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Voller Durchblick für Administratoren: Netzwerk-Monitoring-Lösung auf dem Prüfstand

Im Test: PRTG 14.2.10 von Paessler

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Die Sensoren zum Empfang von Syslog-Meldungen und SNMP-Traps

In der neuen Version hat Paessler PRTG nun auch Sensoren integriert, die dazu in der Lage sind, Syslog-Nachrichten und SNMP-Traps zu empfangen. Viele Netzwerkgeräte unterstützen das Senden von Syslog-Informationen und Traps an Server im Netz, die die darin enthalten Daten an zentraler Stelle sammeln. Dort lassen sie sich dann durchsuchen, analysieren und nutzen, um das Netzwerkmanagement zu vereinfachen und Sicherheitsprobleme aufzudecken.

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Die beiden PRTG-Sensoren können nach Angaben des Herstellers auf einem Quad-Core-System etwa 10.000 Syslog- beziehungsweise Trap-Nachrichten pro Sekunde verarbeiten. Damit sich diese Datenflut sinnvoll nutzen lässt, sind leistungsfähige Auswertungswerkzeuge Pflicht. Umfassende Filter helfen dabei, die Vielzahl der Daten zu durchsuchen und nur die Informationen durchzulassen, die für die Administratoren Bedeutung haben. Die relevanten Daten landen dann in der PRTG-Datenbank und lassen sich über das Web-Interface abrufen.

Bei der Arbeit mit den genannten Sensoren ist es wichtig zu wissen, dass diese ihre Informationen bei jedem von PRTG durchgeführten Sensor-Scan – also in Intervallen – aktualisieren. Deswegen kann es beispielsweise sein, dass eine Syslog-Nachricht mit "Severity 2" einen Fehler auslöst. In diesem Fall wechselt der Sensor in den Error-Status. Erscheint die Fehlermeldung beim nächsten Scan nicht erneut und befindet sich unter den bei diesem Scan-Vorgang empfangenen Nachrichten kein Fehler, so beendet der Sensor den Error Status wieder. Das gilt auch dann, wenn der ursprüngliche Fehler weiter besteht. Die Meldung selbst lässt sich aber nach wie vor über das Web-Interface abrufen.

Die Syslog- und Trap-Sensoren eignen sich demzufolge nicht unbedingt zur Echtzeitüberwachung der Systeme im Netz, dafür sind aber auch andere Sensoren da. Sie haben hautsächlich einen Nutzen, wenn es um das Sammeln und Auswerten von Informationen geht, die den Administratoren tiefgehendes Wissen über die Komponenten im Unternehmen liefern.

Das Ticket System

Zusätzlich zu den genannten Neuigkeiten umfasst die aktuelle PRTG-Version auch ein vollwertiges Ticket-System. Mit ihm lassen sich sowohl manuell als auch automatisiert (zum Beispiel im Fehlerfall) Tickets erzeugen, die dann bestimmten Benutzern oder Gruppen zugeordnet werden können. Im Betrieb kategorisieren und priorisieren die Mitarbeiter diese Tickets und schließen sie nach dem Abschluss der dazugehörigen Arbeiten wieder. Aufgrund dieser Funktionalitäten erhalten sie einen Überblick über die anfallenden Tätigkeiten, die zuständigen Personen und den jeweiligen Status.

Dank der Option, Tickets manuell anzulegen, eignet sich PRTG nicht nur für die Bearbeitung von Fehlern und Problemen, die im Rahmen des Monitorings der IT-Umgebung auftreten, sondern für alle Arten von Schwierigkeiten. So hat die Personalabteilung beispielsweise die Möglichkeit, über das Ticket-System die IT-Mitarbeiter anzuweisen, Benutzerkonten für neu eingestellte Kollegen anzulegen.

Zusätzlich sind auch Benachrichtigungen dazu in der Lage, automatisiert Tickets zu generieren, um sicher zu stellen, dass nicht nur eine Meldung an den verantwortlichen Mitarbeiter geht oder eine farbliche Kennzeichung in der Management-Konsole erfolgt, sondern dass das jeweilige Problem fest im Überwachungssystem verankert wird. Links zu den Tickets lassen sich jederzeit per E-Mail verschicken und es stellt im Betrieb ebenfalls kein Problem dar, die Tickets zu modifizieren, neu zuzuweisen oder bei Bedarf auch erneut zu öffnen. Erkennt PRTG, dass ein Ticket überflüssig wird, etwa weil der zugehörige Sensor keinen Fehler mehr meldet, so schließt das System das Ticket selbstständig.

