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Glasfaser von Vodafone, aber nur in Heilbronn

Vodafone baut sein erstes eigenes VDSL-Netz – mit Hilfe der Telekom

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Kupfer bis zum Endkunden

Das Heilbronner VDSL-Netz wird maximal 50 Megabit pro Sekunde im Downstream anbieten können. Liegt der Hausanschluss in 1 bis 2 Kilometer Entfernung, sind es noch 25 Megabit pro Sekunde.

Das liegt an den Restriktionen der Kupferleitungen, die in die Gebäude führen. Denn das Projekt ist ein Fibre-to-the-Curb-Projekt (FTTC), nicht Fibre to the Home (FTTH). Die ADSL-Leitungen zu den Hauptverteilern von Vodafone lagen bereits. Hier nutzt das Unternehmen ein Multiplexing-Verfahren. Nun werden die Kabelverzweiger mit Glasfaser versorgt. „Noch ist Deutschland das größte Kupferbergwerk“, scherzt Staatssekretär Drautz.

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Die Projektverantwortlichen (links: Stephan Gammersbach von der Deutschen Telekom und rechts: Georg Benzer von Vodafone) sowie der Heilbronner Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach und Richard Drautz (rechts), Staatssekretär im Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg. (Archiv: Vogel Business Media)

Die Zusammenarbeit von Vodafone und der Deutschen Telekom AG nährt die Hoffnung, dass der Breitbandausbau nun zügiger vorankommt. Doch angesichts der schwierigen Verhandlungen bleibt Heilbronn erst einmal ein Pilotprojekt. Lediglich Würzburg wird zunächst ein ähnliches Projekt erleben: Hier stellt die Telekom Ihre Leerrohre und die Verteilerkästen für Vodafone zur Verfügung, so dass der Konkurrent sich ein eigenes Netz aufbauen kann.

Somit bietet diese Kooperation auch keine kurzfristige Chance, weiße Flecken oder unterversorgte Gebiete mit Glasfaser oder auch nur Breitband zu erschließen. Ein Vorteil könnte sich, wenn überhaupt, erst längerfristig ergeben – mehr Glasfaser im Boden erleichterte die Verbindung beziehungsweise Errichtung vom Mobilfunk-Basisstationen.

Aufgabenverteilung von Vodafone und Telekom in Heilbronn und Würzburg, Grafik: Vodafone (Archiv: Vogel Business Media)

Doch bis dahin bleiben 50 Megabit und mehr ein Privileg der Städte. Daran ändern auch die Angebote von United Internet (1&1), EWE, M-Net und Net-Aachen nichts. Diese Unternehmen haben mit der Deutschen Telekom einen Vertrag unterzeichnet, der es ihnen ermöglich die VDSL-Infrastruktur der Telekom zu nutzen (siehe: Kasten). In 50 deutschen Städten steht ein solches VDSL-Netz zur Verfügung (siehe: Kasten).

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