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Grundlagen moderner Netzwerktechnologien im Überblick – Teil 64

MAC-Frame Struktur und Hidden Stations bei Wireless LANs nach IEEE 802.11b

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Fragmentierung bei Unicast-Frames

Der wirkliche Wert der Fragmentierung auf dieser Ebene ist übrigens fraglich. Denn man kann die Fragmentierung sinnvollerweise nur bei Unicast-Frames anwenden. Das Verfahren ist optional und verbessert die Performance bei langen Frames und schlechter Qualität des Kanals, wenn also mit einer relativ hohen Wahrscheinlichkeit von der Möglichkeit des Auftretens von Störungen auszugehen ist.

Man kann das Verfahren an die Umgebungsbedingungen anpassen und es kann dabei helfen, Interferenzprobleme, besonders mit Bluetooth, zu lösen. Neben der Anwendung im Rahmen von CSMA/CA ist auch die Anwendung mit dem konfliktfreien RTS/CTS-Verfahren denkbar. Der Preis ist allerdings ein deutlich erhöhter Overhead. Man kann ausrechnen, dass sich bei einer Übertragungsgeschwindigkeit von 11 Mbit/s und einer Aufteilung eines 1.500 Byte langen Frames in drei Fragmente ein Overhead von ca. 37 Prozent ergibt.

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Im Retry-Feld kann man sehen, ob der Frame eine Wiederholungssendung für einen ggf. zerstörten oder nicht angekommenen Frame ist. Das Feld hat dann den Wert 1, sonst 0. Man kann die Zeit, die eine Station nach Ausbleiben eines ACKs wartet, bis sie den Frame erneut schickt einstellen, und zwar im Intervall zwischen 1 und 30 Sekunden. Auch die Anzahl der Wiederholungssendungen, bevor die Station endgültig aufgibt, lässt sich einstellen und zwar zwischen 0 und 64.

Das Power Management Feld zeigt an, dass die sendende Station nach Beendigung der Sequenz in den Power Management Mode übergeht. Die MAC-Teilschicht setzt dieses Feld auf 1, wenn in den Dösemodus übergegangen wird. Eine 0 zeigt an, dass die Station voll aktiv ist. Eine empfangende Station kann diese Information dazu nutzen, Übertragungen so einzurichten, dass man es vermeidet, schlafende Stationen zu wecken.

Das More Data Feld bekommt den Wert 1, wenn eine Station zusätzliche MSDUs an eine Station senden möchte, die im Schlafmodus ist. Sonst hat das Feld den Wert 0. Dieses Feature stellt sicher, dass eine Station auch wach bleibt, wenn sie Frames erhalten soll. Man kann das z.B. einsetzen, wenn man mehrere Fragmente einer MSDU überträgt und nicht möchte, dass die Station zwischendurch einschläft.

Eine 1 im WEP Feld sagt der empfangenden Station, dass der Frame Body mit dem WEP-Algorithmus bearbeitet worden ist, das heißt, dass die Daten mit dem geheimen Schlüssel verschlüsselt wurden. Sonst hat das WEP Feld den Wert 0.

Das Order Feld schließlich bekommt für jeden Frame den Wert 1, der in der Dienstklasse „Strictly Ordered“ übertragen wird. Diese 1 weist die empfangende Station an, alle Frames genau in der Reihenfolge des Empfangs zu bearbeiten.

Der IEEE 802.11 Standard unterstützt die gleichen 48 Bit langen MAC-Adressen wie in der gesamten 802 Familie. Die 802.11-Architektur kann mit verschiedenen logischen Medien und Adressräumen umgehen, was sie unabhängig gegenüber der Architektur des Distribution Systems macht. Der Hersteller, von dem man Radiokomponenten und Access Points kauft, garantiert normalerweise, dass die in diesen Systemen geladene MAC-Adresse sich von allen anderen MAC-Adressen, auch die anderer Hersteller, unterscheidet und einmalig ist. Man kann das zwar ändern, läuft aber dann Gefahr, selbst Adresskonflikte zu erzeugen, weil man die Adressierung im Rest der Welt nicht vollständig kennt.

weiter mit: Nach dem Aufbau der Assoziation und der Authentisierung

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