Mobile-Menu

Berlecon Spotlight-Analyse

Instant Messaging und Präsenzanzeige sind in Deutschland noch Stiefkinder

Seite: 2/3

Anbieter zum Thema

IM und Präsenzanzeige als Hemmnisse?

Deutsche Anwender fühlen sich durch die mit IM und Präsenzanzeige verbundenen technischen Herausforderungen offenbar besonders gehemmt. Einige technische Probleme sind aber bereits gelöst, was von den Anbietern aber noch stärker kommuniziert werden sollte. So kann eine Automatisierung der Präsenzeinstellung beispielsweise auf der Grundlage von Kalenderinformationen die Nutzungsbarrieren deutlich senken. Viele Anwender befürchten nämlich, ihren Präsenzstatus manuell pflegen zu müssen, was im Kommunikationsalltag störend wäre. Durch eine Kalenderintegration stellt sich der Präsenzstatus während einer angesetzten Besprechung automatisch auf „abwesend“. Bestenfalls wird darüber hinaus angezeigt, wann der Besprechungsteilnehmer wieder erreichbar ist (so genannte „rich presence“).

Ein weiteres Problem ist die Presence Federation – also der Zugriff auf Präsenzinformation durch externe UC-Systeme. Da dies in vielen Fällen noch nicht möglich ist, reduziert sich der Mehrwert von UC bei Kommunikation, die über die eigenen Unternehmensgrenzen hinausgeht, gewaltig. Zwar bemühen sich einige ITK-Anbieter wie beispielsweise Microsoft und Cisco um öffentlichkeitswirksame Ankündigungen der Zusammenarbeit in diesem Bereich. Der Weg hin zu einer industrieweiten Presence Federation ist jedoch noch sehr weit.

Zudem birgt die Integration der UC-Systeme externer Partner für viele ITK-Verantwortliche zusätzliche Sicherheitsrisiken. Zwar ist eine solche Integration unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten sehr sinnvoll. Schließlich wächst allgemein die Notwendigkeit, externe Dienstleister oder Zulieferer in die internen Prozesse einzubinden. Noch ist jedoch nicht klar, wie diese technische und organisatorische Offenheit abgesichert werden kann. Offene Firewalls für die Einbindung der IM-Systeme externer Geschäftspartner sind für die meisten CIOs sicherlich kein akzeptabler Lösungsansatz.

Die Akzeptanz von IM und Präsenzanzeige wird weiter durch die starke Skepsis der Endanwender in den Unternehmen gebremst. Sie befürchten, durch die Präsenzanzeige kontrolliert zu werden und rund um die Uhr erreichbar sein zu müssen. Ganz im Gegenteil kann die Nutzung von Präsenz jedoch dazu führen, die eigene Erreichbarkeit besser zu steuern. Wer gerade konzentriert an einem wichtigen Dokument arbeiten muss, kann seinen Status auf „nicht verfügbar“ stellen, so dass der Arbeitsfluss nicht gestört wird. Gleichzeitig werden auf Grundlage des Verfügbarkeitsstatus etwa eingehende Telefonate direkt auf die Voicebox umgeleitet, so dass kein wichtiger Anruf verloren geht.

weiter mit: Effizienzsteigerung durch Präsenzanzeigen?

(ID:2013841)