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Network Booting via SAN, die optimale Betriebsart für Clients und Server

Shared Images – Betriebssystem-Bereitstellung über das LAN

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Failover: auch die Risiken werden zentralisiert

Beachten sollte man bei einer Shared-Booting-Infrastruktur auch, dass sich das Ausfall-Risiko anders verteilt. Auf den Diskless-Workstations kann logischerweise keine Festplatte mehr kaputt gehen. Eine ausgefallener Client kann zudem völlig unproblematisch ersetzt werden. Der Mitarbeiter setzt sich einfach vor das nächste freie Gerät und bootet von seinem persönlichen Image. Ist aber das zentrale Image oder der Zuordnungs-Server nicht verfügbar, geht auf hunderten oder tausenden angeschlossenen Clients nichts mehr. Hier sollte die Software auf jeden Fall eine alternative Boot-Quelle vorsehen.

An eine Software für das Booten aus dem Netzwerk ergeben sich damit also insgesamt folgende Anforderungen:

  • Booten von einem individuellen oder gemeinsamen Image im SAN
  • Nutzung der lokalen Ressourcen während des Betriebs
  • Speicherung individueller Nutzerdaten getrennt von standardisierten Shared Image
  • Image-Zuordnung zur Hardware oder zum User-Account
  • Alternative Boot-Quelle im Störungsfall

Am Beispiel „Flex“ von Double-Take Software lässt sich verdeutlichen, wie das Booten aus dem Netz in der Praxis aussieht. Mit Hilfe des Programms werden zunächst Master Boot-Images generiert und auf iSCSI-Speichern abgelegt. Dabei kann Windows ebenso gebootet werden wie Linux. Für die verschiedenen Arbeitsgruppen lassen sich eigene Images anlegen. Denn ein Arbeitsplatz im Marketing sieht ja anders aus als einer im Kundenmanagement. Aber auch individuelle Images sind möglich.

Konfiguration: Meist reicht bestehende Hardware

Voraussetzung auf der Client-Seite ist lediglich eine PXE 2.x-kompatible Netzwerkkarte mit 100 MBit/s. Flex besteht aus zwei Teilen: Storage-Server und Management-Server. Als Management-Server eignet sich jeder Windows-Server. Hier werden nur die Zuordnungsinformationen gespeichert, es bestehen also keine großen Anforderungen an Performance und Kapazität. Der Storage-Server braucht schnelle Festplatten und leistungsstarke Netzwerk-Ports. Die genaue Dimensionierung hängt aber natürlich von der Anzahl der Clients ab. Hier können die bereits erwähnten 75 MByte pro Boot-Vorgang und Client als Anhaltspunkt für das Datenaufkommen dienen, wenn man auch den üblichen Netzwerk-Overhead berücksichtigt. Management- und Storage-Server können, müssen aber nicht auf derselben Maschine laufen.

Auch die Anforderungen an die Bandbreiten im Netzwerk halten sich in Grenzen, da alle Berechnungen ja lokal stattfinden und Auslastungsspitzen durch selektiven Datentransfer vermieden werden. In kleineren Netzwerken ist daher eine 100-MBit/s-Infrastruktur ausreichend. Je nach Anzahl der Clients sollte in großen LANs eine Untersegmentierung mit intelligenten Switches erfolgen, die untereinander mit einem Gigabit-Backbone verbunden sind. Dies ist aber in modernen LANs ohnehin der Fall.

Voraussetzung für den sicheren Betrieb ist natürlich auch ein tragfähiges Failover-Konzept, zum Beispiel durch asynchrone Replikation. Eine zusätzliche Sicherheit bietet die Option, für jeden Client eine alternative Boot-Quelle anzugeben.

weiter mit: Start: Flex-Server übernimmt die Zuordnung

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