Zusätzlich zur Möglichkeit, ein Ticket direkt im Ticketsystem zu eröffnen, existiert auch noch die Option, mit der rechten Maustaste auf einen Geräteeintrag zu klicken und dann ein Ticket zu erzeugen, das sich auf das betroffene Device bezieht. Die User können die Tickets demzufolge nicht nur Benutzern zuweisen, sondern auch mit Objekten verknüpfen.

Die Ticket-Übersicht stellt schließlich alle Tickets in Listenform dar. Die Anzeige lässt sich nach "Offen", "Gelöst", "Geschlossen" und so weiter filtern, außerdem haben die zuständigen Mitarbeiter die Option, nur Tickets bestimmter Benutzer oder Tickets, die zwischen zwei bestimmten Zeitpunkten modifiziert wurden, anzuzeigen.

Das Ticket-System ist auch dazu in der Lage, die Tickets nach Prioritäten zu ordnen und den zuständigen Mitarbeitern E-Mails zu schicken, wenn es neue Tickets gibt oder sich deren Status ändert. Mit ihm steht den Unternehmen demzufolge ein leistungsfähiges und einfach zu bedienendes System zur Verfügung, mit dem sie sicherstellen können, dass alle anfallenden Arbeiten auch erledigt werden.

Fazit

Im Test hinterließ PRTG 14 einen hervorragenden Eindruck. Die Lösung kann mit ihrem schnellen und übersichtlichen Ajax-Web-Interface punkten, das dafür sorgt, dass das Monitoring trotz der Komplexität der Aufgabe und der Funktionsvielfalt der Lösung von Paessler überschaubar bleibt und einfach von der Hand geht.

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Besonders positiv wollen wir bei der aktuellen Version des Werkzeugs die mobilen Apps hervorheben. Hier hat der Hersteller viel Arbeit investiert und dafür gesorgt, dass wirklich alle relevanten Funktionen der Überwachungssoftware über Smartphones und Tablets nutzbar sind. Die Administratoren werden dafür dankbar sein, da sie deshalb sowohl ihre Arbeitszeiten als auch ihre Dienstpläne flexibler gestalten können, als zuvor.

Die Syslog- und SNMP-Trap-Receiver und das Ticket-System stellen eine sinnvolle Erweiterung des Funktionsumfangs von PRTG dar und machen in vielen Fällen die Anschaffung einer Drittanbieterlösung überflüssig. PRTG kann dank dieser Funktionalität übrigens auch für IT-Verantwortliche interessant sein, die gar keine Überwachungslösung, aber einen kostenlosen Syslog- und Trap-Receiver für ihr Netzwerk suchen. Die kostenlose PRTG-Version bringt ja zehn Sensoren Out of the Box mit und wenn diese dazu in der Lage sind, jeweils bis zu 10.000 Nachrichten pro Sekunde zu verarbeiten, so lässt sich damit schon viel erreichen.

Zusammenfassend können wir sagen, dass die Monitoring-Lösung von Paessler keine Wünsche offen lässt und sich dank ihrer Flexibilität und ihres großen Funktionsumfangs für den Einsatz in fast allen IT-Umgebungen eignet.

Über das IAIT

Das Institut zur Analyse von IT-Komponenten (IAIT) erstellt qualitativ hochwertige, unabhängige Tests, Workshops, Video-Tutorials sowie Interviews zu neuen Produkten und Lösungen aus der Informationstechnologie, die anschließend in neutralen Medien erscheinen.

Dr. Götz Güttich ist Leiter des IAIT
Dr. Götz Güttich ist Leiter des IAIT

Über den Autor

Der Leiter des Instituts – Dr. Götz Güttich – verfügt über mehr als fünfzehn Jahre Branchenerfahrung als IT-Consultant und Fach- beziehungsweise Chefredakteur im IT-Umfeld. Aufgrund seiner langjährigen umfangreichen Testtätigkeit für führende deutsche Netzwerkmagazine beschränken sich seine Fähigkeiten nicht auf die Theorie des IT-Geschäfts.

Dr. Güttich bringt auch umfassende praktische Kenntnisse aus dem Einsatz unterschiedlichster Lösungen in Unternehmensnetzen mit. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Cloud, Mobile Computing, IT-Sicherheit, Storage, Netzwerkmanagement, Netzwerkbetriebssysteme, Terminalserver und Virtualisierung.

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