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Domänencontroller, VMs, Backup, DHCP, CRM & Co. Ohne Server Synology-NAS: Der bessere Server für KMU?

Von Thomas Joos 5 min Lesedauer

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Synology-NAS-Systeme bieten schon eine Weile sehr viel mehr als die Bereitstellung von Datenspeicher im Netzwerk. Das NAS kann über sein Betriebssystem DSM eine Vielzahl von Serverdiensten bereitstellen, die für KMU mehr als ausreichend und zum größten Teil vollkommen kostenlos sind.

Synology NAS-Systeme können durch ihr flexibles und modular um diverse Serverdienste erweiterbares Betriebssystem DiskStation Manager in vielen Unternehmen den klassischen Server ersetzen.(Bild:  Synology Inc.)
Synology NAS-Systeme können durch ihr flexibles und modular um diverse Serverdienste erweiterbares Betriebssystem DiskStation Manager in vielen Unternehmen den klassischen Server ersetzen.
(Bild: Synology Inc.)

Ein großer Vorteil von Synology-NAS-Systemen ist das verwendete Betriebssystem mit der Bezeichnung DSM (DiskStation Manager). Dieses System bietet ein Paketzentrum, über das eine Vielzahl an zusätzlichen Serverdiensten komplett kostenlos zur Verfügung stehen. Dadurch ist es möglich, über ein Synology NAS ein Active Directory aufzubauen, mit dem NAS als Domänencontroller.

Dazu kommen weitere Serverdienste, wie die Möglichkeit, das NAS als VM-Host, DNS-Server, als Proxy-Server oder als Backup-Server für lokale Dienste und in die Cloud, für die Synchronisierung mit verschiedenen Cloudspeichern und vieles mehr zu nutzen. Einfach ausgedrückt kann ein Synology-NAS mit ausreichender Leistung und Arbeitsspeicher einen Server für kleine und mittlere Unternehmen komplett ersetzen. Die Verwaltung der Umgebung erfolgt über eine Weboberfläche. Hierüber lassen sich alle zusätzlichen Serverdienste installieren und betreiben. Wir gehen in diesem Beitrag auf die wichtigsten Serverfunktionen und deren Möglichkeiten ein.

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Kostenloses Active Directory mit Synology Directory Server

Das Herzstück beim Betrieb eines Netzwerks mit einem Synology NAS ist der Synology Directory Server. Dieser ermöglicht den Aufbau eines Active Directory. Wer Ausfallsicherheit erreichen möchte, kann im Netzwerk zwei oder mehrere NAS betreiben. Mit dem Active Directory sind sogar Gruppenrichtlinien möglich; und Benutzer melden sich mit ihren Arbeitsstationen genauso wie mit Microsoft Active Directory an der Domäne an.

Der Synology Directory Server ist allerdings komplett kostenlos und wird über das Paketzentrum auf der Weboberfläche installiert. Basis ist Samba 4. Generell funktioniert Synology Directory Server dahet wie ein Samba-Server. Wir haben das Thema bereits im Beitrag "Domänencontroller auf Basis von Samba" besprochen. Die Verwaltung der Umgebung kann parallel mit den Microsoft-Tools für Active Directory erfolgen. Diese gehören zum Lieferumfang von Windows 10/11 Pro und Enterprise.

Über den Directory Server ist es möglich, zusätzliche Domänencontroller in bestehende Active Directory-Umgebungen zu integrieren. Darüber hinaus lassen sich auch schreibgeschützte Domänencontroller (RODC) installieren.

Synology Virtual Machine Manager ermöglicht das Erstellen von VMs auf dem NAS

Mit dem Virtual Machine Manager lassen sich VMs auf dem Synology-NAS betreiben. Sinnvoll ist das zum Beispiel für erweiterte Serverdienste, die nicht im Paketzentrum zur Verfügung stehen, wie zum Beispiel CRM-Systeme oder andere Workloads. Auch der Virtual Machine Manager steht kostenlos über das Paketzentrum zur Verfügung.

DNS-Server für die Namensauflösung

Die Namensauflösung übernimmt in modernen Netzwerken ein DNS-Server. Dieser steht über den Synology DNS-Server ebenfalls kostenlos im Paketzentrum zur Verfügung. Der DNS-Server ist ein vollständiger Server, der mehrere Zonen hosten kann und perfekt für die Namensauflösung geeignet ist. Der DNS-Server wird bei der Verwendung von Synology Directory Server ohnehin mit installiert, da er sich um die Verwaltung der Namensauflösung in der Active Directory-Umgebung kümmert.

