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IPv6-Botschafter Meinel macht mit Wissen Mut zur Migration

IPv6 schlägt IPv4 – Aber warum steigt keiner um?

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Die angedachte Modersisierung

Doch für Experten war schon Anfang der 1990er Jahre erkennbar, dass die IP-Adressen knapp würden. Es folgte ein 64-bit-Entwurf mit der Versionsnummer 7 (TP/IX). Dieser wurde allerdings zugunsten von IPv6 verworfen.

Blick auf das Hasso Plattner Institiut (HPI) in Potsdam. Hier werden die Vorlesungen gefilmt und online gestellt. Bild: HPI (Archiv: Vogel Business Media)

So ist IPv4 schon 30 Jahre alt und ganz sicher nicht dafür entworfen, Verträge zu schließen, zu handeln und vertrauliche Daten über das Netz zu schicken, erläutert Meinel. Er hat 2007 für einen Wissens- und Erfahrungsaustausch im Bereich IPv6 den Deutschen IPv6-Rat gegründet. Dabei handelt es sich um ein Gremium aus Interessenvertretern und Experten mit den deutschen Schlüsselakteuren im Internet.

Ziel ist es, IPv6-Technologien, neue IPv6-Anwendungen und deren weltweiten Einsatz zu fördern. Dabei spielen die Migration von IPv4 nach IPv6, Diskussionen und die Umsetzung von Lösungswegen wesentliche Rollen.

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt

Für ihn steht fest, dass der richtige Zeitpunkt für den Umstieg auf die Version sechs des Internet Protokolls längst gekommen ist. Denn eines der gravierendsten Probleme, der allzu begrenzte Adressraum, den IPv4 zur Verfügung stellt, werde bedrohlich. Derzeit geht die Internet Assigned Numbers Authority (IANA) eine Organisation, die die Vergabe von IP-Adressen, Top Level Domains und IP-Protokollnummern, sowie die Zuordnung der Ports regelt, davon aus, dass nur noch etwa 10 Prozent der generell verfügbaren, eindeutigen Adressen (das sind maximal 4.294.967.296) zuteilbar sind.

Danach dürfte wohl ein schwunghafter Handel von Adressen beginnen. Vielleicht werden Unternehmen sogar nur wegen ihres Adressbereichs gekauft. Diejenige, die an solche Szenarien nicht glauben wollen, überzeugen vielleicht andere Zahlen. So stehen dem Internet Service Provider (ISP) und TV-Anbieter Comcast nur 16 Millionen IPv4 Adressen zur Verfügung. Das Unternehmen zählt aber 20 Millionen Endkunden.

Google allein schaut auf 20 Milliarden indizierte Seiten, es gibt ungefähr 500 Millionen Rechner im Netz und 1.8 Milliarden Internet-Nutzer sowie laut ITU rund 4 Milliarden Mobilfunk-Anwender (Verträge). Im August 2009 wurden allein in den USA rund 1,5 Millionenen Online-Spielekonsolen verkauft.

Das Datenformat bei IPv6 nutzt 128 Bit. Somit ergeben sich rund 340 Sextillionen oder 3,4 x 1038 eindeutige Adressen.

weiter mit: Gute Argumente für Ipv6

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