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Mittelfränkische Kommune Simmelsdorf deckt weiße DSL-Flecken ab Weniger Interferenzen auf dem Kupferkabel durch IFC – mehr Breitband im Dorf

Redakteur: Ulrike Ostler

Simmelsdorf will alle Gemeindeteile im seinem Vorwahlgebiet mit Breitband versorgen. Notwendig ist eine Technik, die Interferenzen aus Kupferkabeln heraus rechnet. Sie stammt von Broadband United, wird von Ecore angeboten und trägt die Bezeichnung „IFC Interconnect für SHDSL“. IFC erkennt Störungen, berechnet ein Kompensationssignal und schaltet die Störungen ab. Das Ergebnis: Die DSL-Reichweite kann sich verdoppeln.

Das von der Breitbandinitiative Bayern geförderte Pilotprojekt in Simmelsdorf ist die erste Installation eines IFC-Systems mit dem Ziel, Breitband flächendeckend anzubieten. IFC Interconnect für SHDSL reduziert Störungen auf bestehenden Kupferleitungen, so dass sich SHDSL über große Entfernungen übertragen lässt. Die Gemeinde will bis zum Sommer 2010 einhundert Prozent aller Gemeindeteile mit Breitband-Anschlüssen erreichen.

Die Gemeinde Simmelsdorf, die sich in der Nähe von Nürnberg befindet, hat fast 3.200 Einwohner, die sich über rund 41 Quadratkilometer auf 26 Gemeindeteile verteilen. Die 26 Dörfer und Weiler zählen jeweils zwischen einem und wenigen 100 Haushalten.

Laut Thomas Schmidt, Leiter der dortigen Bauverwaltung, sei es aufgrund der Weitläufigkeit bisher schwierig gewesen, Breitbandversorgung flächendeckend zu ermöglichen. Denn die Ortsteile seien zumeist durch kilometerlange Kupferleitungen an den zentralen Hauptverteiler in Simmelsdorf angeschlossen.

Zu lange, zu alte, zu belastete Leitungen

IFC (Interference Cancellation) von Broadband United ist auch dierkt in Unternehmen verwendbar: Die Technik reduziert Nebensprechstörungen auf DSL-Leitungen, um Verfügbarkeit und Qualität von DSL-Systemen (SHDSL, ADSL, ADSL2+, VDSL2 usw.) zu verbessern. Mit IFC optimierte DSL-Systeme können damit die Basis für neue P2PDienste bilden. (Archiv: Vogel Business Media)

Zudem seien diese Leitungen in der Regel viele Jahrzehnte alt und sehr dicht mit Telefon- und DSL-Anschlüssen beschaltet. Das Problem: Bisher lässt sich DSL auf vielen längeren Kupferleitungen überhaupt nicht oder nur mit stark reduzierter Bitrate übertragen. Grund sind Störungen zwischen den verschiedenen Anschlüssen. „Die hohe Beschaltung verursacht Störungen, welche die Reichweite von DSL erheblich reduzieren“, so Schmidt.

Daher steht DSL bisher nur in den Gemeindeteilen Simmelsdorf und Hüttenbach sowie den nächstliegenden Ortsteilen zur Verfügung. Die Datenraten reichen von einem bis 16 Megabit pro Sekunde. In anderen Ortsteilen ist lediglich so genanntes „DSL light“ mit etwa 384 oder ISDN mit 128 Kilobit verfügbar.

Das soll sich insbesondere mit dem Breitbandkonzeptvon Ecore ändern. Dieses sieht eine Kombination aus Glasfaser und der Nutzung existenter Kupferleitungen vor. So soll in den Gemeindeteilen Simmelsdorf und Hüttenbach weiterhin ADSL-Anschlüsse zur Verfügung stehen.

Darüber hinaus stellt ein Mobilfunkbetreiber für die im Vorwahlgebiet der Nachbargemeinde Betzenstein gelegenen Ortsteile Wildenfels und Strahlenfels die Breitbandversorgung per UMTS sicher.

weiter mit: Weg mit den Störungen!

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