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Glasfaser von Vodafone, aber nur in Heilbronn

Vodafone baut sein erstes eigenes VDSL-Netz – mit Hilfe der Telekom

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Ein Test für alle Beteiligten

Auch das Land zahle keinen Cent für den VDSL-Ausbau in Heilbronn, strahlt Richard Drautz, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium von Baden-Württemberg. Das Bundesland hatte als eines der ersten Bundeländer Geld als Zuschüsse in Höhe von 20 Millionen Euro für den Breitbandausbau zur Verfügung gestellt. Rund 30 Millionen kommen durch das Konjunkturpaket II noch hinzu. Ein Landesgesetz sorgt zudem dafür, dass überall dort wo gegraben wird, auch Leerrohre verlegt werden müssten.

Dennoch sei die Zusammenarbeit der Konkurrenten eine große Sache, Schließlich sei der Aufbau und die Vermarktung von Breitband Sache der Telekommmunikations-Firmen, nicht der Öffentlichen Hand. Arbeiteten sie zusammen ginge es vermutlich schneller vorwärts.

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Immerhin sollen nach den Plänen der Bundesregierung im Jahr 2014 rund 75 Prozent der Haushalte und Firmen mit 50 Megabit-Angeboten versorgt sein. „Das ist eine Herkulesaufgabe, die keine staatliche Finanzierung hinkriegen kann“, so Drautz.

Die Beteiligten sehen das Projekt in Heilbronn als Test. Passen die unterschiedlichen Techniken zusammen und vor allem: Wer zahlt was? Denn anders als bisher, wenn die Telekom ihr Netz gegen eine TAL-Gebühr (TAL = Teilnehmerasnschlussleitung) an die Konkurrent vermietete, geht es nun um eine Vodafone-eigenes Netz, dessen Zuleitung von der Telekom für die Verteilung über Kupferkabel genutzt wird – und zwar über eigene Technik.

Parallele Technik

Georg Benzer, der Projektverantwortliche bei Vodaphone: „Zehn Kästen stehen und die Lichter blinken schon.“ (Archiv: Vogel Business Media)

„Denn“, so Georg Benzer, der Projektverantwortliche bei Vodafone, „TAL als Shared Medium gibt es (noch) nicht.“ Ohne die jeweils eigene Technik könne kein Quality of Service, etwa für die Priorisierung der Sprache sichergestellt werden. Somit müssen beide Partner die ankommende Glasfaser nutzen, um die Signale über Kupferkabel, die zum Teil 70 Jahre alt sind, an die Haushalte und in die Firmen zu verteilen. Dafür benötigen sie so genannte Multifunktionsschränke, in denen sich die Kabelverzweiger befinden.

Der Projektstart in Heilbronn war am Freitag in der vergangenen Woche. Doch, obwohl die Verhandlungen darüber, wie sich ein Netz für die Nutzung durch Konkurrenten öffnen lässt, schon Monate vor dem offiziellen Projektstart begonnen hatten, sind wesentliche Fragen noch ungeklärt.

Zum Beispiel weiß Vodafone noch nicht, wie viel das Unternehmen der Telekom für die Nutzung der Leerrohre zahlen muss. In Heilbronn sind 80 Prozent der notwendigen 159 Kabelverteiler angeschlossen. Da rund 70 bis 80 Prozent der Kosten für den Bau einer Leitung für den Posten Grabung eingeplant werden müssen, die Leerrohne der Telekom aber bereits liegen, verlangt das Unternehmen für die Nutzung eine Erschließungsgebühr beim Einziehen der Kabel sowie Nutzungsgebühren. Der Vertrag soll zehn Jahre laufen.

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