Die Herausforderungen an IT-Teams wachsen rasant. Für viele IT-Abteilungen stellt sich daher die Frage, ob das Unternehmens-Netz weiterhin vollständig selbst gemanagt werden oder Teile als Managed Services zu spezialisierten Service-Providern ausgelagert werden sollten.
Michael Martens ist CEO von Riedel Networks und erläutert, wann und wieso Managed Services eine echte Alternative zum Do-it-Yourself-Ansatz sind.
(Bild: Riedel Networks)
In einem sich kontinuierlich wandelnden Telekommunikationsumfeld stehen Unternehmen vor der Herausforderung, mit den stetig steigenden Anforderungen an Technologie, Infrastruktur und Servicequalität Schritt zu halten. Die effektive Verwaltung und der Schutz ihrer Telekommunikations- und Sicherheitsinfrastruktur sind dabei von entscheidender Bedeutung. IT-Teams stehen damit vor der Entscheidung, ob sie die interne Verwaltung des Unternehmensnetzwerks beibehalten oder ob eine Auslagerung an einen spezialisierten Service Provider vorgenommen werden sollte. Schließlich kann die Inanspruchnahme von Managed Services dazu beitragen, die Produktivität zu steigern, die Qualität zu verbessern und zugleich kosteneffizienter zu arbeiten.
Ressourcenallokation in IT-Abteilungen
Mit Managed Services können Unternehmen ihre internen Ressourcen effizienter nutzen, indem sie Telekommunikations- und Sicherheitslösungen an spezialisierte Dienstleister auslagern. So konzentrieren sie sich auf ihre Kernkompetenzen und profitieren gleichzeitig von der Fachkompetenz der Anbieter. Hinzu kommt, dass die Provider mit den neuesten Technologien und Best Practices vertraut sind, über umfassende Fachkenntnisse verfügen und maßgeschneiderte Lösungen anbieten, welche auf die individuellen Anforderungen und Herausforderungen ihrer Kunden abgestimmt sind. Durch die Zusammenarbeit mit erfahrenen Dienstleistern können Unternehmen sicherstellen, dass ihre Infrastruktur auf dem neuesten Stand ist und den höchsten Standards entspricht.
Die Inanspruchnahme von Managed Services ist skalierbar und flexibel, sodass Unternehmen ihre Dienste bedarfsgerecht anpassen können, ohne sich um zusätzliche Ressourcen kümmern zu müssen. Dies ist besonders in einem dynamischen Geschäftsumfeld wichtig, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Kostensenkungen durch Auslagerung an einen externen Dienstleister werden insofern realisiert, dass Unternehmen einen monatlichen Fixpreis zahlen und keine teure Infrastruktur aufbauen müssen. Die transparente Preisgestaltung erleichtert dabei zusätzlich die Budgetplanung und -kontrolle.
Individuelle Lösungen für spezifische Anforderungen
Ein idealer Provider fügt sich neben dem kommerziellen Angebot auch gut in das Unternehmen ein. Er deckt alle Länder und Regionen ab, in denen sich Standorte des Kunden befinden, sowie alle erforderlichen technischen Disziplinen. Hinzu kommt, dass Unternehmen auf hohe Beratungsqualität, maßgeschneiderte Umsetzung und transparentes Onboarding angewiesen sind, um den komplexen technischen Anforderungen gerecht zu werden. Vor allem für mittelständische Unternehmen ist oft nicht der große Service-Provider die Lösung, sondern ebenfalls ein mittelständischer Anbieter, der auf Augenhöhe agiert und maßgeschneiderte Lösungen bietet.
Optimierungen erfolgen häufig schon durch die Erhöhung unternehmensweiter Sicherheitsstandards oder die Verbesserung der internen und externen Kommunikation bei gleichzeitiger Wahrung der Balance zwischen Komplexität und Einfachheit. Die Modernisierung der Systeme für mehr Sicherheit, Stabilität und Agilität geht oft mit einer Reduzierung der Zahl an Partnern einher. Weniger Anbieter bedeuten weniger Berührungspunkte beim Deployment und Management der Infrastruktur. Das spart wertvolle Zeit und Ressourcen und ermöglicht schnelleres Handeln.
Bei der Konzentration auf einen einzigen Anbieter ist ein tiefes Verständnis für die eingesetzten Systeme essenziell, was die Interoperabilität zwischen den Transport- und Overlay-Netzdiensten gewährleistet. Riedel Networks − ein globaler Netzwerkanbieter und Experte für Cisco-basiertes (SD-) WAN und SASE – ist bspw. ein solcher Anbieter, der die Agilität eines kleinen Unternehmens mit der Produktpalette größerer Wettbewerber vereint.
Ein Managed Service Provider, der Unternehmensnetzwerke verwaltet und von seinem Network Operation Center (NOC) und Security Operations Center (SOC) aus überwacht, profitiert von Skalierungseffekten, die eine kosteneffiziente Bereitstellung der Services ermöglicht. In der Verantwortung des Providers liegen meist sowohl Design, Betrieb und Konnektivität, als auch die Sicherheit des Netzwerks.
NIS-2-Richtlinie als Managed-Security-Treiber
Angesichts der schnell voranschreitenden Technologieentwicklung und der zunehmenden Bedrohung durch Cyberkriminalität setzen Unternehmen verstärkt auch im Bereich der IT-Sicherheit auf Managed Services. Ziel dabei ist es, die Telekommunikations- und Sicherheitsinfrastruktur mithilfe fortschrittlicher Analytik und maschinellem Lernen zu optimieren und bestmöglich zu schützen. Hierbei sind Schulungen und Fortbildungen von entscheidender Bedeutung, um neue Angriffstypen und Gefahren erkennen und abwehren zu können.
Insbesondere mit dem Inkrafttreten der NIS-2-Richtlinie ab Oktober 2024, einer EU-weiten Gesetzgebung für Netzwerk- und Informationssicherheit, wird die Implementierung verbindlicher Sicherheitsmaßnahmen und Meldepflichten in verschiedenen kritischen Sektoren für viele Unternehmen und Organisationen unumgänglich. Das Ziel dieser Richtlinie besteht darin, die Cyber-Sicherheit von Unternehmen zu stärken und ein einheitlich hohes Sicherheitsniveau in der EU sicherzustellen.
Stand: 08.12.2025
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Durch die Zusammenarbeit mit spezialisierten Anbietern erreichen Unternehmen, dass ihre Systeme durch Managed-Service-Angebote vollumfänglich geschützt sind. Potenzielle Sicherheitslücken werden proaktiv erkannt, wodurch mögliche Bedrohungen von Anfang an bekämpft und reduziert werden. Unternehmen können so ohne personellen Mehraufwand Risiken minimieren und die eigene Cyber-Resilienz maximieren. Sie erhalten ein maßgeschneidertes Sicherheitssetup und sämtliche Bestandteile werden durch das externe Security-Team rund um die Uhr aus einer Hand betreut.
Entwicklung und Perspektive
Die fortschreitende Digitalisierung und die zunehmende Nutzung von Cloud-Technologien führen zu einer stetig wachsenden Komplexität der Netzwerkinfrastruktur und zu einem damit einhergehenden Bedarf an spezifischem Know-how. Um diesen Anforderungen zu entsprechen, werden Managed Service Provider verstärkt auf Technologien wie Software-Defined Networking (SDN) setzen, um noch flexiblere und skalierbarere Lösungen anzubieten. Zugleich werden Cybersecurity und Compliance eine immer größere Bedeutung zukommen, weshalb Managed Services auch in diesen Bereichen unverzichtbar für Unternehmen werden.