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Grundlagen moderner Netzwerktechnologien im Überblick – Teil 29

Power-LANs: 10 GBASE-T nach IEEE 802.3an

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Limitierender Faktor Fremd-Nahnebensprechdämpfung

Die Fremd-Nahnebensprechdämpfung (Alien NEXT) wird als der am meisten limitierende Faktor zur Erreichung der Distanzziele auf den verschiedenen Kabeltypen angesehen. Sie ist nicht zu verwechseln mit EMI: EMI sind die Störungen von außen auf das Kabelsystem, hier also auf die vier Paare.

Alien NEXT ist die hauptsächlich von den anderen drei Paaren herrührende Nahnebensprechdämpfung.

Weitere Effekte entstehen durch benachbarte Kabel. Schlimmster Fall: Kabelkanal voll mit 10 GBASE-T-Link-Kabeln. Das war aber schon bei Gigabit Ethernet ein (lösbares) Problem, liegt hier jedoch in einer ganz anderen Dimension vor.

Lösungen ergeben sich durch exakte Installation und, eigentlich noch wichtiger, die bereits angesprochene Signal(vor)verarbeitung.

Man einigte sich auf eine Erweiterung des Frequenzbereiches über 250 MHz hinaus mit einer Variante mit Erweiterung bis 500 MHz. Das bedeutet höhere Anforderungen an aktive Komponenten und geringere Anforderungen an Kabel. Die Klasse bekam den Namen CAT 6 „Enhanced“ oder EN 50173-1 Klasse EA. Durch die Erweiterung von Klasse E wäre Klasse F tatsächlich nicht nötig, aber jede Klasse F Installation unterstützt von Haus aus 10 GBASE-T.

Letztlich haben die gemeinsamen Bemühungen der Kabelseite (EIA/TIA) und der Netzseite (IEEE 802.3) zum Erfolg geführt.

Damit ist eigentlich alles klar für den Einsatz von 10 GBASE-T. Bliebe noch 10 GBASE-CX zu erwähnen, die Variante mit Übertragung über Twinaxkabel. Die mag irgendwie niemand, und deshalb ist sie besonders preisgünstig so um 300,– Euro zu haben.

Sie meinen jetzt, mit 10 Gigabit sei die Entwicklung zu Ende? Weit gefehlt, Bereits in diesem Jahr stehen schon 40 und 100 Gigabit Ethernet vor der Tür. Dazu mehr in der nächsten Folge!