Cisco legt 11. Visual Networking Index (VNI) vor

2020: fast 800 Mio. ver­netz­te Geräte in Deutschland

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

Im Jahr 2020 werden mehr als die Hälfte der vernetzten Geräte in Deutschland Maschinen sein, die nicht direkt mit Menschen kommunizieren.
Im Jahr 2020 werden mehr als die Hälfte der vernetzten Geräte in Deutschland Maschinen sein, die nicht direkt mit Menschen kommunizieren. (Bild: pgottschalk – Fotolia.com)

Die steigende Zahl der vernetzten Geräte wird zu einem explosiven Datenwachstum führen. Cisco sagt im 11. Visual Networking Index (VNI) voraus, dass der mobile Datenverkehr in Deutschland um das Siebenfache wachsen und der gesamte deutsche IP-Traffic auf das Doppelte ansteigen wird.

„In vier Jahren kommen auf jeden Deutschen, vom Baby bis zum Greis, rund zehn vernetzte Geräte. Heute sind es schon halb so viele”, sagt Oliver Tuszik, Deutschlandchef von Cisco. „Diese Geräte werden nicht alle bei uns zu Hause stehen, sondern werden unsere Städte, Fabriken und vieles andere „smart“ machen. Diese zunehmende Vernetzung ist ein Gradmesser für die Digitalisierung, und wir sehen: In den kommenden vier Jahren wird die Digitalisierung in Deutschland Tempo aufnehmen.“

Die Cisco-Studie ergänzt den Cisco VNI Global Mobile Data Traffic Forecast. Ihr zufolge wird es im Jahr 2020 767,5 Mio. vernetzte Geräte in Deutschland geben – mehr als die Hälfte davon werden Maschinen sein, die nicht direkt mit Menschen kommunizieren. Die erzeugte Datenmenge der Maschinen werde jedoch nur sechs Prozent der Gesamtsumme betragen. Der klassische Computer (36 Prozent) wird laut VNI in Sachen Datenverbrauch vom Fernsehen eingeholt (32 Prozent), Smartphones und Tablets folgten dahinter mit 26 Prozent.

Der IP-Datenverkehr in Deutschland werde sich in diesem Zeitraum verdoppeln und 2020 damit 38-mal größer sein als 2005. Für die Durchschnittsgeschwindigkeit in den Mobilfunknetzen prognostiziert Cisco eine Verdreifachung von 5 auf 15 MBit/s, für die Geschwindigkeit kabelgebundener Anschlüsse eine Verdoppelung von 27 auf 56 MBit/s. „Der Datenverkehr wächst jedoch deutlich schneller. Vor allem im Mobilfunk – nämlich um das Siebenfache“, sagt Oliver Tuszik. „Das bedeutet: Wir müssen in Deutschland weiter am Breitbandausbau arbeiten.“

Der VNI basiere auf unabhängigen Vorhersagen von Analysten, realen Messwerten mobiler Datennutzung und eigenen Erhebungen von Cisco zu IP-Datenverkehr und -Services. Erstmals habe Cisco im Rahmen des VNI auch DDoS-Attacken untersucht. DDoS-Attacken, die Server und Netzwerkgeräte durch eine Überlastung mit Datenverkehr lahmlegen, bedrohen Unternehmen und können auch populäre Webseiten, E-Mail-Dienste oder soziale Netze lahmlegen. Bei akuten Angriffen stellten sie bereits bis zu zehn Prozent des gesamten Internetverkehrs eines Landes dar. Von 2015 bis 2020 werde die Anzahl der DDoS-Angriffe weltweit von 6,6 Mio. auf 17 Mio. steigen.

Weitere Ergebnisse für Deutschland

Nach Cisco-Angaben wird in Deutschland der mobile Traffic von 2014 bis 2019 mit einer jährlichen Wachstumsrate von 46 Prozent und damit doppelt so schnell wie der Datenverkehr über feste IP-Leitungen wachsen. Er werde dann für acht Prozent des gesamten Datenverkehrs verantwortlich sein, im Vergleich zu drei Prozent im vergangenen Jahr. Die übertragenen Videodaten sollen auf das Dreifache steigen, mit einer jährlichen Rate von 25 Prozent. Sie besäßen dann einen Anteil von 81 Prozent am gesamten Traffic, im Vergleich zu 63 Prozent im Vorjahr. Knapp drei Viertel der Daten werde dabei in HD-Qualität übertragen, 17,5 Prozent in Ultra-HD.

Immer mehr Daten

Weltweit wird, so die Cisco-Vorhersage, in den kommenden fünf Jahren die Nutzung von persönlichen Geräten und M2M-Verbindungen deutlich stärker wachsen als die Zahl der Internetnutzer und der Weltbevölkerung. So werde es im Jahr 2020 für jeden Menschen im Durchschnitt 3,4 vernetzte Geräte geben, also insgesamt 26,3 Mrd. Der IP-basierte Daten-Traffic werde fast um das Dreifache mit einer jährlichen Wachstumsrate von 22 Prozent steigen.

Für das explosive Datenwachstum seien verschiedene Entwicklungen verantwortlich. Dazu gehörten etwa Innovationen im Bereich Internet der Dinge (IoT), Videoanwendungen, intelligente Stromzähler, digitale Gesundheitssensoren sowie M2M-Services der nächsten Generation. Alleine die Maschinenvernetzung werde fast um das Dreifache auf 12,2 Mrd. Geräte wachsen. Im Gesundheitsbereich sei hier eine Steigerung um das Fünffache zu erwarten. Bis 2020 werden Cisco zufolge Lösungen für das vernetzte Zuhause mit 5,8 Mrd. für fast die Hälfte aller M2M-Verbindungen sorgen.

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