Mit Remotedesktop-Sitzungshosts verbinden sich Anwender, um ihre Programme mit RDP zu nutzen – sei es direkt über einen Desktop oder als veröffentlichte Anwendung. Das geht auch mit Microsoft Office 2021, allerdings muss dabei einiges beachtet werden.
Windows 365 kann RDS ersetzen und bietet Zugriff auf RDP-Sitzungen in der Cloud.
(Bild: Joos - Microsoft - Apple)
Viele Unternehmen, die auf Remotedesktop-Sitzungshosts und Remote Desktop Services (RDP) setzen nutzen auch Microsoft Office 2019/2021 oder die Microsoft 365 Apps auf den Servern. Dabei gilt es, einiges zu beachten, auch bezüglich der Lizenzierung und des Supports durch Microsoft. Zudem spielt es auch eine Rolle, ob auf dem RDS-Server Windows Server 2016/2019 oder Windows Server 2022 betrieben wird. Wir geben in diesem Beitrag einen Überblick.
Die technische Installation von Office 2021 oder der Microsoft 365 Apps auf Windows Server 2016/2019 und auf Windows Server 2022 ist technisch kein Problem. Die Installation ist im Grunde genommen identisch. Wenn die Anwendungen auf einem RDS-Server installiert sind, können Admins diese als Anwendung veröffentlichen oder über den Desktop bereitstellen, wenn sich Benutzer per RDP verbinden.
Voraussetzungen für den Betrieb von Microsoft Office auf RDS-Servern
Um Microsoft Office auf RDS-Servern installieren zu dürfen, sind verschiedene Voraussetzungen wichtig. Die Installation von Office 2021 LTSC Standard/Professional Plus ist möglich, wenn die Lizenzierung nach dem Volumenlizenzprogramm erfolgt. Project 2021 lässt sich wie Visio 2021 ebenfalls in der Professional/Standard-Variante installieren. Andere Editionen der Programme dürfen nicht auf RDS-Servern installiert werden. Office 2021 Home and Business darf zum Beispiel nicht auf RDS-Servern installiert werden – auch, wenn es sich dabei technisch um das gleiche Programm handelt.
Alle anderen Derivate von Office dürfen nicht auf RDS-Servern installiert werden. Darüber hinaus ist es erlaubt und supportet, wenn Unternehmen Microsoft 365/Office 365 gebucht haben, die Microsoft 365 Apps for Enterprise auf einem RDS-Server mit Windows Server 2016/2019 zu installieren. Auf Windows Server 2022 gehen wir im nächsten Abschnitt ein.
Wer Microsoft 365 Business Premium abonniert hat, darf ebenfalls die Microsoft 365 Apps for Business auf RDS-Servern mit Windows Server 2016/2019 installieren. Dabei ist die Installation nicht nur bloß erlaubt, sondern wird offiziell von Microsoft unterstützt. Das war in der Vergangenheit nicht immer so. Hier müssen Admins aber auch beachten, dass im Oktober 2025 der Support von Microsoft 365 Apps auf Windows Server 2016/2019 ausläuft.
Wer andere Konstellationen der Lizenzierung nutzt, kann zwar technisch Microsoft 365 Apps oder Office 2021 auf den Servern installieren, darf das aber nicht. Außerdem ist die Installation dann nicht unterstützt und Microsoft wird keinen Support für solche Installationen durchführen. Natürlich können wegen fehlender Lizenzierung auch Strafzahlungen folgen.
Lizenzierung von Office auf RDS-Servern verstehen
Die Office-2021-Installation wird nicht für die Installation auf dem Server lizenziert, sondern für die zugreifenden Geräte. Office-2021-Lizenzen müssen daher als Gerätelizenzen gekauft werden, auch wenn es sich bei den Geräten um Tablets oder Linux-PCs handelt. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie Office 2016/2019 oder Office 2021 auf einem RDS-Server installieren. Die Lizenzierung erfolgt immer auf Basis der zugreifenden Geräte, unabhängig von dem Betriebssystem, das auf den zugreifenden Geräten installiert ist.
Achtung bei Windows Server 2022 und Microsoft 365 Apps
Auf Windows Server 2022 wurden in der Vergangenheit allerdings Microsoft 365 Apps offiziell technisch noch nicht unterstützt. Microsoft hat die Support-Richtlinie für Microsoft 365 Apps nun aber so angepasst, dass diese Apps offiziell auf Windows Server 2022 installiert werden dürfen. Wer die Lizenzen gebucht hat, durfte das generell auch ohne Support, allerdings bestand dann die Gefahr, dass Microsoft keine Unterstützung für den Server gewährt. Dabei muss das Problem noch nicht einmal mit der Installation zusammenhängen, es reicht bereits aus, dass die Umgebung in diesem Fall nicht mehr offiziell supportet wird. Die Microsoft Apps werden allerdings erst ab Version 2302 offiziell auf Windows Server 2022 unterstützt.