DHCP-Server verteilt IP-Adressen

Mit dem DHCP-Server lässt sich auf dem NAS auch ein professioneller DHCP-Server betreiben, der genauso wie die anderen Lösungen vollkommen kostenlos zur Verfügung steht. Der DHCP-Server arbeitet mit dem DNS-Server und dem Directory-Server zusammen. Es ist aber auch möglich, den DHCP-Server auf der Firewall oder dem Internet-Router zu verwenden, und bezüglich der Namensauflösung die IP-Adresse des DNS-Servers auf dem Synology NAS anzugeben.

Active Backup for Business sichert die Daten der Computer im Netwerk

Mit Active Backup für Business lassen sich auf dem NAS-System über Agenten auch Windows-Computer und deren Daten im Netzwerk sichern. Die Software steht ebenfalls kostenlos zur Verfügung. Als Sicherungsziel kann Synology C2 Storage genutzt werden. Dadurch können Daten des NAS und der Arbeitsstationen in die Cloud gesichert werden. Parallel dazu lassen sich hybride Freigaben erstellen, die im lokalen Netzwerk und der Cloud synchron sind und den Aufbau einer hybriden Cloud-Infrastruktur ermöglichen.

Proxy-Server auf Basis von Squid stellt sicheres Internet zur Verfügung

Für sichere Internetverbindungen kann es sinnvoll sein, die Benutzer in KMUs nicht über das Standardgateway mit dem Internet zu verbinden, sondern über einen Proxy-Server. Dieser steht auf Synology NAS-Systemen ebenfalls zur Verfügung und ermöglicht auch Authentifizierungs-Szenarien sowie das Filtern von Webzugriffen. Das alles lässt sich schnell und unkompliziert in der grafischen Oberfläche konfigurieren. Auch hier setzt Synology auf eine etablierte Open Source-Lösung, nämlich Squid. Dieser Proxy-Server ist seit Jahren dafür bekannt sicher und schnelle Internetverbindungen bereitzustellen.

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Hyper Backup sichert die NAS-Daten zuverlässig auf externe Systeme oder in die Cloud

Hyper Backup kann die Daten auf dem NAS-System sichern. Dadurch lassen sich auch alle Daten der installierten Workloads sichern. Die Sicherung kann entweder auf lokale Festplatten erfolgen, auf andere NAS-Systeme im Netzwerk oder in die Cloud, zum Beispiel zu Synology C2 Storage. Mit dem Synology Cloud-Speicher kann ein internes NAS-System in die Cloud ausgedehnt werden, was ideal für Ransomware-sichere Backups und für die Verwendung von hybriden Freigaben ist.

Note Station ermöglicht Unternehmensweite Notizen in der privaten Cloud

Note Station ist ein Dienst, mit dem im Netzwerk ein zentrales Notizbuch bereitgestellt werden kann. Hier können Benutzer jeweils eigene Notizbücher erstellen und parallel dazu Notizbücher in der Cloud. In die Notizbücher lassen sich auch Bilder und andere Anlagen integrieren. Die einzelnen Notizen lassen sich im Unternehmen teilen, sodass Informationen zwischen verschiedenen Benutzern schnell zur Verfügung gestellt werden können.

Synology Chat Server bietet Echtzeitkommunikation im Unternehmen

Der Synology Chat Server ermöglicht Echtzeitkommunikation zwischen den Anwendern im Netzwerk. Die Kommunikation erfolgt über den Webbrowser, der sichere Kommunikation zwischen den Benutzern ermöglicht. Das erleichtert auch in kleinen Unternehmen den Austausch zwischen den Mitarbeitern deutlich und kann zahlreiche Telefonate ersetzen.

Synology Mail Plus Server für E-Mails im Unternehmen

Neben dem Directory Server ist der Synology Mail Plus Server einer der wichtigsten Zusatzdienste, der auf einem Synology NAS zur Verfügung gestellt wird. Der Server erfordert allerdings eine Lizenzierung, wenn mehr als 5 Benutzer mit dem System arbeiten. Die Anwender können auf ihre E-Mails auf dem Synology-Server per POP3 oder IMAP4 zugreifen. Mit dem Server lassen sich sogar Daten von Exchange-Servern migrieren. Eigene E-Mail-Domänen lassen sich genauso anbinden, wie ein Spam- und Virenschutz.

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