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Zeiss setzt auf den Update Manager von Doubleslash Remote Software-Updates für OT von Zeiss

Von Herbert Grab 6 min Lesedauer

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Mikroskope der Zeiss Microscopy GmbH sind rund um den Globus im Einsatz. Um die Software für seine Hightech-OT-Produkte (Operational Technology) immer auf dem aktuellen Stand zu halten, setzt der renommierte Hersteller jetzt auf den Update Manager des Software-Unternehmens Doubleslash.

Mikroskope von Zeiss gehören zur absoluten Weltspitze und fehlen praktisch in keinem Labor und keiner Wissenschaftseinrichtung. Jetzt hat der Hersteller einen Weg gefunden, seine Produkte ans Internet anzubinden und diese so remote mit wichtigen Software-Updates versorgen zu können.(Bild:  ZEISS)
Mikroskope von Zeiss gehören zur absoluten Weltspitze und fehlen praktisch in keinem Labor und keiner Wissenschaftseinrichtung. Jetzt hat der Hersteller einen Weg gefunden, seine Produkte ans Internet anzubinden und diese so remote mit wichtigen Software-Updates versorgen zu können.
(Bild: ZEISS)

Die Produktpalette von Zeiss Microscopy ist umfangreich und hoch spezialisiert. Licht-, Konfokal-, Elektronen- oder Röntgenmikroskope des Unternehmens finden sich in biowissenschaftlichen Labors und in der Materialforschung. Die Hightech-Industrie weltweit nutzt Mikroskop-Systeme aus dem Hause Zeiss bei Fertigung und Montage ebenso wie bei der Untersuchung und Verarbeitung von Rohstoffen oder für die Sicherung und Kontrolle ihrer Produktqualität. Und im Gesundheitswesen kommen die anerkannt zuverlässigen Geräte „made in Germany“ sowohl in der Ausbildung als auch in der klinischen Praxis und in Laboren zum Einsatz.

Der Erfolg und die Spezialisierung auf anspruchsvolle Anwendungen in der Spitzentechnologie bringt nicht nur eine wachsende Anzahl unterschiedlicher Mikroskopie-Systeme mit sich, sondern auch viele verschiedene Softwareversionen. Dies stellte die Verantwortlichen bei Zeiss Microscopy vor eine zunehmend schwierige Aufgabe: die schnelle, sichere und effiziente Auslieferung von Software-Updates an Geräte im Feld und deren Verwaltung.

Dass regelmäßige Software-Updates heute in praktisch jedem datengetriebenen Anwendungsbereich unerlässlich sind, dafür gibt es viele Gründe. Denn Updates

  • schützen die Geräte vor neuen Cyber-Bedrohungen und Malware
  • beheben Fehler und steigern die Performance
  • sorgen für die reibungslose Integration neuer Technologien
  • bieten neue Funktionen und Verbesserungen
  • reduzieren Ausfallzeiten und verhindern Inkompatibilitäten
  • sorgen dafür, dass Anwender und Hersteller den gesetzlichen Bestimmungen und Sicherheitsvorschriften wie etwa NIS2 gerecht werden
  • schützen die im Umlauf befindlichen Daten und fördern das Vertrauen von Kunden und Anwendern

Erster Schritt: Vernetzung

Zunächst allerdings waren die Voraussetzungen für ein wirtschaftliches Update Management bei Zeiss Microscopy nicht optimal. „Anfangs gab es dort zwei IoT-Plattformen“, erzählt Vincenzo Crimi, Senior IoT Software Architect bei Doubleslash. Er arbeitet seit einigen Jahren im Auftrag seines Unternehmens für Zeiss Microscopy. „Die anfangs verteilten IoT-Agenten unterstützten keine Verteilung von Software. Service-Technikerinnen und -Techniker mussten ihre Updates auf einer DVD oder einem USB-Stick zu ihren Einsätzen im Feld mitnehmen.“

Dies wollten die Verantwortlichen ändern, um auch bei wachsender Gerätezahl und steigender Komplexität ihre Software-Updates mit vertretbarem Aufwand ausliefern zu können. Der erste Schritt war, die weltweit im Einsatz befindlichen Geräte zu vernetzen. Dazu wurden die zwei bisherigen IT-Plattformen in eine neue, leistungsfähigere migriert.

