca. 15-17 Prozent des Umsatzes. Da trotz aller Probleme die Weltwirtschaft wächst, wenn auch regional sehr unterschiedlich, wächst auch der Umsatz der Provider leicht und erweitert so den Spielraum für die Ausrüster langsam aber sicher. Infonetics erwartet, dass der Umsatz der Provider von 1,4 Billionen US$ in 2006 auf 1,6 Billionen in 2010 wächst. Daher können sie von 239 Mrd US$ in 2006 bis zu 265 Mrd US$ in 2009 für Ausrüstung ausgeben.

Aber jetzt kommt das eigentliche Problem: Umsatz und Ausgaben wachsen jährlich nur im einstelligen Prozentbereich, die Verkehrslast dagegen wächst um 50 bis 100 Prozent pro Jahr! Das liegt vor allem an neuen Internet-Anwendungen wie YouTube im Video-Bereich oder MySpace als „soziale“ Internet-Plattform. Auch Cloud Computing wie bei GoogleApps trägt nicht unwesentlich zu dieser Wachstumsdramatik bei. Diese Entwicklungen sind von Natur aus ziemlich unabhängig von den Schnittstellen, über die sie benutzt werden – DSL, Kabel, WLAN oder WiMAX. Wesentlich ist, dass sich die Personalisierung von Video-Diensten im Markt über die nächsten 5 bis 10 Jahre weiter wesentlich beschleunigen wird.

weiter mit: Den steigenden Anforderungen Rechnung tragen

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