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Kearney-Studie zu europäischen Telekommunikationsmärkten 174 Milliarden Euro fehlen für Europas Netze

Von Berk Kutsal 1 min Lesedauer

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Europas Telekommunikationsmärkte stehen unter massivem Investitionsdruck. Eine neue Studie von Kearney beziffert die Finanzierungslücke für Gigabit- und 5G-Ziele bis 2030 auf 174 Milliarden Euro. Deutschland landet im unteren Drittel eines neu erhobenen europäischen Vergleichs.

Die Zahl ist so groß, dass sie fast abstrakt wirkt: 174 Milliarden Euro. Doch genau diese Summe fehlt Europa laut Kearney, um seine eigenen Digitalziele zu erreichen. Der eigentliche Befund der Studie liegt jedoch tiefer und ist politisch unbequemer.(Bild:  Kearney)
Die Zahl ist so groß, dass sie fast abstrakt wirkt: 174 Milliarden Euro. Doch genau diese Summe fehlt Europa laut Kearney, um seine eigenen Digitalziele zu erreichen. Der eigentliche Befund der Studie liegt jedoch tiefer und ist politisch unbequemer.
(Bild: Kearney)

Europa droht beim Ausbau seiner digitalen Infrastruktur zurückzufallen. Laut der Studie European telecoms 2026: in need of a health boost des Unternehmensberatungsunternehmens Kearny klafft bis 2030 eine Finanzierungslücke von mindestens 174 Milliarden Euro, um die europäischen Gigabit- und 5G-Ziele zu erreichen. Andernfalls könnten bis zu 45 Millionen Menschen auch Ende des Jahrzehnts noch ohne leistungsfähige Netzanbindung bleiben.

Große Wirtschaft, schwache Platzierung: Im European Telecom Health Index 2025 landet Deutschland im unteren Drittel – deutlich hinter skandinavischen und kleineren europäischen Märkten.(Bild:  Kearney)
Große Wirtschaft, schwache Platzierung: Im European Telecom Health Index 2025 landet Deutschland im unteren Drittel – deutlich hinter skandinavischen und kleineren europäischen Märkten.
(Bild: Kearney)

Die Analyse basiert auf dem erstmals erhobenen European Telecom Health Index, der 21 europäische Märkte anhand von fünf Dimensionen bewertet, darunter finanzielle Leistungsfähigkeit, Netzausbau und Kundenzufriedenheit. Deutschland erreicht lediglich 64 Punkte und rangiert auf Platz 15 von 20 untersuchten Ländern. Schweden, Norwegen und Portugal führen das Ranking an.

Als zentrales strukturelles Problem identifiziert die Studie die begrenzte Investitionskraft der Netzbetreiber. Zwar liegen die Kapitalrenditen etablierter Netze in vielen Ländern weiterhin bei rund zehn Prozent, sie beruhen jedoch vor allem auf der Auslastung bestehender Kupfer-, Koaxial- und Mobilfunkinfrastruktur. Neue Investitionen in Glasfaser und 5G lassen sich unter den aktuellen regulatorischen und wettbewerblichen Bedingungen nur schwer refinanzieren.

Gleichzeitig steigt der Bedarf rasant. Der Internetverkehr in Europa hat sich zwischen 2014 und 2022 nahezu verneunfacht und wächst weiter um 20 bis 25 Prozent pro Jahr. Der zunehmende Einsatz von KI treibt insbesondere den Ausbau von Rechenzentren: Deren Strombedarf könnte bis 2030 um 165 Prozent steigen.

Vor diesem Hintergrund misst die Studie externem Kapital eine zentrale Rolle zu. Private-Equity- und Infrastrukturfonds investieren bereits verstärkt in Glasfasernetze, Mobilfunkmasten und Rechenzentren. Beispiele sind der Verkauf von Mehrheitsanteilen an Funkturmgesellschaften oder die Auslagerung kompletter Festnetzinfrastrukturen in eigenständige Netzgesellschaften.

Kearney sieht jedoch auch politischen Handlungsbedarf. Ohne regulatorische Stabilität, beschleunigte Genehmigungsverfahren und klarere Marktstrukturen drohe Europa, die Kontrolle über kritische digitale Infrastruktur schrittweise zu verlieren.

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