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Instant Messaging und Präsenzanzeige sind in Deutschland noch Stiefkinder

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Effizienzsteigerung durch Präsenzanzeigen?

Auch bei IM sollten die Anwender verstärkt darüber nachdenken, welchen Beitrag diese Technologie zu ihrem Geschäftserfolg leisten kann. Viele Einsatzmöglichkeiten von Instant Messaging im Geschäftsalltag scheinen einer Mehrheit der Verantwortlichen noch nicht hinreichend bewusst zu sein. So kann IM als Kommunikations-„Backchannel“ parallel zu telefonisch geführten Verhandlungen eingesetzt werden. Dies erhöht die Reaktionsfähigkeit der Verhandlungspartner und damit die Kundenzufriedenheit, wie ein in der Studie „Wettbewerbsfaktor effiziente Kommunikation“ beschriebenes Einsatzszenario verdeutlicht.

Weiter können IM und Präsenzanzeige eine wesentliche Rolle spielen, wenn es um die effiziente Zusammenarbeit geografisch verteilter Projektteams geht. Dies trifft umso mehr zu, wenn Teams über mehrere Zeitzonen hinweg koordiniert werden müssen. Dies wäre ausschließlich auf der Grundlage von Telefon und E-Mail gar nicht oder nur mit großen Produktivitätseinbußen zu bewerkstelligen. Dass der zu kontaktierende Mitarbeiter den ganzen Tag nicht erreichbar ist, könnte man so nur durch wiederholt erfolglose Anrufe feststellen.

Auch der allseits beklagten E-Mail-Flut kann durch den gezielten Einsatz von IM begegnet werden. Ein Beispiel sind etwa kurzfristige Terminvereinbarungen. Einem Treffen geht oft ein langer Austausch inhaltlich belangloser E-Mails voraus, wodurch die ohnehin schon volle Inbox zusätzlich verstopft wird. Durch eine spontan aufgesetzte IM-Sitzung wird einerseits die Mailbox entlastet und der Abstimmungsprozess deutlich verkürzt.

Sobald IM und Präsenz vermehrt und konsequent eingesetzt werden, werden sich auch Verhaltensregeln für den Umgang mit diesen Kommunikationsmitteln etablieren. So werden die Mitarbeiter bald feststellen und akzeptieren, dass man IM und Präsenz genauso wie ein Handy auch mal abstellen kann. Auch das bei der Einführung neuer Kommunikationstechnologien oft befürchtete Verschwinden der Privatsphäre wird sich mit zunehmender positiver Praxiserfahrung legen. Man erinnere sich nur an die anfängliche Diskussion um die Störung der Privatsphäre durch die Anzeige eingehender Anrufe, die durch ISDN möglich war. Der damit verbundene Mehrwert wurde schnell wichtiger als die Skepss.

Einmal mehr zeigt sich, dass es bei der Vermarktung neuer Technologien auf die Berücksichtigung lokaler Besonderheiten ankommt. Damit auch bei UC der Mehrwert stärker zum Tragen kommen kann, müssen die ITK-Anbieter gezielt Befürchtungen der Anwender in deutschen Unternehmen im Zusammenhang mit IM und Präsenzanzeige ansprechen und ausräumen.

Über den Autor

Philipp Bohn ist Analyst bei Berlecon Research. Das Unternehmen bewertet Trends und Themen rund um IT, Internet und Mobilfunk in Deutschland und Europa.

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