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Von Daten zu Taten KI-Agenten als Rückenwind für Retail-Teams

Von Ash Sawhney 4 min Lesedauer

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Der gezielte Einsatz von KI-Agenten verändert die Abläufe im Einzelhandel – von der Lagerverwaltung bis zum Kundenkontakt. Der Beitrag beleuchtet, welche technischen und organisatorischen Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit spezialisierte KI-Assistenten im Retail-Umfeld echten Mehrwert liefern.

Ash Sawhney ist Global Director of Implementation Management & Support bei Zebra Technologies und sagt, dass richtig eingesetzte KI nicht nur die Produktivität, sondern auch Konnektivität, Effizienz und Servicequalität deutlich steigern kann.(Bild:  Zebra Technologies)
Ash Sawhney ist Global Director of Implementation Management & Support bei Zebra Technologies und sagt, dass richtig eingesetzte KI nicht nur die Produktivität, sondern auch Konnektivität, Effizienz und Servicequalität deutlich steigern kann.
(Bild: Zebra Technologies)

Welche Arten von KI-Agenten bieten Beschäftigten im Einzelhandel den größten Nutzen? Diese Frage stellt sich, wenn es um den effektiven Einsatz künstlicher Intelligenz geht. Während ursprünglich empfohlen wurde, auf generische KI-Modelle zurückzugreifen, die mit umfangreichen Datensätzen trainiert wurden, zeigt die Praxis ein anderes Bild: Für Mitarbeiter ist es häufig zielführender, mit mehreren spezialisierten KI-Assistenten zu arbeiten. Denn diese sind auf unternehmensinterne Daten und Anwendungen abgestimmt.

Das ist besonders dann von Vorteil, wenn Mitarbeiter sich bei der Beantwortung von Produktanfragen, der Weitergabe von Standardarbeitsanweisungen (SOPs) oder der Verwaltung von Regalen und Lagerbeständen auf KI-Agenten verlassen – oder wenn diese sogar als „Housekeeper“ der Endgeräte fungieren, auf denen sie implementiert sind.

Der Einsatz unternehmensspezifisch trainierter KI-Modelle hat sich bewährt. Sie liefern nicht nur präzisere und relevantere Antworten, sondern ermöglichen auch eine passgenaue Automatisierung betrieblicher Prozesse – ohne dass sensible Informationen in allgemeine Trainingsdatensätze einfließen. Voraussetzung dafür ist eine sorgfältige Datenfilterung im Vorfeld. Denn KI-Agenten unterscheiden nicht eigenständig zwischen hochwertigen Informationen und „Datenmüll“ – sie leiten Inhalte oft lediglich weiter.

Unternehmen sollten daher bewusst Zeit in die Bereinigung ihrer Bestands-, Preis- und Verkaufssysteme sowie in Daten aus Treueprogrammen investieren – insbesondere solcher, die für Mitarbeiter im Einzelhandel oder bei Merchandising-Entscheidungen relevant sind. Zusätzlich empfiehlt sich eine Versionskontrolle für SOPs, um sicherzustellen, dass die KI stets auf aktuelle Informationen zugreift.

Diese Datenpflege erfolgt in der Regel direkt in den Ursprungsdatenbanken – was bedeutet, dass gegebenenfalls mehrere Systeme geprüft und angepasst werden müssen, bevor ein zuverlässiger KI-Einsatz möglich ist.

Die richtige Umgebung für Ihre KI-Agenten wählen

Eine zentrale Entscheidung betrifft das Hosting-Modell: Soll der KI-Agent lokal auf einem Gerät, in der Cloud oder in einem hybriden Szenario betrieben werden, das beide Ansätze kombiniert?

Viele Einzelhändler setzen heute auf hybride Modelle. Diese erlauben es, die Benutzeroberfläche und wichtige Funktionen direkt auf den Geräten der Mitarbeitenden zu optimieren, während rechenintensive Aufgaben effizient in der Cloud ausgeführt werden. Das sorgt für maximale Skalierbarkeit und eine optimale Ressourcennutzung.

Zudem erleichtert ein hybrides Modell die Integration in bestehende Technologien. Wird ein KI-Agent etwa auf einem tragbaren Gerät implementiert, kann dieses problemlos am Körper getragen werden – bereit für Aufgaben wie Barcode-Scans, Bilderfassung oder visuelle Assistenz. Sprachsteuerung reicht für viele Kundenkontakte bereits aus: Informationen abrufen, Meldungen versenden oder mit Kollegen, Kunden und KI-Agenten kommunizieren – all das kann hands-free erfolgen. Es gilt also auf Lösungen zu achten, die speziell für den Einzelhandel konzipiert sind.

