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Berlecon Spotlight-Analyse Instant Messaging und Präsenzanzeige sind in Deutschland noch Stiefkinder

Autor / Redakteur: Philipp Bohn / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Viele ITK-Anbieter vermarkten Präsenzanzeige und Instant Messaging (IM) regelmäßig als elementare Bestandteile ihrer Unified-Communications-Lösungen – technisch durchaus zu Recht. Denn der Präsenzstatus zeigt an, wann welche Ansprechpartner über welchen Kommunikationskanäle einer UC-Suite erreichbar sind. Doch viele Anwender sind skeptisch: Besteht so nicht die Gefahr der ständigen Kontrolle der Mitarbeiter? Darf ich meinen Präsenzstatus auf „abwesend“ stellen, obwohl ich eigentlich am Platz bin? Will ich permanent für Kollegen und Chef erreichbar sein? Halten „Chats“ nicht von der Arbeit ab?

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Die in Deutschland verbreitete Zurückhaltung gegenüber Präsenz und Instant Messaging spiegeln auch zwei aktuelle Studien wider, die Berlecon Research zum Thema Unified Communications durchgeführt hat. So geben lediglich 26 Prozent der im Rahmen der Studie „VoIP und Unified Communications 2008“ befragten CIOs an, in ihrem Unternehmen Präsenzanzeigen einzusetzen. Nur sechs Prozent von ihnen planen aktuell die Einführung.

Ähnlich sieht es bei den Anwendern aus, wie die im Auftrag von Damovo, Microsoft und Nortel durchgeführte Studie „Wettbewerbsfaktor effiziente Kommunikation“ zeigt: Obwohl schlechte Erreichbarkeit als großes Problem wahrgenommen wird, hält nur knapp ein Drittel der Anwender in den Unternehmen die Präsenzanzeige für sinnvoll. Sowohl bei den ITK-Verantwortlichen als auch im Management steht die Präsenzanzeige damit weit hinter allen anderen innovativen Kommunikationsfunktionalitäten zurück.

Auch Instant Messaging konnte sich bei den Anwendern nicht durchsetzen: Für nur zwei Prozent der repräsentativ befragten Anwender ist Instant Messaging „sehr wichtig“ in der alltäglichen Kommunikation. Immerhin 20 Prozent stufen Instant Messaging als „wichtig“ ein. Kaum einer glaubt jedoch, dass die Bedeutung von IM künftig deutlich zunehmen wird.

Damit stehen die deutschen Unternehmen im weltweiten Vergleich weit hinten. Laut einer von Dimension Data veröffentlichten Studie nutzen 66 Prozent der in 13 verschiedenen Ländern befragten IT-Manager und Endanwender Instant Messaging. Damit ist dies der im internationalen Vergleich nach E-Mail und Telefonie am meisten genutzte Kommunikationskanal.

weiter mit: IM und Präsenzanzeige als Hemmnisse?

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