Auf dieser neuen Plattform baute das Projektteam einen IoT-Agenten als Basis für die datentechnische Vernetzung der Geräte. „Ein wesentlicher Mehrwert bei der Vernetzung von Maschinen ist bekanntlich, die angebundenen Assets zentral gesteuert mit Software-Updates versorgen zu können.“ Diese Funktion realisierten die IoT-Spezialisten von Doubleslash zunächst mit einem bereits auf der Plattform integrierten Tool.

„Das war für den Anfang und bei einigen hundert Geräten noch ausreichend. Allerdings konnten wir pro Updatevorgang lediglich ein Software-Artefakt aufspielen. Je mehr Geräte und je mehr Artefakte im Spiel waren, desto deutlicher stießen wir mit dem Tool an die Grenzen des Machbaren.“

Das Ziel: umfassende Update Software

Also entschlossen sich die Projektverantwortlichen bei Zeiss und Doubleslash dazu, eine Lösung zu entwickeln, die wesentlich effizienter, flexibler und umfassender sein sollte. Und mit der Zeiss seine bisherige Komponente ablösen konnte. „Erklärtes Ziel war es, eine generische Software für das Organisieren und Verwalten von Updates zu entwickeln, die ihre Aufgabe auf jeder IoT-Plattform erfüllen und für jedes Anwendungs-Szenario einsetzbar sein sollte.“

Die künftige Lösung sollte sich nahtlos in bestehende Systeme integrieren lassen, die hohen Sicherheitsstandards des Unternehmens erfüllen und letztlich durch regelmäßige Updates die Ausfallzeiten der Geräte minimieren, so die zentralen Anforderungen.

Stefan Dürnay, Senior Project Manager bei Doubleslash: „Mit der Entwicklung eines Systems, das im Prinzip mit jeder Art von IoT-Umgebung und Anwendung klarkommt, wollten wir allerdings nicht nur diese Anforderungen erfüllen. Unser Anspruch war es, alle in diesem Zusammenhang sinnvollen Funktionalitäten zu realisieren und das Ganze komfortabel bedienbar zu machen.“

Der Doubleslash Update Manager unterstützt nahtlose Verbindungen zu verschiedenen IoT-Plattformen wie ThingWorx, Azure IoT, AWS IoT und Mender.io. Damit ist Zeiss Microscopy ebenso wie jeder andere Anwender frei, seine Updates ungeachtet der genutzten Plattform an Geräte und Maschinen zu verteilen.

Wie und mit welchen Prioritäten die automatisierten Rollouts angestoßen und durchgeführt werden, lässt sich mittels Filterfunktion über die integrierte Regel Engine steuern, wie Vincenzo Crimi erklärt. „Anhand der unterschiedlichsten Parameter wie Software-Version, Betriebssystem oder Modellvariante kann man vorgeben, welche Voraussetzungen die Geräte im Feld erfüllen müssen, um beim anstehenden Update berücksichtigt zu werden.“

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Kurz: Im Rahmen eines Software-Releases erhalten alle Geräte in einer definierten Gerätegruppe ein auf ihre Attributsdaten abgestimmtes Softwarepaket. Dies wird entsprechend der Kampagnenplanungsdaten ausgeliefert.

Phasenweises Ausrollen

So lässt sich zum Beispiel eine neue Software-Version zunächst nur intern verteilen. Im nächsten Schritt werden „friendly user“ versorgt – und erst, wenn klar ist, dass es keine unvorhergesehenen Probleme gibt, erhalten alle zuvor definierten Geräte das Update. Bei Bedarf weltweit.

