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Typische Applikationen und Protokolle für IP-Telefonie und Messaging

UC-Integration und -Sicherheit – die Quadratur des Kreises?, Teil 1

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Die Signalisierung

Im Prinzip verhält sich der UM-Server aus Sicht der TK-Anlage zunächst wie ein Endgerät. Die Gefährdungssituation bezüglich der Sprachschnittstelle entspricht damit jener der Endgeräte einer entsprechenden TK-Anlage. Ein weiteres Gefährdungspotenzial ergibt sich aus der Signalisierungs-Schnittstelle, insbesondere dann, wenn diese mittels einer weiteren dedizierten Verbindung implementiert ist.

Bei der Integration mit E-Mail-Systemen muss zwischen zwei Szenarien unterschieden werden. Beim so genannten „True Unified Messaging“ werden alle eingegangenen Nachrichten durch den UM-Server im E-Mail-Postfach eines Benutzers, also auf dem E-Mail-Server, abgelegt. Für die Auslieferung der Nachrichten kann etwa SMTP eingesetzt werden; weit verbreitet ist jedoch auch der Einsatz des proprietären MAPI-RPC Protokolls von Microsoft.

Bei UM-Systemen, die kein True Unified Messaging unterstützen, werden die eingegangenen Nachrichten von einem auf dem UM-Server laufenden eigenen E-Mail-Server bereitgestellt. Die Nutzer müssen daher ihre E-Mail-Clients so einrichten, dass ihre Nachrichten zum Beispiel über die bekannten Protokolle POP3 oder IMAP4, von diesem Server abgeholt werden.

Zusätzlich oder als Alternative zur Integration mit dem E-Mail-System bieten viele UM-Dienste eine Web-Schnittstelle, damit Benutzer auf ihre Nachrichten zugreifen können oder um Nachrichten zu versenden.

Die Protokolle

Zur Verbindung von UM- beziehungsweise Sprachspeichersystemen untereinander, etwa während Migrationsphasen, existieren zwei Protokolle:

  • AMIS (Audio Messaging Interchange Specification) ist ein Protokoll zur Kopplung älterer Sprachspeichersysteme über eine analoge Telefonleitung.
  • VPIM (Voice Profile for Internet Mail) wird von neueren digitalen Systemen eingesetzt und verwendet E-Mail zur Auslieferung von Sprach- und Faxnachrichten.

Es sollte beachtet werden, dass ein spezifisches UM-System noch eine Reihe weiterer Schnittstellen bieten kann, die hier nicht aufgeführt wurden. Beispiele hierfür sind Anbindungen an so genannten „SMS Large Accounts“ zur massenhaften Versendung von Kurznachrichten und die Anbindung an Verzeichnisdienste und Fax-Server. Es ist daher im Einzelfall mit dem Hersteller eines Systems zu klären, welche Schnittstellen vorhanden sind, welche für den Betrieb unter den gegebenen Anforderungen benötigt werden und welche gegebenenfalls deaktiviert werden können.

weiter mit: Computer Telephony Integration (CTI)

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