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Zabbix Monitoring: Von IoT-Geräten bis zu Serverlandschaften alles im Blick Netzwerkgeräte und Server über­wachen mit Zabbix

Von Thomas Joos 4 min Lesedauer

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Zabbix ermöglicht eine umfassende Überwachung von Netzwerken und IT-Ressourcen aller Art. Die Open-Source-Lösung unterstützt vom einfachen Router bis zur komplexen Serverinfrastruktur eine Vielzahl von Geräten. Wir erläutern in diesem Beitrag die Grundlagen und zeigen wie Zabbix Netzwerke effizient im Blick behält.

Zabbix ist eine umfangreiche Monitoring-Lösung zur Überwachung von Netzwerken und Systemen, die sich sowohl für Einsteiger als auch für Profis eignet.(Bild:  Joos - Zabbix)
Zabbix ist eine umfangreiche Monitoring-Lösung zur Überwachung von Netzwerken und Systemen, die sich sowohl für Einsteiger als auch für Profis eignet.
(Bild: Joos - Zabbix)

Zabbix bietet eine umfangreiche Lösung zur Überwachung von Netzwerken und Systemen, die sich sowohl für Einsteiger als auch für Profis eignet. Mit Zabbix können verschiedenste Geräte und Anwendungen überwacht werden, von komplexen Serverlandschaften über Netzwerkspeicher bis hin zu einfachen IoT-Geräten wie smarten LED-Lampen oder Shellys. Auch Webseiten und Online-Dienste lassen sich durch eine Überwachung des HTTP-Status in das Monitoring einbinden. Die Flexibilität der Lösung erlaubt es, Netzwerke und Systeme jeder Größe und Komplexität zu überwachen.

Funktionsumfang und Möglichkeiten von Zabbix

Zabbix kann eine Vielzahl an Informationen aus den überwachten Geräten auslesen. Neben der allgemeinen Erreichbarkeit lassen sich CPU- und RAM-Nutzung, freier Speicherplatz, Netzwerkbelastung und viele weitere Parameter überwachen. Auch spezifische Informationen, wie der Füllstand von Druckerpatronen oder die Temperatur eines Sensors, können erfasst werden, sofern das jeweilige Gerät diese Informationen bereitstellt. Diese umfassende Funktionalität erlaubt es, eine Vielzahl an IT-Ressourcen aus einer zentralen Instanz heraus zu monitoren.

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Infrastruktur und typische Anwendungsfälle

Zabbix kann in unterschiedlichen Umgebungen betrieben werden. Eine einfache Implementierung sieht den Einsatz auf einem Raspberry Pi, einem Mini-PC oder einem Thin Client vor, wobei das Betriebssystem typischerweise eine Linux-Distribution ist. Für private Netzwerke und kleine bis mittlere IT-Umgebungen ist diese Lösung kostengünstig und ausreichend. Die Zabbix-Software läuft hier als einzige Anwendung, wodurch die Systemanforderungen gering bleiben.

In größeren Netzwerken und komplexeren Umgebungen wird Zabbix häufig als virtuelle Maschine auf einem leistungsstarken Server betrieben. Dabei kann das Monitoring auf einem Gastbetriebssystem wie Linux, Unix oder Windows erfolgen. Die Virtualisierung wird über VMware, Hyper-V, Proxmox oder andere Virtualisierungslösungen realisiert. Dieses Szenario eignet sich besonders für Unternehmen, die viele Server und Netzwerkgeräte überwachen müssen und dafür eine skalierbare Infrastruktur benötigen.

Für Tests und erste Erfahrungen kann Zabbix auch auf einem privaten PC oder Laptop eingerichtet werden. Hier dient das Betriebssystem, meist Windows, Linux oder macOS, als Grundlage, und Zabbix wird mittels VMware Player, VirtualBox oder Hyper-V virtualisiert. Diese Methode ist ideal, um die Funktionsweise und Grundprinzipien von Zabbix ohne zusätzliche Hardware zu testen und sich mit den Features der Software vertraut zu machen.

