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Grundlagen moderner Netzwerktechnologien im Überblick – Teil 33

Routing in Wide Area Networks (WANs)

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Routing-Basics

Das Gerät, welches das Routing ausführt, heißt Router. Früher bildeten Router ggf. das ganze Kernnetz, indem sie über geeignete Schnittstellen zusammengeschaltet wurden. Durch das Switching und die optischen Netze hat sich das geändert. Auch WANs baut man heute mit WAN-Switches, die man sich prinzipiell wie LAN-Switches, aber mit anderen technischen Schnittstellen vorstellen kann. Sie besitzen neben vielen anderen Komponenten auch einen Router.

In der OSI-Terminologie wird ein Router auch als Intermediate System „IS“ bezeichnet. Ein Gesamtnetz ist in Subnetze unterteilt. Der Dienst, den der Router erbringt, ist der entsprechende Subnetzdienst für die Endsysteme. Eine Routing-Domain ist dabei eine Menge von Endsystemen, die das gleiche Routing-Protokoll benutzen. Ein Hop ist der Durchlauf eines Paketes durch ein IS auf dem Weg von der Sende- zur Empfangsstation.

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Die „Routing-Protokolle“, die hierzu notwendig sind, wurden meist in Verbindung mit den Netzwerk-Protokollen entwickelt und sind in der Regel auf diese Netzwerk-Protokolle abgestimmt. Das bedeutet, dass nahezu jeder Protokollstack mit einem Schicht-3-Protokoll über ein oder mehrere Routing-Protokolle verfügt.

Ein ES-IS-Protokoll (End-System – Intermediate System) ist ein Protokoll, mit dem sich die Endgeräte den Routern mitteilen können und umgekehrt. Diese Protokolle bezeichnen wir auch als Netzwerk(schicht)protokolle.

Eine IS-IS-Protokoll (Intermediate System – Intermediate System) ist ein Protokoll, das Router untereinander benutzen, um Routing-Informationen, Fehlermeldungen u.ä. auszutauschen. Diese Protokolle bezeichnen wir auch als Routing-Protokolle.

Für die Vermittlungsfunktionen eines Routers gibt es zwischen dem protokollgemäßen Dienst der Vermittlungssicht und den Verbindungs- bzw. Routing-Funktionen einen so genannte Network Internal Layer Service Schnittstelle (NILS).

Netzwerk-Protokolle wie das IP (Internet Protocol), das Novell IPX (Internet Packet Exchange) und viele andere arbeiten schon seit Jahren für die transparente Weiterleitung von Paketen über physische Grenzen eines Netzes hinweg.

Das Netzwerk-Protokoll ermöglicht durch den Einsatz geeigneter Adressen das Routing. Es wird dabei vom eigentlichen Routing-Protokoll unterstützt. Man muss also zwischen diesen Protokollen unterscheiden, was oft unterbleibt und zu Missverständnissen führt. Im Rahmen der TCP/IP-Protokollfamilie ist das IP das Netzwerkprotokoll; zugehörige Routing-Protokolle wären RIP (Routing Information Protocol) oder das OSPF (Open Shortest Path First).

Im OSI-Universum ist z.B. ISO 8473 CLNP (Connectionless Network Protocol) das Netzwerk-Protokoll, und ES-IS (End System – Intermediate System) das Routing-Protokoll zwischen Endsystem und Router, IS-IS das Protokoll zwischen Routern untereinander und IDRP (Inter Domain Routing Protocol) die Vereinbarung zwischen großen Subnetzen zur Komplexitätssenkung.

Ein weiteres wichtiges Routing-Protokoll ist APPN (Advanced Peer-to-Peer Networking) von IBM für modernisierte SNA-Netze. Leider gibt es heute auch noch eine Reihe herstellerspezifischer Router-Router-Protokolle, die eine heterogene Router-Umgebung unterdrücken, bspw. Cisco IGRP, Vitalink TransPath, RND REB und RTB.

weiter mit: Die wichtigsten Routing-Protokolle im Überblick

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