
Windows 2000: Das „professionelle“ Betriebssystem
Bereits 1997 begann Microsoft an der Entwicklung des Nachfolgers, in ersten Betaversionen noch Windows NT 5.0 genannt. Schon bald darauf erfolgte aber die Umbenennung in Windows 2000, auch wenn die Kernel-Bezeichnung weiterhin die Versionsnummer NT 5.0 trug. Eigentlich hatte Microsoft mit diesem Betriebssystem bereits vor, die beiden OS-Familien zu vereinen und einen gemeinsamen Nachfolger sowohl zur 9X- als auch zur NT-Familie zu präsentieren. Da man allerdings im Jahr 2000 letztendlich die DOS-Unterstützung für den Heimanwendermarkt nicht komplett einstellen wollte, wurde als Zwischenlösung noch Windows Me eingeschoben. Windows 2000 sollte sich dagegen an erfahrenere Anwender richten, woraus sich auch der Name „Windows 2000 Professional“ für Einzelplatzrechner-Versionen erklärt. Neben dieser Variante existieren mit „Windows 2000 Server“ (von der zwei limitierte Fassungen sogar Intels 64-Bit-Ithanium-Prozessor unterstützten), „Windows 2000 Advanced Server“ und „Windows 2000 Datacenter Server“ noch drei weitere Editionen. Es war bis dato Microsofts umfangreichstes Softwareprojekt: Nach Angaben des Unternehmens verschlang die Entwicklung etwa zwei Milliarden US-Dollar und beschäftigte mindestens 2000 Programmierer.
Das neue Betriebssystem fand vor allem in Firmen mit größeren Netzwerken schnell Verbreitung. Erstmals fand in der NT-Familie die Unterstützung von echtem Plug&Play Anwendung, was sogar reibungsloser funktionierte, als es Nutzer der 9X-Familie gewohnt waren. Das neue Domänenverwaltungssystem „Active Directory“ war vor allem bei Systemadministratoren beliebt, da es neue Möglichkeiten zur Gliederung von Netzwerken eröffnete, die sich beispielsweise leicht an die Struktur eines Unternehmens anpassen ließ. Mit dem Power-Manager wurden zudem die Stromsparfunktionen nach ACPI-Standard integriert: Erstmals ließ sich ein Windows-System nach Betrieb nicht nur herunterfahren, sondern alternativ auch nur in den Ruhezustand versetzen. Zudem unterstützte das Betriebssystem zahlreiche neue Schnittstellen wie Ports für Infrarot-Geräte, nach Service-Pack-Upgrades auch USB 2.0 oder Firewire.

Windows 2000 war die letzte Windows-Version, die nicht nach der Installation noch einmal separat bei Microsoft aktiviert werden musste – eine einfache Eingabe des beiliegenden 25-stelligen Produkt-Keys genügte. Wahrscheinlich trug dieser Umstand, zusammen mit der Stabilität, zur Popularität des Systems auch bei Heimanwendern bei. Gerade viele Unternehmen mit großen Netzwerken hielten noch lange an dem Betriebssystem fest. Microsoft stellte den Firmen-Support für Windows 2000 nach mehrmaligen Verlängerungen letztendlich erst am 13. Juli 2010 endgültig ein.
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