Verbindungen sicher und effizient gestalten

Ist das aktuelle WLAN oder private Funknetz den wachsenden Anforderungen gewachsen – insbesondere in Bezug auf die Kommunikation zwischen KI-Agenten, Mitarbeitern und Cloud-Systemen? Um Ausfälle zu vermeiden, sollten Unternehmen ihre Infrastruktur frühzeitig überprüfen und bei Bedarf modernisieren.

Auch die Art der Aktivierung der KI-Agenten sollte frühzeitig definiert werden: per Sprachbefehl, API oder physischer Taste? Solche Details sind essenziell, um spätere Kompatibilitätsprobleme mit Drittanbieter-Software oder -Hardware zu vermeiden. Ebenso wichtig ist es, von Beginn an festzulegen, welche APIs benötigt werden, um eine sichere Anbindung an unternehmensinterne Systeme zu gewährleisten.

Für geschützte Verbindungen sorgen

Ein umfassend geschütztes Netzwerk ist essenziell für den sicheren Einsatz von KI. Nur so lassen sich Risiken auf allen Ebenen minimieren und sensible Daten zuverlässig schützen. Unabhängig davon, ob externe KI-Dienste genutzt oder eigene Systeme aufgebaut werden: Lokale und cloudbasierte Architekturen sollten so gestaltet sein, dass sie höchste Sicherheitsstandards an allen Zugriffspunkten gewährleisten.

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Dazu gehört die konsequente Verschlüsselung aller Daten – sowohl in der Übertragung als auch im Ruhezustand. Bewährte Standards wie AES und SSL bieten hier verlässlichen Schutz. Ergänzt wird dieser durch strikte Zugriffskontrollen, rollenbasierte Berechtigungen (RBAC) und Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA). Regelmäßige Schwachstellenanalysen, Code-Reviews und Compliance-Prüfungen helfen zudem, Sicherheitslücken frühzeitig zu identifizieren und zu schließen.

Da viele Unternehmen auf hybride Modelle setzen, ist der Einsatz von lokal arbeitenden KI-Agenten besonders sinnvoll: Diese verarbeiten Daten direkt auf dem Gerät, anstatt sie in die Cloud zu senden. So bleiben sensible Informationen im Unternehmen – was das Risiko von Datenlecks minimiert und die Kontrolle über Zugriffsrechte erhöht. Gleichzeitig verringert sich die Angriffsfläche für Cyberbedrohungen erheblich.

Kontinuierliche Betreuung gewährleisten

Auch wenn das IT-Team ein Self-Service-Onboarding vorsieht, gilt: KI-Agenten benötigen kontinuierliche Betreuung. Idealerweise erfolgt diese durch ein spezialisiertes Serviceteam, das nicht nur technische Expertise mitbringt, sondern auch die spezifischen Abläufe und Systemarchitekturen im Einzelhandel versteht.

Da viele Prozesse ineinandergreifen, hilft ein erfahrenes, unabhängiges Projektteam, Zeitpläne, Budgets und Abstimmungen effizient zu koordinieren – und so kostspielige Fehler oder Verzögerungen zu vermeiden. Unternehmen sollten außerdem festlegen, wie KI-Agenten bei geänderten SOPs aktualisiert und neu trainiert werden.

Ein gutes Projektteam stellt die richtigen Fragen, identifiziert mögliche Hürden frühzeitig und begleitet die Mitarbeiter bei der Einführung ihrer digitalen Assistenten – etwa durch praxisorientierte Workshops, verständliche Dokumentationen und gezielte Schulungen. So lässt sich der Mehrwert von KI nicht nur erkennen, sondern auch im Arbeitsalltag effektiv nutzen.

Warum sich dieser Aufwand lohnt

Mitarbeiter im Einzelhandel brauchen gezielte Unterstützung – und sehen oft großes Potenzial in KI-Agenten. Richtig eingesetzt, steigern diese nicht nur die Produktivität, sondern auch Konnektivität, Effizienz und Servicequalität deutlich.

Deshalb ist es entscheidend, alle Aspekte rund um Auswahl, Einführung und Betrieb von KI-Agenten frühzeitig zu durchdenken. Nur dann entfalten Investitionen in KI-Technologie ihren vollen Mehrwert – statt in unnötigen Umwegen oder verlorener Zeit zu enden.

Über den Autor

Ash Sawhney ist Global Director of Implementation Management & Support bei Zebra Technologies.

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