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Hochverfügbarkeit in der Cloud – Teil 2 Netzwerkkonfiguration für Azure Site Recovery

Von Thomas Joos 2 min Lesedauer

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Im ersten Artikel zu „Azure Site Recovery“ ging es um Hochverfügbarkeit im Zusammenhang mit „Hyper-V“. Der zweiten Teil befasst sich mit den richtigen Einstellungen für Netzwerke, wenn Azure Site Recovery zum Einsatz kommt.

„Azure Site Recovery“ lässt sich im eigenen Rechenzentrum aber auch in der „Azure“-Cloud nutzen. (Bild:  Thomas Joos)
„Azure Site Recovery“ lässt sich im eigenen Rechenzentrum aber auch in der „Azure“-Cloud nutzen.
(Bild: Thomas Joos)

Es gibt verschiedene Ansätze für die richtige Zuweisung von Netzwerkeinstellungen für virtuelle Maschinen (VMs), die mit Hyper-V und Azure Site Recovery gesichert werden.

  • 1. Eine Möglichkeit besteht darin, die IP-Adressen nach dem Failover anzupassen, so dass die VMs in Azure neue IP-Adressen aus einem anderen Adressbereich erhalten. Dies erfordert jedoch, dass alle hart kodierten IP-Adressen in Anwendungen und Konfigurationen aktualisiert werden, was im Notfall unpraktikabel ist.
  • 2. Eine andere Strategie ist die Verwendung eines separaten virtuellen Netzwerks (VNet) in Azure mit dem gleichen IP-Adressbereich wie in der lokalen Umgebung. Dieses VNet ist zunächst isoliert und nicht mit anderen Netzwerken verbunden, um Adresskonflikte zu vermeiden. Im Notfall lässt sich VNet mit dem Azure-Hub-Netzwerk verbinden und die VMs behalten ihre ursprünglichen IP-Adressen. Dies minimiert die Notwendigkeit von Änderungen in der Konfiguration, erfordert jedoch eine sorgfältige Planung und regelmäßige Tests.
  • 3. Eine dritte Option besteht darin, die Anwendung zu modernisieren und DNS-Lastenausgleich zu nutzen. Indem Clients und Anwendungen über DNS-Namen statt IP-Adressen auf Ressourcen zugreifen, kann der Azure Traffic Manager oder ein ähnlicher Dienst den Datenverkehr basierend auf der Erreichbarkeit der Anwendung zwischen der lokalen Umgebung und Azure umleiten. Dies reduziert die Abhängigkeit von spezifischen IP-Adressen und ermöglicht eine flexiblere und robustere Disaster-Recovery-Strategie.

ASR geplant und Abhängigkeiten berücksichtigt

Bei der Planung von ASR sollten auch Abhängigkeiten berücksichtigt werden, wie die Verfügbarkeit von DNS-Servern und die Funktionsweise von Anwendungen mit hart kodierten IP-Adressen. Sicherheitsprodukte wie Antivirus-Software können ebenfalls ein Hindernis darstellen, wenn sie VMs blockieren, die ihren Kontrollserver nicht erreichen können. Es ist daher wichtig, solche Abhängigkeiten zu identifizieren und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.

Die Nutzung von Azure Site Recovery ist mit Kosten verbunden, einschließlich einer Schutzgebühr pro VM, Speicherkosten und potenziellen Datentransferkosten bei der Rücksicherung von VMs aus Azure. Um die Kosten zu optimieren, sollten Admins prüfen, ob sich eingebaute Hochverfügbarkeitsfunktionen verwenden lassen.

Dienste wie „Active Directory“ und „SQL Server“ bieten eigene Replikationsmechanismen, die helfen können, ASR-Kosten zu sparen. Bei vorhandener Software Assurance können bestimmte Hochverfügbarkeitsfunktionen ohne zusätzliche Kosten genutzt werden.

Die Rolle von Tests

Regelmäßige Failover-Tests sind unerlässlich, um sicherzustellen, dass VMs nach einem Failover korrekt starten und funktionieren. Aministratoren sollten die Test-Failover-Funktion von ASR nutzen, um die Betriebsbereitschaft Ihrer replizierten VMs zu überprüfen. Sie automatisieren ihre Failover-Pläne und dokumentieren die erforderlichen Schritte, um im Notfall schnell reagieren zu können. Dabei ist darauf zu achten, dass die ASR-Konfigurationen aktuell bleiben und bei Änderungen in der Umgebung entsprechend anzupassen sind.

Fazit

Zusammenfassend lasst sich festhalten, dass Azure Site Recovery eine effektive Möglichkeit bietet, die Geschäftskontinuität zu gewährleisten und Ausfallzeiten zu minimieren. Eine sorgfältige Planung und regelmäßige Tests sind jedoch entscheidend, um sicherzustellen, dass der Failover-Prozess im Ernstfall reibungslos verläuft. Durch die Berücksichtigung von Netzwerkkonfigurationen, IP-Adressierung und Abhängigkeiten können Unternehmen eine robuste und zuverlässige Disaster-Recovery-Lösung implementieren, die ihren spezifischen Anforderungen gerecht wird.

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