IPv6-Kongress – Das Internet-Protokoll Version 6 findet Fans IPv6 – viel Spaß, viel Leid, viel Enthusiasmus
Ganz schön etwas los auf dem IPv6-Kongress, den der deutsche Internet-Knoten De-CIX am 28. und 29. Mai in Frankfurt ausgerichtet hat. Die Teilnahme war begrenzt auf 240 Teilnehmer; mehr hätten sich anmelden wollen, im Technik-Track fand mancher keinen Sitzplatz. Denn es hat sich herumgesprochen, dass auch in Europa die IPv4-Adressen knapp werden. Jetzt geht es um die Lösung von Problemen und Problemchen.
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Das vorläufige IPv6-Fazit lautet: IPv6 ist einsetzbar und manches ist überraschend einfach. Probleme machen die neue Denke, die Fehler in der Konfiguration, fehlende Unterstützung von Providern, Herstellern und in Applikationen. Bei dem IPv6-Kongress trafen Anwender auf die Cracks. Doch hier ging es nicht um akademische Erörterungen, sondern um den Einsatz des Internet-Protokolls Version 6 (IPv6), die der jetzigen Version 4 folgt.
Die aktuelle Vorhersage, wann endgültig keine IPv4-Adresse mehr zu bekommen sein wird, bestimmt den Zeitpunkt für das erste Vierteljahr 2012, referiert Daniel Karrenberg vom RIPE NCC. Doch der Experte geht davon aus, dass eine Art Torschlusspanik für eine Hamstertaktik sorgen wird.

Derzeit ist davon noch wenig zu spüren. Die Zahl der IPv6-Queries steigt, doch nicht in einem nennenswerten Maß. Er liefert auch die Begründung: „IPv4 ist derzeit einfach billiger. Es ist kein Wunder, dass sich nichts tut.“
Wer tut was warum?
Dabei geht er davon aus, dass der Bezug von IPv4- und IPv6-Adressen gleich viel, beziehungsweise gleich wenig kostet. Zudem sind die Kosten für den Betrieb unter IPv6 noch nicht einzuschätzen, sollten sich allerdings nicht unterscheiden. Allerdings kriegen Unternehmen derzeit gerade soviel IPv4-Adressen, wie sie benötigen, nicht mehr.
Zunehmende Knappheit könnte den Preis für IPv4-Adressen in die Höhe treiben. Damit aber würde eine Migration auf IPv6 günstiger, je früher ein Unternehmen damit beginnt.
IPv6-Adressen gibt es, zumindest theoretisch so viele, wie ein Unternehmen will. Denn laut Dirk Kurfürst von der Firma Isarnet, der für Qimonda ein IPv6-Netz geplant und umgesetzt hat, ist von vier Providern nur einer in der Lage, Unternehmen mit IPv6-Adressen zu unterstützen. Er spricht von der Deutschen Telekom.
Allerdings habe es nur zwei Wochen vom Antrag auf Adressräume bis zur Genehmigung durch RIPE gedauert, während ein IPv4-Antrag Monate in Anspruch nehmen könne.
Doch genau darum gehe es bei IPv6, so Karrenberg: „nicht mehr Sicherheit, nicht mehr Funktionen, sondern einfach mehr Adressen, die mir erlauben, das Netz so zu schneidern, wie ich will.“
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