Zabbix mit Hyper-V betreiben

Im folgenden Absatz gehen wir darauf ein, wie Zabbix als VM in Hyper-V betrieben wird. Dadurch lässt sich die Überwachung in kleinen Testumgebungen mit Windows 10/11 umsetzen, aber auch in größeren Netzwerken, die mit Hyper-V virtualisieren. Neben der Möglichkeit, Zabbix zu installieren, zum Beispiel auf Ubuntu, stellen die Entwickler auch Appliances zur Verfügung. Auch für Hyper-V steht eine Appliance zur Verfügung, die sich ab Windows Server 2012 bis hin zu Windows Server 2025 einbinden lässt. Der Download erfolgt las ZIP-Archiv, in dem eine virtuelle Festplatte als VHDX-Datei integriert ist.

Für die Erstellung der Appliance wird eine neue Generation-1-VM erstellt. Als Speicherzuordnung kann der Standard belassen werden. In Windows Server 2025 sind das 4.096 MB. In produktiven Umgebungen lässt sich der Wert aber auch noch anheben. Die VM wird über einen externen Switch an das Netzwerk angebunden. Bei der Auswahl der der virtuellen Festplatte, wird die VHDX-Datei verwendet, die zum Download des Appliances-Archives gehört. Sobald die VM erstellt ist, erfolgt vor dem Start das Aufrufen der Eigenschaften. Hier sollten mindestens vier virtuelle Prozessoren, besser mehr, ausgewählt werden. In den Einstellungen kann überprüft werden, ob der VM der virtuelle Switch für die Kommunikation mit dem Netzwerk zugeordnet ist.

Danach erfolgt der Start der Appliance. Die Anmeldung an der Shell erfolgt mit dem Benutzernamen „root“ und dem Kennwort „zabbix“. Bei deutschen Tastaturen muss man darauf achten, dass die Buchstaben „z“ und „y“ vertauscht sind.

Zabbix einrichten und neue Hosts an Zabbix anbinden

Die Verwaltung von Zabbix erfolgt über eine Weboberfläche. Die Anmeldedaten zeigt die Shell nach der Anmeldung an, normalerweise handelt es sich dabei um den Benutzernamen „Admin“ und das Kennwort „zabbix“. Die IP-Adresse von Zabbix lässt sich mit „ip a“ anzeigen. Nach der Verbindung mit der Weboberfläche zeigt Zabbix den Status an und man kann sich an die Einrichtung der Umgebung machen.

Um neue Hosts zu überwachen, klickt man in der Zabbix-Oberfläche zunächst auf „Monitoring -> Hosts“ und dann auf „Create Hosts“ oben rechts. Danach erfolgt die Konfiguration der neuen Verbindung. Zunächst gibt man einen Namen ein, zum Beispiel den Namen des Servers. In diesem Beispiel ist das der Domänencontroller „dc-w2k25“. Bei „Templates“ sucht man nach „Templates“ und wählt danach „Windows by Zabbix agent“ aus. Bei „Host Groups“ wählt man die entsprechende Gruppe aus, zum Beispiel „Virtual Machines“, wenn es sich bei dem überwachten Server um eine VM handelt. Bei „Interfaces“ erfolgt die Auswahl von „Agent“. Danach gibt man die IP-Adresse des überwachten Servers an. Der DNS-Name ist an dieser Stelle nicht notwendig. Mit „Add“ wird der Host angelegt.

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Windows-Server mit Agent an Zabbix anbinden

Um Windows-Server mit Zabbix zu überwachen, wird der Zabbix-Agent auf dem entsprechenden Server installiert. Die Agents stehen für verschiedene Betriebssysteme zur Verfügung, auch für Windows. Wenn der Host in Zabbix eingerichtet ist, kann der Agent auf dem überwachten Host installiert werden. Auf der Seite „Zabbix Agent service configuraiton“ gibt man bei „Zabbix server IP/DNS“ die IP-Adresse des Zabbix-Servers an. Mehr ist dazu nicht notwendig. Nach einigen Sekunden wird der angebundene Server mit dem Status „Enabled“ in der Zabbix-Oberfläche bei „Hosts“ angezeigt. Durch einen Klick auf den entsprechenden Server zeigt Zabbix weitere Informationen an. Auf der neuen Seite sind zum Beispiel die Auslastung der CPU, des Arbeitsspeichers und die Netzwerklast sowie Fehler zu erkennen, wenn auf dem Server Probleme vorliegen.

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