„Ein solches phasenweises Ausrollen ermöglicht die kontrollierte Einführung von Updates und neuen Versionen. Und es erlaubt ein rechtzeitiges Eingreifen, falls ein Update Release Probleme machen sollte.“

Im Übrigen ist über die Parameter, mit denen die Regel-Engine gefüttert wird, sichergestellt, dass alle Updates mit der Hard- und Softwarekonfiguration des jeweiligen IoT-Geräts kompatibel sind. Und wenn beispielsweise ein zu versorgendes Gerät aktuell ausgeschaltet ist, „wartet“ der Manager, bis es wieder online geht und spielt dann automatisch die neue Software auf.

Damit die Verantwortlichen zu jeder Zeit über den Fortschritt ihrer Update Kampagnen informiert sind, liefert der Update Manager detaillierte Berichte über den Status der jeweiligen Geräte. Sie erfahren, wo die neue Software bereits installiert ist und wo noch nicht, auf welchem Gerät die Installation aktuell im Gange und wie weit sie fortgeschritten ist. Natürlich informiert das System sofort auch über eventuell auftretende Fehler.

Auf diese Weise erlaubt der Update Manager die gezielte Verteilung von Software-Updates, die dank des integrierten Kompatibilitätsmanagements immer auf die spezifischen Anforderungen der einzelnen IoT-Geräte abgestimmt sind. Alle Updates lassen sich zentral verwalten und überwachen. Und selbstverständlich arbeitet das System mit robusten Sicherheitsmaßnahmen, die dem aktuellen Stand von Virenschutz und anderen Cyber-Bedrohungen entsprechen. Sämtliche Prozesse, Aktionen und Informationen stellt der Update Manager auf einer intuitiv bedienbaren Benutzeroberfläche zur Verfügung.

Basis für digitale Geschäftsmodelle

„Mit diesem System lassen sich natürlich nicht nur Software-Updates weltweit organisieren, sondern beispielsweise auch Lizenzen für Produkte oder Dienste an die jeweiligen Lizenznehmer verteilen“, so Stefan Dürnay. „Auch ‘over the air‘ Konfigurationen oder Freischaltungen kann das System übernehmen, mit denen sich Anwender neue Funktionen on demand auf Ihr Gerät oder in ihr Fahrzeug holen können. Damit unterstützt der Update Manager auch neue Geschäftsmodelle, über die sich softwaregestützte Dienste monetarisieren lassen.“

Seit Herbst 2024 ist der Doubleslash Update Manager bei Zeiss Microscopy GmbH regulär im Einsatz. „Zunächst wurden Updates, die sich aufgestaut hatten, nachgeholt und in kleineren Paketen ausgeliefert“, so Vincenzo Crimi. „Für die ersten Wochen des Jahres 2025 ist eine erste größere Update-Kampagne mit einer neuen Version unseres IoT-Agenten geplant.“

Luca Lutsch, Product Owner bei Zeiss Microscopy GmbH, ist zufrieden mit den bisherigen Ergebnissen: „Die Implementierung des Doubleslash Update Managers hat unsere Fähigkeit, Updates effizient und sicher zu verteilen, erheblich verbessert. Dank dieser Lösung können wir alle unsere vernetzten Systeme global auf dem neusten Stand halten. Das verbessert die Benutzererfahrung, Sicherheit und steigert dank neuer Funktionen der ausgerollten Software die Leistungen unseres Produkts.“

Und Dr. Christian Schwindling, Head of Service Digital Ecosystem bei Zeiss Microscopy GmbH, ergänzt: „Die Zusammenarbeit mit Doubleslash zeichnet sich durch hohe Professionalität und profundes technisches Verständnis aus. Ihre Lösung hat unsere Prozesse wesentlich gestrafft und die Sicherheit unserer Geräte erhöht.“

Herbert Grab.(Bild:  Digit Media / Ralph Koch)
Herbert Grab.
(Bild: Digit Media / Ralph Koch)

Über den Autor

Herbert Grab ist freier Journalist in Reutlingen. Zu den Arbeitsschwerpunkten seines Redaktionsbüros Digit Media gehören nachhaltige und zukunftsweisende Lösungen in der Informationstechnologie.

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