Geht es um die Einrichtung der Infrastruktur mit VMware vSphere, müssen Administratoren auch planen, wie sie die Netzwerkanbindung vornehmen. Für virtuelle Server und deren Virtualisierungs-Hosts gibt es in erster Linie Standard-Switches und Distributed-Switches. In diesem Beitrag zeigen wir, was es mit diesen beiden Varianten auf sich hat.
Virtuelle Switches verbinden virtuelle Netzwerkkarten von VMs über physische Netzwerkkarten der Hosts mit dem Netzwerk.
(Bild: Joos)
Die virtuellen Switches verbinden im Grunde genommen die virtuellen Netzwerkkarten der VMs über die physischen Netzwerkkarten der Hosts mit dem Netzwerk. Die Daten im Netzwerk werden durch die Switches analysiert und intelligent an die Ziel-Adresse weitergeleitet. Das ist bei allen Arten von virtuellen Switches in VMware generell identisch.
Administratoren müssen bei der Einrichtung „nur“ noch entscheiden, ob Standard-Switches oder Distributed-Switches (vNetwork Distributed Switch, vDS) eingesetzt werden müssen (siehe Video Nummer eins unten). Das hängt auch von der Anzahl der Hosts ab, die im Einsatz sind, sowie von weiteren Faktoren.
VMware geht auf diese Technologie auf einer eigenen Webseite genauer ein. Ebenfalls hilfreich ist der Mitschnitt der VMworld 2013 Session NET5521 (siehe Video Nummer zwei unten). Auch hier wird auf die Vorteile und Möglichkeiten von vDS genauer eingegangen.
Jeder VMware vCenter-Server kann bis zu 128 vDS anbinden und jede vDS bis zu 500 Hosts. Gerade in diesen Grenzbereichen kommen Administratoren kaum um vDS herum. In kleinen Infrastrukturen haben Standard-Switches aber immer noch ihre Daseins-Berechtigung. Warum das so ist, zeigen wir nachfolgend auf.
Video: Standard-Switches vs. Distributed-Switches:
Video: Mitschnitt der VMworld 2013 Session NET5521
Standard Switches vs. Distributed Switches
Die Standard-Switches in VMware lassen sich nur auf einzelnen VMware vSphere-Hosts einsetzen. Diese Art der Switches ist daher recht einfach konfigurier- und verwaltbar, dafür aber nicht flexibel und skalierbar. Wenn aber nur wenige Hosts im Einsatz sind, reicht diese Art der Switches häufig aus. Der Nachteil dabei ist, dass Administratoren für jeden neuen Host auch einen neuen Standard-Switch erstellen und konfigurieren müssen. Das gilt auch für Portgruppen, VLANs und alle anderen Arten der Einstellung.
Die zweite Variante, Distributed-Switches, auch vDS genannt, lassen sich auf mehreren VMware Hosts und Clustern einsetzen. Die grundsätzliche Funktion der beiden Switches ist identisch, beide verbinden VMs über eine Schnittstelle mit dem physischen Netzwerk. Standard-Switches verwenden auf dem Host einen einzelnen Uplink zu einem einzelnen Port auf dem Host. Der Uplink von Distributed-Switches ist zwischen den angebundenen Hosts verteilt.
Bei den Distributed-Switches handelt es sich also um Objekte des kompletten Datencenters, nicht nur einzelner Hosts, wie bei den Standard-Switches. Im Netzwerk muss nur ein vDS im Einsatz sein, der auf die angebundenen ESX-Server repliziert wird. Natürlich lassen sich auch mehrere vDS parallel einsetzen. Diese Aufgabe übernimmt vCenter.
Wenn zum Beispiel im Unternehmen 4 ESX-Server und 20 VLANs im Einsatz sind, müssen Administratoren bei Standard-Switches 80 Portgruppen einrichten. Diese Konfiguration entfällt mit vDS. Die Konfiguration und Erstellung nehmen Administratoren über das Kontextmenü des Rechenzentrums fest.
Konfiguration und Verwaltung
Da die Konfiguration und Verwaltung über vCenter erfolgt, steuert dies auch die Synchronisierung der Daten zwischen den Hosts. Damit aber keine Daten verloren gehen können, wenn der vCenter-Server ausfällt, speichert vCenter die Daten innerhalb seiner Datenbank und zusätzlich noch auf den angebundenen Hosts selbst. In den meisten Fällen befinden sich die Daten in der Datei /etc/vmware/dvsdata.db. Die Daten werden normalerweise alle fünf Minuten abgeglichen. Durch die lokale Kopie der Daten, können Host und deren VMs auch dann weiterarbeiten, wenn der Cluster zeitweise nicht funktioniert, oder keine Synchronisierung mit vCenter möglich ist.
Der Vorteil von Distributed-Switches ist das schnellere Hinzufügen der Netzwerk-Konnektivität zu einem Host. Wenn eine Distributed-Switch verfügbar ist, und Administratoren einen neuen Host zum Cluster hinzufügen, muss diesem neuen Host nur der Switch hinzugefügt werden (siehe Abbildung 1).
