Für viele produzierende Unternehmen ist das Netzwerk kein Business Enabler, sondern eine Wachstumsbremse. Daher investieren sie in ihre Infrastruktur und denken über das Outsourcing nach. Das tun sie trotzt hohen Kostendrucks, zeigt der NTT Global Network Report 2022.
Moderne Produktionsumgebungen werden digital überwacht und gesteuert und hängen daher von leistungsstarken sowie zuverlässigen Netzwerkinfrastrukturen ab.
(Bild: NTT)
An Herausforderungen hat es in der deutschen Fertigungsindustrie in den vergangenen Jahren wahrlich nicht gemangelt. Ob Corona-Pandemie, volatile Lieferketten, Rohstoffknappheit, steigende Energiepreise oder der anhaltende Fachkräftemangel – die Branche steht mehr oder weniger unter Dauerdruck und treibt deshalb ihre digitale Transformation entschlossen voran.
Priorität hatten dabei bislang meist Projekte, die die Produktion kostengünstiger und flexibler machen – das Netzwerk hingegen wurde oft vernachlässigt. Das rächt sich nun, da sich durch eine zunehmend digitale Planung, Überwachung und Steuerung der Fertigung und aller damit verbundenen Prozesse die Datenflüsse und Netzwerklasten erheblich verändert. Die bestehenden, historisch gewachsenen Infrastrukturen sind schlicht nicht mehr leistungs- und anpassungsfähig genug, um mit den neuen Business-Anforderungen mitzuhalten.
Mehr noch als in anderen Branchen nehmen produzierende Unternehmen ihr Netzwerk daher als Wachstumsbremse wahr. 75 Prozent der deutschen IT-Entscheidungsträger aus dem Bereich Manufacturing geben laut dem NTT Global Network Report 2022 an, der Reifegrad ihres Netzwerks wirke sich negativ auf den Geschäftserfolg aus – branchenübergreifend sind es nur 67 Prozent. Zudem halten lediglich 11 Prozent der Befragten aus der Fertigungsindustrie ihr Netzwerk für fortschrittlich, während quer durch die hiesige Wirtschaft immerhin 27 Prozent der Firmen über ein fortschrittliches Netzwerk verfügen.
Investitionen trotz Kostendruck
Die meisten Fertigungsunternehmen haben inzwischen erkannt, dass sie dringend etwas tun und trotz hohem Kostendruck in ihr Netzwerk investieren müssen. So stehen zwar aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bei mehr als der Hälfte der Befragten künftige IT-Budgets auf dem Prüfstand, doch am Netzwerk sparen, wollen sie nicht. Oder zumindest nicht mehr, denn neben fehlenden Skills waren es in der Vergangenheit vor allem Budget-Beschränkungen, die Erfolge im Netzwerkbereich verhinderten. Zudem stellen fast 90 Prozent der Befragten fest, die unzureichende Zusammenarbeit zwischen der IT und den einzelnen Fachbereichen habe Verbesserungen im Weg gestanden.
Mittlerweile investieren allerdings fast 90 Prozent der Unternehmen in die Modernisierung ihres Netzwerks – nicht zuletzt mit dem Ziel, die Netzwerkkosten besser unter Kontrolle zu bekommen und mehr aus den bestehenden Budgets für den Netzwerkbetrieb herauszuholen. Fast alle Befragten teilen die Einschätzung, die Infrastruktur sei entscheidend für geschäftliches Wachstum und das Kostenmanagement. Zudem fürchten sie, dass zu geringe Investitionen zu Sicherheitsrisiken, schlechter User Experience und Schwierigkeiten bei der Bereitstellung neuer Services führen könnten, die wichtig für die digitale Transformation sind.
Fließen soll das Geld bei den meisten Unternehmen in IoT-Lösungen (57 Prozent), die in der Fertigungsindustrie einen viel höheren Stellenwert genießen als in anderen Branchen. Kein Wunder, ist hier doch das Potenzial von Sensoren zum Tracking von Bauteilen und Geräten oder zur Überwachung von Maschinen, Anlagen und Umgebungsbedingungen besonders vielversprechend. In vielen Anwendungsfällen können die IoT-Lösungen ihre Stärken aber nur im Zusammenspiel mit schnellen Drahtlosverbindungen ausspielen, weshalb die meisten produzierenden Unternehmen über 5G nachdenken. Ebenfalls im Fokus stehen moderne Anwendungen und Container-Technologien sowie Automatisierung, Cloud-basiertes Netzwerkmanagement und Network-as-a-Service (kurz: NaaS).
