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Die Zukunft bringt…
Doch der Burton-Group Analyst hört beim gegenwärtigen Stand der Technik nicht auf. Es benennt Trends, die die Zukunft des Server-Markts und damit kaufentscheidungen beeinflussen können: Energieeffizienz, On-Demand-Computing, 10-Gigabit-Ethernet, Remote Direct Memory Access und iSCI.
Der jetzige Trend zum energiesparenden Prozessor wird noch etwa 16 bis 18 Monate anhalten. Dann konzentriert sich das Stromsparen auf andere IT-Komponenten und Standards, etwa der IEEE-Standard für Netze EEE. Bis der nächste große Schritt bei den Rechnern gemacht werden kann, vergehen nach Einschätzung der Burton Group 48 bis 60 Monate.
Beim On-Demand-Computing geht es darum, Rechenleistung (computing time) über das Internet zu beziehen, entweder eingebunden in ein Computer-Grid oder als virtuelle Maschine. Angebote wie „Elastic Compute Cloud“ (EC2) vom Amazon bringen Schwung in den Markt. Doch wie erfolgreich solche Implementationen sein werden, wagt auch Kutz nicht zu prognostizieren. Vorbehalte der Anwender und von Analysten, die Sicherheitsbedenken und Angst vor Verlust geistigen Eigentums anmelden, stehen einer weiten Verbreitung entgegen.
Das schnelle Netz erreicht das Motherboard
Ganz anders sieht es bei den Wechselwirkungen mit der Netzwerktechnik aus. Das 10-Gigabit-Ethernet (10 GbE)wird in den kommenden Jahren das verteilte Arbeiten und Speichern revolutionieren. Das wiederum hat erhebliche Auswirkungen auf die Rechner-Architekturen. Die meisten Analysten, sagt Kutz, rechnen damit, dass bereits 2010 die mit P802.3an standardisierten 10-GbE-Kupferverbindungen und 10GbE-fähige Server weite Verbreitung finden und preisgünstig werden.
Ein wenig mehr „vielleicht“ spricht der Burton-Group-Analyst der Technik Remote Direct Memory Access (RDMA) zu. Diese hat das Potenzial, das Design von HPC und Grids erheblich zu verändern. Zwar spricht die Branche schon seit Jahren davon, doch nun könnte es ernst werden. Denn bis jetzt gab es hauptsächlich zwei Hindernisse: RDMA benötigte spezielle TCP/IP-Offload-Engines (TOEs) und schnelle Netze.
Diese Hindernisse könnten nun ausgeräumt werden. Erstens können heute Prozessoren viele schneller arbeiten als noch vor Jahren. TOEs könnten überflüssig werden, weil die CPUs selbst einige Aufgaben übernehmen. RDMA plus Multi-Core-Prozessoren und 10GbE-Funktionalität auf dem Motherboard könnten künftig große monolithische Server komplett erübrigen.
Wie viele andere Analysten auch sieht Kutz in iSCSI die Chance für kleine und mittelständische Unternehmen, Storage-Funktionen in Anspruch zu nehmen, wie es sonst nur Konzerne mit einer entsprechend aufwändigen Infrastruktur, Fibre Channel SANs, können. Voraussetzung dafür werden Server sein, die 10GbE schon eingebaut haben.
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