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Grundlagen für das Telefonieren via IP-Netz

Wenn die Kommunikation wackelt – VoIP-Basics und -Probleme

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Von der Ursache zur Lösung

Von der Ursache zur Lösung, Grafik: VoipFuture (Archiv: Vogel Business Media)

Ist die Ursache erkannt, müssen die Fehler zunächst klassifziert werden. Die Erkennung, Lokalisierung und Klassifikation von Fehlerursachen basieren dabei auf folgenden Eckpunkten:

  • Diagnose beruht auf Parametern
  • Das funktioniert auch im Falle, dass sich Fehler überlagern
  • Die konkreten Fehlerursachen müssen irgendwo genannt und klassifiziert werden
  • Denn die Klassifizierung erlaubt gezielte Maßnahmen. So braucht ein VoIP-Gerät seine Konfiguration nur dann ändern, wenn Fehl-Konfiguration als Ursache für schlechte Qualität diagnostiziert wurde
  • Wird die Störung beseitigt, muss sich eine Effizienzsteigerung deutlich abzeichnen

VoIP-Qualität ist also messbar. Allerdings sollten Schwachpunkte in der IP-Vernetzung erkannt und beseitigt werden, bevor die Lösung live geht, um die hohen Erwartungen an die Qualität neuer Voice-over-IP-Systeme nicht zu enttäuschen. Wenn Gespräche im IP-Netz an schlechten Leitungen erkennbar sind, dann ist bei der Implementierung etwas schief gelaufen.

Auch kurze Aussetzer mitten im Gespräch und Wortfetzen, die sich im Netz verflüchtigen, gehören eigentlich der Vergangenheit an, als Bandbreite und Technologie nur unzureichend für die Echtzeit-Übertragung von Sprache im Netzwerk und Internet ausgelegt waren. In einem modernen Voice-over-IP-System darf weder ein störender Zeitversatz zu hören sein, noch ein Echo der eigenen Stimme.

Doch tatsächlich lassen sich nicht alle Probleme mit Sicherheit im Vorfeld erkennen. Dafür sind spezielle Tools notwendig. Eine Überwachungssoftware sollte Netzwerk-Flaschenhälse, Systemausfälle und viele andere Störquellen finden, automatische Diagnosen, Performance-Messungen und umfassende Statistiken bieten, die bei der raschen Fehlerbeseitigung helfen.

Zu beachten ist hierbei, dass ein umfangreiches und über die Zeit gewachsenes VoIP-Netz in der Regel nicht aus Hard- und Software aus einer Hand besteht, sondern Systeme mehrerer Anbieter kombiniert. Deshalb beginnt bei Problemfällen die Suche nach dem Grund beim jeweils anderen Ausrüster. Die Ursachenforschung kann so leicht in Schuldzuweisungen münden, die den Kunden letztlich mit dem Problem allein lassen.

Eine proaktive Qualitätssicherung und ein professionelles Monitoring können die Anzahl der Problem-Anzeigen um 30 bis 50 Prozent reduzieren.

Der Autor:

Thorsten Deutrich (Archiv: Vogel Business Media)

Thorsten Deutrich ist Sales Director bei der VoIPFuture Ltd., Hamburg. Er blickt auf über 15 Jahre internationale Erfahrung zurück. Seine beruflichen Stationen waren unter anderem Unternehmensberater für führende VoIP Hardwarehersteller und internationale Carrier sowie Vertriebsleiter und Niederlassungsleiter bei Telefónica Deutschland, DNS:NET und Teleglobe.

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