Microsoft erlaubt die Installation von Microsoft 365 Apps bis Oktober 2026. Das ist der Zeitraum, in dem der Mainstream-Support von Windows Server 2022 ausläuft. Wenn ein Produkt nicht mehr im Mainstream-Support ist, stellt Microsoft zwar noch Sicherheits-Updates zur Verfügung, nimmt aber keinerlei Produktanpassungen mehr vor. Da sich die Microsoft 365 Apps ständig weiterentwickeln, kann es passieren, dass diese nach dem Oktober 2026 keine Verlängerung mehr auf Windows Server 2022 erhalten.
Stand: 08.12.2025
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Der Support der Apps für Windows Server 2016/2019 läuft bereits im Oktober 2025 aus. Mehr zu diesem Thema ist auf der Seite "Ressourcen zu Microsoft 365 und Office" zu finden.
Lizenzierung beachten: Shared Computer Activation und Microsoft 365 Apps
Die Aktivierung der Microsoft 365 Apps for Enterprise erfolgt mit Shard Computer Activation. Das heißt, es lassen sich nur die Microsoft 365 Apps installieren, welche die Shared Computer Activation unterstützen. Beispiele dafür sind Microsoft Office 365 E3 oder Microsoft 365 E5. Auch Microsoft 365 Business Premium unterstützt Shared Computer Activation und erlaubt die Installation von Microsoft 365 Apps for Business.
Natürlich braucht jeder Benutzer, der mit den Microsoft 365 Apps arbeitet, auch eine Benutzerlizenz für die Microsoft 365 Apps. Während Office 2016/2019 und 2021 nach Geräten lizenziert werden, erfolgt die Lizenzierung von Microsoft 365 Apps über die Benutzer.
Die Installation von Microsoft 365 Apps auf einem RDS-Server muss in einer besonderen Form erfolgen, damit Shared Computer Activation möglich ist. Die Vorgehensweise dazu beschreibt Microsoft auf der Seite "Überblick über die Aktivierung gemeinsam genutzter Computer für Microsoft 365 Apps". Die Aktivierung kann zum Beispiel über Gruppenrichtlinien erfolgen. Dazu müssen die ADMX-Dateien für Office 2021 vorhanden sein. Diese stellt Microsoft kostenlos zum Download zur Verfügung.
Die Aktivierung von Microsoft 365 Apps erfolgt anschließend über die Einstellung bei "Computerkonfiguration\Richtlinien\Administrative Vorlagen\Microsoft Office 2016 (Computer)\Lizenzierungseinstellungen" über "Aktivierung gemeinsam genutzter Computer verwenden". Die Einstellung gilt auch für Office 2019/2021. Die Shared Computer Activation ist über den Menüpunkt "Datei -> Konto" zu sehen. Hier zeigen die Office-Programme die erfolgreiche Aktivierung an.
Microsoft empfiehlt den Wechsel zu Windows 365 oder Azure Virtual Desktop
Generell ist die Zukunft von RDS auf lokalen Servern eher skeptisch zu sehen. Microsoft empfiehlt selbst, die Server mit Windows Server 2016/2019 nach Oktober 2025 zu Windows 365 zu wechseln oder auf Azure Virtual Desktop als Alternative zu setzen. Es kann daher für Unternehmen jetzt schon sinnvoll sein, sich Alternativen zu RDS zu suchen.
Installierte Apps als RemoteApp bereitstellen
Wenn Office 2021 oder die Microsoft 365 Apps auf einem RDS-Server installiert sind, können Sie die Anwendungen im Server-Manager über "Remotedesktopdienste/Sammlungen/<Name der Sammlung>" im Bereich "RemoteApp-Programme" veröffentlichen. Anwender können danach entweder über einen Browser oder in Windows 10 und Windows 11 über die RemoteApps zugreifen. Die Abläufe dabei sind für den Anwender komplett transparent, da er bei der Bedienung der Software keinerlei Unterschiede zwischen der lokalen Anwendung und der Anwendung auf dem Server feststellen wird.
Um die Anbindung der veröffentlichten Anwendungen auf Windows 10/11-Clients zu testen, melden Sie sich am Client an und suchen in der Systemsteuerung nach RemoteApp.
Öffnen Sie die Verwaltung der RemoteApps und klicken Sie auf "Auf RemoteApps und Desktops zugreifen".
Geben Sie die URL "https://<Webzugriff-Server>/RDWeb/Feed/webfeed.aspx" ein. Der Webzugriffsserver erhält seine Daten vom Verbindungsbroker, auf dem Sie als Quelle wiederum den Remotedesktopserver eingerichtet haben.
Anschließend erscheinen die Anwendungen im Startmenü von Windows 10 oder Windows 11 und lassen sich dadurch direkt auf dem Server starten.