Virtualisierung und Cloud-Technologien sind die Wegbereiter der Ära der kontinuierlichen Bereitstellung und Nutzung von Anwendungsservices. Indem sie Hardware mithilfe von softwaredefinierten Umgebungen abstrahiert, kann die IT-Abteilung schnell eine Infrastrukturarchitektur erstellen und skalieren, ohne neue Hardware anschaffen zu müssen.
Auch bei der kontinuierlichen Anwendungsbereitstellung können Virtualisierung und Software-Defined-Technologien hilfreich sein.
Abstrahierte Ressourcen lassen sich schnell für die kontinuierliche Nutzung und Wiederverwendung bereitstellen. Um den Zyklus der Anwendungsbereitstellung und -nutzung auszudehnen und das Ausfallpotenzial zu minimieren, sind diese Konstrukte mit Funktionen für erhöhte Zuverlässigkeit und Hochverfügbarkeit ausgestattet.
Die Nutzung wird durch Self-Service-Funktionen, Skalierbarkeit, Flexibilität und vielfältigere Serviceoptionen aufgewertet, was besonders für Entwickler und Benutzer von Vorteil ist. Am anderen Ende des Spektrums steht die IT-Abteilung, die sich mit dem mühsamen Zyklus des Änderungsmanagements herumplagt. Dieser umfasst wesentlich mehr Ansatzpunkte und zeichnet sich durch eine deutlich höhere Frequenz aus. Weiteren Druck verspüren die IT-Verantwortlichen durch das begrenzte Budget, das dank Betriebsvorgaben à la „weniger Ressourcen für umfangreichere Aufgaben“ immer knapper wird. Der Marketing-Slogan dazu heißt „transformative IT“.
Wie auch immer man diese Initiativen nennen mag, immer mehr IT-Profis erkennen, dass es darauf ankommt, sich schnell in neue Technologien einzuarbeiten und diese anhand neuer Prozesse rasch in bestehende Umgebungen zu integrieren. Es geht darum, Entwicklern und Benutzern genau die benötigten Anwendungsservices zum entsprechenden Zeitpunkt bereitzustellen. Dabei darf es keine Unterbrechung in der Ausführung der Anwendung geben, auch wenn die IT immer häufiger Umstellungen erlebt.
Anwendungslebenszyklus
Das Änderungsmanagement ist eng verknüpft mit dem Anwendungslebenszyklus. Der Lebenszyklus einer Serviceanwendung beginnt bei der Beschaffung von Infrastrukturservices und -technologien. Hat man sich erst einmal für die Anbieter entschieden, werden deren Services und die nötigen Ressourcen zusammengeführt und in einem Servicekatalog oder einem Store angeboten. Entwickler und Architekten können die gewünschten Services nun auswählen und selbst bereitstellen, um mit der Entwicklung und Bereitstellung ihrer Anwendungen zu beginnen. Außerdem können sie die Lösung um weitere Services ergänzen.
IT mit der Geschwindigkeit der agilen Anwendungsentwicklung
Virtualisierung und Cloud-Technologien ermöglichen die automatische Bereitstellung und die Workflow-Koordination. Damit muss die IT-Abteilung seltener manuell eingreifen, zum Beispiel um Infrastrukturressourcen einzurichten und zu warten. Außerdem werden die Benutzer unabhängiger. Dies ist der ideale Nährboden für DevOps-Modelle und deren größten Nutzen: die Beschleunigung der Anwendungsentwicklung und -bereitstellung. Ebenso von Vorteil ist es, das Potenzial von Anwendungen ausschöpfen zu können, bei denen dies vorher nicht möglich war.
Doch die Bedeutung der IT-Abteilung nimmt dadurch nicht ab. Ganz im Gegenteil: noch nie hing der Erfolg des Anwendungslebenszyklus so direkt von den IT-Profis ab. Gerade Bereiche wie Sicherheit, automatische Bereitstellung/Fehlerbehebung und End-to-End-Datenintegrität erfordern strenge Compliance und die dafür notwendigen Richtlinien und Prozesse. Zudem verlangen die Fachabteilungen, dass die IT eine Anwendungs-Servicequalität garantiert, die bestehende SLAs erfüllt oder sogar übertrifft.
Schritt halten mit kontinuierlicher Entwicklung
„Erst verstehen, dann verstanden werden“ – nach dieser Prämisse sollte die kontinuierliche Anwendungsbereitstellung gestaltet werden. Sie ist übrigens auch die Grundlage des kontinuierlichen Änderungsmanagements. Beginnen Sie deshalb mit der Überwachung und Verwaltung der Anwendungsleistung. Ohne Transparenz geht es nicht: Nur der Einblick in die Auswirkungen einzelner, aber auch der Summe aller Änderungsereignisse im gesamten Rechenzentrum im zeitlichen Verlauf, bringt praktisch umsetzbare Erkenntnisse.
Die Daten zu allen Anwendungsebenen sollten jedoch zentral einsehbar sein. Allerdings muss dabei die Komplexität von Echtzeitereignissen und -daten, die zusammen eine wahre Informationsflut ausmachen, bewältigt werden. Das allein trennt die Spreu schnell vom Weizen.
Die Dynamik des neuen Anwendungslebenszyklus erzeugt nun einmal viele Zustandsänderungen und diese wiederum erzeugen eine große Menge an Daten. In dieser neuen Ära der kontinuierlichen Bereitstellung sind IT-Administratoren allerdings mit einer Vielzahl von anderen Aufgaben beschäftigt. Daher können sie auf den Stress, unkorrelierte Datenströme auswerten zu müssen, getrost verzichten.
Stand: 08.12.2025
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Ebenso wichtig ist auch eine allgemeine Ressourcenübersicht, um den Wildwuchs zu kontrollieren, der bei der kontinuierlichen Anwendungsbereitstellung und -nutzung praktisch unausweichlich ist. IT-Profis müssen jederzeit wissen, welche Ressourcen und Komponenten von welchen Anwendungen verwendet werden, wo diese Komponenten lokalisiert sind und welche Daten von wem aufgerufen werden. Ein solches Gesamtbild erlaubt es IT-Profis, Schwachstellen im Anwendungslebenszyklus schnell auszumachen und zu beheben – ob es sich dabei nun um Ressourcen, Mitarbeiter oder Prozesse handelt.
Kong Yang
(Bild: SolarWinds)
Fazit
Die kontinuierliche Anwendungsbereitstellung und -nutzung ist das gewinnbringende Ideal, nach dem alle Unternehmen streben. Machen also auch Sie sich auf die Suche nach Optimierungsmöglichkeiten im Änderungsmanagement für Ihr Rechenzentrum!
Über den Autor:
Kong Yang ist Head Geek und Technical Product Marketing Manager bei SolarWinds. Er verfügt über mehr als 20 Jahre an IT-Erfahrung mit Schwerpunkt auf Virtualisierung und Cloud-Verwaltung, ist VMware vExpert, Cisco Champion und aktiv beitragender Vordenker in der Virtualisierungs-Community.