Vom reaktivem zum proaktiven Management
An den Investitionsprioritäten zeigt sich, dass die Unternehmen nach einer Verbesserung des Netzwerkmanagements streben, das bislang einen sehr großen Aufwand verursacht. Es fehlt vor allem an Transparenz und Sichtbarkeit über die gesamte Infrastruktur hinweg, weshalb die IT-Teams überwiegend mit Fire Fighting – der Lösung akuter Probleme – beschäftigt sind, statt sich um die Weiterentwicklung der Netzwerkstrategie und die Umsetzung von Anforderungen aus Fachbereichen wie der Produktion zu kümmern. Abhilfe versprechen sie sich von Lösungen für AIOps, Automatisierung und Analytics, die helfen, Netzwerke vorausschauend zu verwalten.
Bislang verhindert alte Hardware dieses proaktive Management oft noch. Fast zwei Drittel der Unternehmen geben an, über die Jahre hätten sich mehr und mehr technische Schulden angehäuft – weit über 80 Prozent halten ihre Netzwerk-Assets größtenteils für veraltet oder überflüssig. Das führt dann neben besagten Management-Problemen auch zu schlechter Verfügbarkeit und Performance (43 Prozent). Darüber hinaus gefährden die Legacy-Geräte die Cybersicherheit, weil sie moderne Security-Konzepte und -Architekturen wie SASE nicht unterstützen oder nicht mehr mit Sicherheitsupdates versorgt werden.
Stand: 08.12.2025
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Deshalb investieren die produzierenden Unternehmen nicht nur in ihr Netzwerk, sondern auch in Cybersecurity – wobei die Projekte meist Hand in Hand gehen, da die Mehrheit verstanden hat, dass IT-Sicherheit schon bei der Netzwerkplanung beginnt und nicht nachträglich auf ein neues Netzwerk aufgesetzt werden sollte. Die Konvergenz von Security und Networking ist für sie mittlerweile selbstverständlich. Zudem befassen sie sich verstärkt mit Cybersecurity Mesh – dem individuellen Schutz einzelner Assets durch eine Segmentierung des Netzwerks, verschiedene Zugriffsebenen und eine konsequente Verifizierung sämtlicher Zugriffe. Dieses auch als Zero Trust bekannte Konzept ist ein entscheidender Baustein bei der Absicherung hybrider Infrastrukturen, die sich über Core-Netzwerke bis zum Edge und in die Cloud erstrecken.
Netzwerk als Komplettservice
Wegen der vielen Herausforderungen beim Netzwerkbetrieb beschäftigen sich produzierende Unternehmen zunehmend mit Network-as-a-Service. Sie schätzen an diesem Modell vor allem die Abrechnung zu gut planbaren monatlichen Kosten, den einfachen Bezug der benötigten Services aus dem Service-Katalog des Providers sowie die flexible Skalierung der benötigten Ressourcen.
Zumeist wollen die Unternehmen nur mit einem und nicht mehreren MSPs zusammenarbeiten, um Probleme mit Verträgen, SLAs und der Interoperabilität der Services zu vermeiden. Werden neue Managed Services benötigt, ist daher in der Regel der bestehende Service Provider der erste Ansprechpartner. Letztlich entscheiden bei der Auswahl des Anbieters aber dessen Integrationsfähigkeiten und Agilität sowie die zu erzielenden Kosteneinsparungen.
Nur etwa ein Fünftel der Unternehmen geht davon aus, dass es in Zukunft sein Netzwerk noch komplett selbst betreiben wird – die Mehrheit möchte es ganz oder in Teilen auslagern. Im WAN-Bereich ist das verbreitet, doch die Fertigungsindustrie ist auch sehr daran interessiert, das OT-Netzwerk einem externen Partner anzuvertrauen. Das liegt vornehmlich daran, dass Themen wie integrierte IT- und OT-Umgebungen oder 5G für die Unternehmen noch neu sind und es intern an Erfahrung, Wissen und Fachkräften fehlt. Ein MSP stellt sicher, dass die neuen Infrastrukturen sicher und zuverlässig funktionieren und alle vorgesehen Anwendungsfälle optimal unterstützen. Schließlich soll das Netzwerk möglichst schnell von einer Wachstumsbremse zum Business Enabler werden, der Unternehmen resilient macht und neue Geschäftsfelder eröffnet.