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Mobilfunk im Realitätscheck Verivox: Praktische Surfgeschwindigkeit liegt weit unter Anbieterangaben

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

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Deutsche Mobilfunktarife werben im Schnitt mit bis zu 145 Mbit/s. Eine aktuelle Auswertung von Verivox zeigt jedoch, dass Kundinnen und Kunden in der Praxis nur rund die Hälfte dieses Werts erreichen. Messungen von Ookla und anderen Anbietern bestätigen die Differenz.

Eine Analyse von Verivox zeigt: Deutsche Handytarife werben im Schnitt mit 145 Mbit/s, tatsächlich surfen Nutzerinnen und Nutzer aber nur mit rund 70 Mbit/s. Messungen von Ookla bestätigen die große Lücke zwischen Werbung und Praxis.(Bild:  KI-generiert)
Eine Analyse von Verivox zeigt: Deutsche Handytarife werben im Schnitt mit 145 Mbit/s, tatsächlich surfen Nutzerinnen und Nutzer aber nur mit rund 70 Mbit/s. Messungen von Ookla bestätigen die große Lücke zwischen Werbung und Praxis.
(Bild: KI-generiert)

Der durchschnittlich erreichbare Surfspeed in Handytarifen deutscher Provider beträgt 145 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) – das ist der Wert auf Basis von Anbieterangaben. Die tatsächlich im Sommer 2025 in Deutschland gemessene Geschwindigkeit beträgt jedoch gerade einmal die Hälfte. Das zeigt eine aktuelle Analyse des Vergleichsportals Verivox.

Über alle 225 untersuchten Angebote hinweg betrage die im Vertrag ausgewiesene maximale Downloadgeschwindigkeit im Schnitt 145 Mbit/s. Gemessen wurden zwischen Mai und Juli 2025 laut Ookla jedoch nur 70 Mbit/s. Damit würden die tatsächlichen Geschwindigkeiten lediglich 48 Prozent des beworbenen Werts erreichen. Im internationalen Vergleich belegt Deutschland damit Rang 59 von 103 erfassten Ländern.

Ein Vorjahres-Test des britischen Portals Bestbroadbanddeals.co.uk hatte für Deutschland 88 Mbit/s ermittelt (Platz 49). In diesem Szenario seien fehlerhafte Nutzerwerte mit klaren Netzproblemen aus der Auswertung herausgefiltert worden.

„Die Surfgeschwindigkeit ist keine feste Tarifkomponente, sondern eine bis-zu-Angabe der Anbieter,“ wird Verivox-Telekommunikationsexperte Jörg Schamberg zitiert. Faktoren wie Endgerät, Standort und Auslastung einer Funkzelle würden maßgeblich den tatsächlichen Wert bestimmen. Besonders bei Großveranstaltungen sei die Performance sichtbar eingeschränkt.

Rund die Hälfte der untersuchten Tarife biete laut Analyse maximal 50 Mbit/s. Davon betroffen seien vor allem Discounter- und Service-Provider wie Drillisch oder klarmobil. Nur zwei Prozent der Discount-Tarife liegen bei 25 Mbit/s oder darunter – eine Geschwindigkeit, die vor einigen Jahren noch Standard gewesen sei. Inzwischen enthielten 95 Prozent dieser Tarife einen Zugang zum 5G-Netz, was den Durchschnittswert aber nicht spürbar erhöhe.

„Die großen Anbieter setzen sich mit einer merklich besseren Leistung von kleineren Providern ab, die hingegen günstigere Preise bieten. Kunden der Telekom, von Vodafone, O2 oder 1&1 surfen mit bis zu 300 Mbit/s, das ist auf dem Papier sechsmal so schnell,“ sagt Jörg Schamberg.

In manchen Unlimited-Angeboten werde die Geschwindigkeit dagegen bewusst limitiert. So nennt Verivox Beispiele mit 15 Mbit/s bei O2 oder 5 Mbit/s bei Freenet. Letzterer Wert entspreche in etwa dem Niveau des früheren UMTS-Netzes.

Nach Einschätzung von Schamberg seien 50 Mbit/s für Streaming und Videotelefonie im Alltag zwar ausreichend. Anspruchsvolle Szenarien wie HD-Streaming, Online-Gaming oder datenintensive Anwendungen würden aber höhere Bandbreiten verlangen.

* Methodik: Ausgewertet wurde die in den Anbieter-Tarifbedingungen genannte maximale Datenübertragungsrate von 225 Handytarifen (Netzbetreiber, Service-Provider und Discounter, Postpaid, Privatkunden, inkl. Young-Tarife). Quellen: Verivox-Datenbank, Websites der Anbieter. Stand: 20.06.2025.

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