Einfach ausgedrückt handelt es sich bei HPE VM Essentials um eine KVM-basierte Virtualisierungslösung von HPE, die mit verschiedenen Funktionen erweitert wurde. Der Text zeigt die Möglichkeiten der Lösung und auf was Unternehmen achten sollten, die zum Beispiel eine Alternative zu VMware vSphere suchen.
Die zentrale Oberfläche von HPE VM Essentials ermöglicht die Verwaltung und Automatisierung von VMs.
(Bild: Joos - HPE)
HPE VM Essentials ist eine KVM-basierte Virtualisierungslösung (Kernel-based Virtual Machine), die als eigenständige Software oder in HPE Private-Cloud-Produkten eingesetzt werden kann. Sie ermöglicht die Verwaltung sowohl von HPE- als auch von VMware-Umgebungen über eine zentrale Oberfläche.
Die Software richtet sich an Unternehmen, die nach Alternativen zu VMware suchen, und bietet dabei eine Integration mit bestehenden vSphere-Installationen. Die Lösung bietet Features wie Live-Migration, Hochverfügbarkeit und Snapshots. Verfügbar ist HPE VM Essentials seit Dezember 2024.
HPE VM Essentials: Eine Alternative in Zeiten steigender VMware-Kosten
Die steigenden Lizenzkosten von VMware stellen Unternehmen vor große Herausforderungen. Broadcom hat nicht nur die Preise erheblich angehoben, sondern auch 2.000 der größten VMware-Kunden direkt übernommen und das Partnerprogramm grundlegend umstrukturiert. HPE VM Essentials wurde als Antwort auf die Marktveränderungen entwickelt und ermöglicht Unternehmen eine flexible Wahl: Entweder Optimierung der bestehenden VMware-Umgebung oder ein reibungsloser Wechsel zu einer Plattform von HPE.
Die Lösung erlaubt es, sowohl VMware- als auch HPE-Cluster zentral zu verwalten. Unterstützt wird dies durch eine integrierte Migrationslösung, mit der sich virtuelle Maschinen aus VMware-Umgebungen auf HPE VM Essentials übertragen lassen.
HPE VM Essentials läuft auf Ubuntu 22.04. Die empfohlene Hardware sind HPE ProLiant Gen 11 Server, wobei weitere Systeme schrittweise zertifiziert werden. Die Software unterstützt sowohl lokale als auch externe Storage-Anbindungen über iSCSI und zukünftig auch Fibre Channel. Zur Speicherverwaltung wird das GFS2-Dateisystem genutzt. Die Abrechnung erfolgt pro CPU-Socket und nicht pro Kern, ohne zusätzliche Kosten für die Verbindung zu bestehenden VMware-Clustern.
Darüber hinaus spielt Morpheus Data eine zentrale Rolle. Die Integration dieser Technologie in HPE VM Essentials soll dabei helfen, das gesamte HPE-Portfolio mit einer einheitlichen Hybrid-Cloud-Management-Lösung auszustatten. Neben klassischen Virtualisierungsfunktionen unterstützt die Lösung auch containerbasierte Architekturen.
Virtualisierung und zentrale Verwaltung mit HPE VM Essentials
HPE VM Essentials bietet eine zentrale Oberfläche, die es Unternehmen ermöglicht, sowohl VMware- als auch HPE-VM-Cluster zu verwalten. VMs lassen sich direkt über die Plattform bereitstellen, unabhängig davon, ob sie auf HPE VM Essentials oder bestehenden VMware-Clustern laufen. Administratoren profitieren von der Möglichkeit, vorab definierte VM-Vorlagen („goldene Images“) für Windows und Linux zu verwalten.
Darüber hinaus unterstützt die Plattform sowohl feste Ressourcenzuweisungen als auch flexible Skalierungsoptionen, um unterschiedliche Anforderungen abzudecken. Die Lösung unterstützt Speicherlösungen wie HPE Electra, 3PAR, Nimble und NetApp, Backups können sowohl als Snapshots als auch inkrementell direkt auf NFS, Windows-Freigaben oder S3-Speicher abgelegt werden. Zudem ermöglicht eine integrierte IP-Adressverwaltung die automatische Netzwerkkonfiguration für Umgebungen ohne externe IPAM-Lösung.