Alle Einstellungen der Switches werden übernommen, wenn Hosts zu einer vDS hinzugefügt werden. Bei der Verwendung von Standard-Switches müssen Administratoren für neue Hosts auch einen neuen Standard-Switch erstellen, konfigurieren und verwalten. Allerdings müssen sich beim Einsatz von Distributed-Switches alle Hosts in einem Cluster befinden und mit VMware vCenter verwalten werden.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel IT-Medien GmbH, Max-Josef-Metzger-Straße 21, 86157 Augsburg, einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von Newslettern und Werbung nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung.
Unternehmen, die nicht auf vCenter setzen und/oder keinen Cluster betreiben, müssen daher auf die Vorteile der Distributed-Switches weitgehend verzichten und weiter auf Standard-Switches setzen.
Mehr Vorteile mit vDS
Distributed-Switches bieten neben den erwähnten Vorteilen aber noch weitere Möglichkeiten. Die Konfiguration der VMs zur Anbindung an das Netzwerk ist einfacher und es gibt zahlreiche neue Methoden zur Überwachung des Netzwerks, sowie dem Beheben von Netzwerk-Fehlern (siehe Abbildung 2).
vDS bieten Netzwerkdiagnose-Funktionen, um die Anbindung der VMs und Hosts an das physische Netzwerk überwachen zu können und Diagnosen zu erstellen. Hier kommt auch die Unterstützung für die Protokolle RSPAN und ERSPAN hinzu. Außerdem wird IPFIXNetflow 10 und SNMP v3 unterstützt.
Erweiterte Funktionen, wie die erwähnten Portgruppen und VLANs lassen sich nur mit vDS vernünftig betreiben. Die Konfiguration von vDS können Administratoren im vSphere Web-Client sichern und auf anderen vCenter-Servern wiederherstellen.
Die Konfiguration von vDS, genauso wie deren Sicherung, findet über den Bereich Networking im Web-Client statt. Neben der kompletten Konfiguration, können Administratoren auch einzelne Objekte aus der vDS wiederherstellen, zum Beispiel einzelne Portgruppen (siehe Abbildung 3).
Distributed Switches erstellen
Um einen Distributed-Switch zu erstellen, müssen Administratoren zunächst das Gerüst des Switches erstellen und konfigurieren. Danach werden alle Hosts im Cluster hinzugefügt die diesen Switch nutzen sollen. Beim Erstellen des Switches können Administratoren auch festlegen, welchen Kompatibilitätsgrad sie zur Verfügung stellen wollen. Da VMware die Funktionen ständig erweitert, bietet es sich an, möglichst die neuste Variante zu verwenden (siehe Abbildung 4).
Auch in VMware vSPhere 5.5 wurden wieder einige Verbesserungen integriert. So wurden die Diagnosemöglichkeiten ebenso erweitert, wie die Möglichkeit, die Netzwerkkonfiguration zu sichern und Wiederherstellen zu können. Außerdem wurden einige neue Protokolle und Funktionen integriert. Hierzu zählen LACP (Link Aggregation Control Protocol), Single Root (SR) I/O Virtualization (SR-IOV) und Bridge Protocol Data Unit (BPDU)-Filter. Diese Techniken beschleunigen auch die Netzwerkverbindungen der VMs. Administratoren müssen aber darauf achten, dass die Netzwerkkarten der Hosts diese Funktion unterstützen.
Während der Erstellung müssen auch Portgruppen konfiguriert werden, die durch die Distributed-Switches verwendet werden sollen. Bei der Einrichtung helfen Assistenten. Über diesen Bereich lassen sich Portgruppen auch benennen und Filter konfigurieren (siehe Abbildung 5).
Distributed Switches unterstützen auch Private VLANs (PVLANs) (siehe Abbildung 6). Solche PVLANs bestehen aus einem Primary PVLAN und einem Secondary PVLAN. Das Primary PVLAN stellt eine Gruppierung des herkömmlichen VLANs dar. Die einzelnen ursprünglichen VLANs gehen als einzelne Secondary PVLANs im Primary VLAN auf. Jedes Secondary PVLAN verfügt über eine eigene VLAN-ID. VMware zeigt Details zu diesen Möglichkeiten in einem Video.
Sobald diese und andere Einstellungen durchgeführt wurden, sind die Switches verfügbar und einsatzbereit. Administratoren müssen nur noch die Hosts hinzufügen, welche diese Switches nutzen sollen. Wenn die Synchronisierung zwischen den einzelnen Hosts bei einem Neustart noch Fehler meldet, können Administratoren eine manuelle Synchronisierung durchführen.
Dazu wird das Kontextmenü der Hosts verwendet. Sobald die Distributed-Switches eingerichtet sind, lassen sich Einstellungen in den Eigenschaften anpassen und überprüfen – auch die neuen Funktionen in VMware 5.5 (siehe Abbildung 7). Über das Kontextmenü der Distributed-Switches lassen sich ebenfalls zahlreiche Aktionen durchführen und Einstellungen ändern (siehe Abbildung 8).