HPE VM Essentials erlaubt die Nutzung vordefinierter Automatisierungsaufgaben, zum Beispiel für die Installation von Backup-Agenten oder anderen Konfigurationsvorgängen bei der Bereitstellung neuer VMs. Die Plattform erleichtert Wartungsarbeiten durch Live-Migration und dedizierte Wartungsmodi, um einen unterbrechungsfreien Betrieb sicherzustellen.
Installation und Konfiguration
Die Einrichtung von HPE VM Essentials ist derzeit komplexer als bei VMware ESXi oder Proxmox, da keine geführten Installations- oder Einrichtungsassistenten vorhanden sind. Administratoren müssen Ubuntu 22.04 manuell installieren, Netzwerke konfigurieren und Storage-Anbindungen vorbereiten. Die Installation erfolgt über eine Debian-Paketdatei und ein QCOW2-Image.
Nach der Installation des Hypervisors muss das HPE VM Essentials Management eingerichtet werden. Dieses übernimmt die Verwaltung der Cluster und stellt Funktionen wie Automatisierung, Backup-Integration und Monitoring bereit. Alles in allem ist die Einrichtung alles andere als einfach und sehr umständlich. Wer HPE VM Essentials testen will, kann die Lösung bei HPE nach der Registrierung herunterladen.
Integration mit VMware
Ein Vorteil von HPE VM Essentials ist sicherlich die Integration mit bestehenden VMware-Umgebungen. Administratoren können VMware-Cluster weiterhin verwalten und VMs über die HPE-Oberfläche bereitstellen. VMs lassen sich zwischen VMware und HPE VM Essentials migrieren, wofür ein integriertes Image-Konvertierungstool bereitsteht. Die Software kann sowohl VMware vSphere als auch HPE-eigene Cluster verwalten. Dies ermöglicht Unternehmen eine schrittweise Migration weg von VMware, ohne sofort die gesamte Infrastruktur umstellen zu müssen.
Stand: 08.12.2025
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HPE VM Essentials bietet verschiedene Netzwerkoptionen, darunter Link Aggregation Control Protocol (LACP) und Balanced XOR-Bonding für redundante Netzwerkverbindungen. Die Netzwerkverwaltung erfolgt über Open vSwitch (OVS), wodurch VLANs und Netzwerkkonfigurationen flexibel gesteuert werden können. Für IP-Adressmanagement und DNS-Integration gibt es Anbindungen an externe Lösungen wie Infoblox oder BlueCat. Alternativ bietet HPE VM Essentials eine integrierte, rudimentäre DHCP- und DNS-Verwaltung.
Automatisierung und Verwaltung
Die zentrale Oberfläche von HPE VM Essentials ermöglicht die Verwaltung und Automatisierung von VMs. Durch die Integration mit Morpheus Data lassen sich VMs effizient skalieren und automatisch bereitstellen. Zudem sind Backup- und Snapshot-Funktionen vorhanden. Neben nativen Backup-Optionen gibt es Integrationen mit Drittanbietern wie Veeam, Commvault und Cohesity. Administratoren können Richtlinien für Ressourcennutzung und Skalierung definieren. Die Automatisierung erlaubt die Bereitstellung von Skripten zur Konfiguration neuer VMs, zum Beispiel für die Installation von Sicherheitssoftware oder Systemupdates.
Unterstützte Workloads
HPE VM Essentials wurde für verschiedene Unternehmensanwendungen validiert. Dazu gehören Oracle-Datenbanken, Microsoft SQL Server und MongoDB, auch für KI-Workloads. Auch virtuelle Desktop-Infrastrukturen (VDI) mit Horizon werden unterstützt. Zusätzlich bietet die Software Unterstützung für containerbasierte Workloads und ermöglicht die Verwaltung von hybriden Cloud-Umgebungen.